„Ich möchte auch den Giro und die Vuelta fahren“: Remco Evenepoel greift nach den nächsten Grand-Tour-Titeln

Radsport
durch Nic Gayer
Mittwoch, 29 Juli 2026 um 12:00
Remco Evenepoel
Remco Evenepoel hat bei der Tour de France 2026 eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er endgültig zur Weltspitze der Grand-Tour-Fahrer gehört. Nach Platz zwei hinter Tadej Pogacar richtet der Kapitän von Red Bull - BORA - hansgrohe den Blick bereits auf die nächsten großen Ziele – und dabei spielen auch der Giro d'Italia und die Vuelta a España eine zentrale Rolle.
Trotz Pogacars erneuter Dominanz hat Evenepoel seinen Traum vom Tour-de-France-Sieg nicht aufgegeben. Gleichzeitig macht der Belgier deutlich, dass er sich nicht ausschließlich auf die Frankreich-Rundfahrt konzentrieren möchte. Vielmehr will er künftig auch die beiden anderen Grand Tours wieder ins Visier nehmen.

Evenepoel sieht sich als kompletter Grand-Tour-Fahrer

Mit seiner Leistung bei der Tour de France 2026 untermauerte Evenepoel seine Qualitäten als Rundfahrtspezialist. Nach seinem Vuelta-Sieg 2022 sowie den Podiumsplätzen bei der Tour sieht sich der Belgier auf dem richtigen Weg.
Remco Evenepoel und Tadej Pogacar nach der Tour de France 2026.
Remco Evenepoel überzeugte bei der Tour de France 2026 mit Rang zwei und peilt künftig auch Siege beim Giro d'Italia und der Vuelta a España an.
„Diese Tour war sehr hart, mit mehr Höhenmetern als in den letzten Jahren und einem besonders zermürbenden Finale“, sagte Evenepoel nach dem Rennen.
An seinen Fähigkeiten über drei Wochen lässt der 26-Jährige deshalb keinen Zweifel.
„Ich habe die Vuelta gewonnen, wurde bei der Tour de France Zweiter und Dritter und musste den Giro im Rosa Trikot wegen COVID aufgeben. Man kann also nicht sagen, ich hätte eine schlechte Grand-Tour-Karriere. Ich kenne mein Potenzial, und wenn ich in guter Form starte, weiß ich, dass ich eine starke Gesamtwertung fahren kann.“

Giro und Vuelta stehen wieder auf der Wunschliste

Auch abseits der Tour de France hat Evenepoel große Ambitionen. Besonders die Vuelta a España zählt weiterhin zu seinen Lieblingsrennen. Dort feierte er 2022 seinen ersten Grand-Tour-Sieg und gewann ein Jahr später zusätzlich drei Etappen.
Mit dem Giro d'Italia verbindet der Belgier dagegen gemischte Erinnerungen. Bei seinem ersten Start nach seiner schweren Verletzung musste er die Rundfahrt vorzeitig verlassen. 2023 führte Evenepoel das Gesamtklassement im Rosa Trikot an und hatte bereits zwei Etappen gewonnen, ehe ihn eine COVID-Erkrankung zur Aufgabe zwang.
Für die kommenden Jahre ist sein Plan deshalb eindeutig.
„Es versteht sich von selbst, dass ich nicht jedes Jahr nur die Tour de France bestreiten werde. Ich möchte auch den Giro und die Vuelta fahren.“

„Ich bin hinter einem Fahrer Zweiter geworden, der Geschichte schreibt“

Trotz seines bislang besten Tour-Ergebnisses richtet Evenepoel den Fokus nicht auf den Rückstand zu Tadej Pogacar, sondern auf seine eigene Entwicklung. Der Belgier ist überzeugt, sich weiter verbessert zu haben – auch wenn das gegen den Ausnahmefahrer aus Slowenien erneut nicht zum Gesamtsieg reichte.
„Ich bin Zweiter geworden, 6:26 Minuten zurück. Ich glaube, mein Niveau ist gestiegen, aber Tadej entwickelt sich ebenfalls weiter oder hält zumindest sein Niveau. Ich konzentriere mich weiter auf mich selbst und versuche, jedes Detail zu verbessern. Wenn es nicht reicht, ist es so.“
Für Evenepoel schmälert die Niederlage seinen Erfolg keineswegs. Im Gegenteil: Er sieht seinen zweiten Platz sogar im Kontext von Pogacars außergewöhnlicher Karriere.
„Wir dürfen nicht vergessen, dass ich hinter jemandem Zweiter geworden bin, der erneut Geschichte schreibt. Das ist vielleicht sogar schöner als mein zweiter Platz. Ich habe das erreicht, indem ich einem Phänomen und einem außergewöhnlichen Talent gefolgt bin.“
Dass er sich regelmäßig mit dem aktuell besten Rundfahrer der Welt messen kann, betrachtet Evenepoel als zusätzliche Motivation.
„Ich bin geehrt, gegen einen solchen Fahrer antreten zu dürfen und mich von Zeit zu Zeit mit ihm zu messen und zu versuchen, ihn zu schlagen. Das ist mir bei dieser Tour gelungen, und das ist ein neuer Schritt für mich.“
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