Haushalt, Heimat und Vuelta? So sehen Tadej Pogacars Tage nach dem fünften Tour-de-France-Sieg aus

Radsport
durch Nic Gayer
Montag, 27 Juli 2026 um 13:00
Tadej Pogačar bei der Tour de France 2026
Tadej Pogacar hat mit seinem fünften Gesamtsieg bei der Tour de France 2026 einen weiteren Meilenstein seiner Karriere erreicht. Der Weltmeister von UAE Team Emirates - XRG stellte damit den Rekord der erfolgreichsten Tour-Sieger ein. Wie es für den Slowenen nach diesem historischen Erfolg weitergeht, ist jedoch noch offen.
Unmittelbar nach seinem Triumph sprach Pogacar über seine nächsten Wochen, seine Stiftung, die Unterstützung für seine Partnerin Urska Zigart – und über die Frage, die derzeit die gesamte Radsportwelt beschäftigt: Startet er bei der Vuelta a España?

Erst einmal geht es für Pogacar nach Hause

Auch am Schlusstag der Tour zeigte Pogacar noch einmal seine Angriffslust. Auf den Champs-Élysées versuchte der Träger des Gelben Trikots, den prestigeträchtigen Etappensieg zu holen – ein Kunststück, das seit Jahrzehnten keinem Gesamtsieger mehr gelungen ist. Zwar blieb ihm dieser Erfolg verwehrt, doch seine Offensive bereitete letztlich den entscheidenden Angriff von Mathieu van der Poel vor, der den Sieg auf dem berühmten Boulevard perfekt machte.
Tadej Pogacar und Urska Zigart bei Strade Bianche.
Tadej Pogacar genießt nach seinem historischen fünften Tour-de-France-Sieg zunächst einige Tage in seiner slowenischen Heimat, bevor er über einen möglichen Start bei der Vuelta a Espana entscheidet.
Den Etappensieg verpasste Pogacar zwar, doch der Gesamterfolg überwog alles. Mit seinem fünften Triumph bei der Tour de France zog der Slowene mit den Rekordsiegern Eddy Merckx und Miguel Indurain gleich. Schon in diesem Jahr könnte er zudem einen weiteren Meilenstein erreichen: Mit einem Start bei der Vuelta a España hätte er die Chance, sich zu Jonas Vingegaard in die Liste der Fahrer einzureihen, die alle drei Grand Tours gewonnen haben.
Bevor jedoch eine Entscheidung über die zweite große Rundfahrt der Saison fällt, stehen für Pogacar zunächst einige ruhigere Tage in seiner Heimat auf dem Programm.
„Ich fliege morgen nach Hause, dann habe ich etwas Hausarbeit zu erledigen. Am Freitagabend fahre ich ein Kriterium in meiner Heimatstadt, mit einigen besonderen Gästen von der Tour, richtig großen Fahrern.“
Der Slowene wird die kommenden Tage in seiner Heimat verbringen und dort unter anderem seine eigene Veranstaltung organisieren. Gleichzeitig verfolgt er die Tour de France Femmes, bei der seine Partnerin Urska Zigart nach ihrem schweren Sturz bei der Tour de Suisse Women an den Start geht.
„Dann habe ich am Sonntag die Pogi Challenge mit Kindern und Amateuren. Es wird also ein großes Wochenende mit viel Arbeit für meine Stiftung. Und ich hoffe, ich kann ein paar Etappen der Tour de France sehen, um Urska fahren zu sehen.“

Pogacar hält sich die Entscheidung über die Vuelta offen

Spätestens in der Woche danach dürfte sich abzeichnen, wie Pogacars weiteres Rennprogramm aussieht. Der Weltmeister kehrt anschließend nach Monaco zurück – ausgerechnet jenem Ort, an dem am 22. August die Vuelta a España beginnt. Damit wäre ein Start organisatorisch problemlos möglich.
Eine endgültige Entscheidung möchte Pogacar jedoch noch nicht treffen.
„Wenn die Vuelta morgen begänne, würde ich wohl nein sagen. Aber in zwei Wochen kann ich es noch entscheiden.“
Die Spanien-Rundfahrt hat für den 27-Jährigen eine besondere Bedeutung. Dort gab er 2019 sein Grand-Tour-Debüt, gewann auf Anhieb drei Etappen und fuhr direkt aufs Gesamtpodium. Seitdem ist Pogacar nicht mehr zur Vuelta zurückgekehrt.
Eigentlich gehörte die Rundfahrt bereits im vergangenen Jahr zu seinen Plänen. Doch die enorme Belastung während der vergangenen Monate und insbesondere der Tour de France hat ihn vorsichtig werden lassen. Um einer mentalen oder körperlichen Überlastung vorzubeugen, will der Slowene seine Entscheidung bewusst erst nach einer Erholungsphase treffen.
„Ich sage nicht, dass ich letztes Jahr ausgebrannt war, aber mir war bewusst, dass es passieren kann. Das kann eintreten, wenn man zu weit pusht – deshalb will ich jetzt, direkt nach der Tour de France, nicht sagen: ‚Ja, ich fahre die Vuelta oder alle Rennen‘“, erklärte Pogacar. „Ich muss darüber nachdenken und die Füße auf dem Boden behalten.“
Sollte sich Pogacar für einen Start bei der Vuelta a España entscheiden, würde er als klarer Topfavorit ins Rennen gehen. Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel, Isaac del Toro und Paul Seixas werden nach aktuellem Stand voraussichtlich nicht am Start stehen. Die Spanien-Rundfahrt beginnt am 22. August in Monaco und endet drei Wochen später in Granada.
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