Tadej Pogacar hat mit seinem fünften Gesamtsieg bei der
Tour de France endgültig seinen Platz unter den größten Fahrern der Radsportgeschichte eingenommen. Für
Jan Ullrich war die Frankreich-Rundfahrt 2026 dabei mehr als nur ein weiterer Triumph des Slowenen. Der deutsche Toursieger von 1997 ist überzeugt, dass Pogacar in diesem Sommer die beste Tour seiner Karriere gefahren ist.
Mit seinem fünften Gesamtsieg zog der Weltmeister mit Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain gleich. Pogacar übernahm auf der sechsten Etappe das Gelbe Trikot und brachte es souverän bis nach Paris. Am Ende lag er mehr als sieben Minuten vor Remco Evenepoel und dominierte die Tour nach Belieben.
Ullrich: „Das war seine beste Tour de France“
Für Jan Ullrich ist die diesjährige Frankreich-Rundfahrt der endgültige Beweis für Pogacars außergewöhnliche Klasse. Besonders beeindruckte ihn die Art und Weise, wie der Slowene in den Bergen immer wieder die Entscheidung suchte.
Jan Ullrich sieht in Tadej Pogacar nach dessen fünftem Tour-de-France-Sieg den besten Radprofi der Geschichte.
„Diese Tour war eine Tour der Superlative“, sagte Ullrich in seinem Podcast
„Ulle & Rick“.
„Er hat wirklich gezeigt, wozu er fähig ist. Das war seine beste Leistung bei der Tour de France. Er fährt einfach los und geht bis zum Gipfel Vollgas – genau das kann Pogacar.“
Auch das Finale auf den Champs-Élysées begeisterte den ehemaligen Tour-Sieger. Vor allem der spektakuläre Etappensieg von Mathieu van der Poel sorgte bei Ullrich für große Emotionen.
„Spannender ging es nicht. Ich habe auf der Couch geschrien. Besser hätte man das Drehbuch nicht schreiben können. Dieses Finale passte perfekt zu dieser Tour de France der Superlative.“
„Pogacar hätte uns alle in Pfeife geraucht“
Für Ullrich besteht inzwischen kein Zweifel mehr daran, dass Pogacar der beste Radprofi aller Zeiten ist. Nach seiner Einschätzung wäre der Slowene selbst gegen die größten Stars früherer Generationen klar überlegen gewesen.
„Er könnte die Tour de France auch mit zehn Minuten Vorsprung auf Platz zwei gewinnen, wenn er das wollte.“
Noch deutlicher wurde der 52-Jährige anschließend.
„Die Experten sind sich einig. Tadej Pogacar hat den Radsport verändert und ist der Beste aller Zeiten. Das ist auch meine Meinung. Ein Pogacar von heute hätte Pantani, Armstrong und mich damals in Pfeife geraucht.“
Moderne Methoden verändern den Radsport
Als Hauptgrund für Pogacars Dominanz sieht Ullrich die enorme Professionalisierung des Sports. Training, Ernährung, Material und Regeneration hätten sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert.
„Warum sind wir nicht früher auf die Idee gekommen, Eiswürfel im Trikot zu tragen, um uns zu kühlen? Außerdem bin ich ein Drittel meiner Jahreskilometer ohne Sinn gefahren. Das hätte ich mir sparen können.“
Ullrich hatte 2023 öffentlich eingeräumt, während seiner Karriere gedopt zu haben. Bereits 2012 erkannte ihm der Internationale Sportgerichtshof (CAS) sämtliche Resultate ab 2005 ab. Sein Tour-de-France-Sieg von 1997 blieb aufgrund der Verjährungsfrist bestehen.
Der Toursieger von 1997 ist überzeugt, dass auch seine Generation mit den heutigen Trainingsmethoden deutlich leistungsfähiger gewesen wäre.
„Ich bin sicher, ich wäre heute viel, viel besser als damals. Die Version von damals, ohne Doping, wäre mit der heutigen Technologie definitiv viel, viel stärker gewesen.“