Am 27. September findet die Weltmeisterschaft in Montreal mit dem Straßenrennen der Männer-Elite ihren großen Abschluss. In Abwesenheit von Tadej Pogacar präsentiert sich der Kampf um das Regenbogentrikot so offen wie lange nicht:
Remco Evenepoel,
Mathieu van der Poel,
Wout Van Aert, Tom Pidcock, Isaac del Toro und Paul Seixas gehören zu den großen Namen, die auf dem anspruchsvollen Kurs nach dem WM-Titel greifen. Wir werfen einen Blick auf die Ausgangslage und analysieren das Profil.
Erstmals ausgetragen wurde das WM-Straßenrennen
1927, als die italienische Legende Alfredo Binda das erste Regenbogentrikot der Geschichte gewann – und damit den ersten seiner insgesamt drei Titel holte. Rik van Steenbergen, Fausto Coppi, Rik van Looy, Tom Simpson, Eddy Merckx, Freddy Maertens und Francesco Moser: Die historische Siegerliste der Weltmeisterschaft liest sich wie ein Streifzug durch die Geschichte des Radsports.
Von Binda und Merckx bis Van der Poel und Pogacar
Der Rekord liegt bis heute bei drei WM-Titeln und wird von fünf Fahrern geteilt: Alfredo Binda, Rik van Steenbergen, Eddy Merckx, Oscar Freire und Peter Sagan. In den 1980er-Jahren trugen sich mit Bernard Hinault, Greg LeMond und Stephen Roche weitere Legenden in die Siegerliste ein.
In den 1990er-Jahren prägten unter anderem Lance Armstrong und Johan Museeuw eine neue Generation. Im 21. Jahrhundert gelang es auch mehreren der besten Sprinter ihrer Zeit, das Regenbogentrikot zu erobern. Mario Cipollini, Thor Hushovd und Mark Cavendish wurden jeweils Straßen-Weltmeister.
Auch die Liste erfolgreicher Klassikerspezialisten ist mit großen Namen gespickt. Tom Boonen, Paolo Bettini, Philippe Gilbert, Mads Pedersen, Julian Alaphilippe und Mathieu van der Poel gehören zu den Fahrern, die sich zum Weltmeister krönten.
Doch auch einige der stärksten Kletterer ihrer Generation stehen in der Siegerliste. Cadel Evans und Alejandro Valverde holten das Regenbogentrikot, zuletzt dominierte Tadej Pogacar mit seinen Titeln bei der Weltmeisterschaft 2024 und 2025.
Tadej Pogacar gewann die Weltmeisterschaft 2024 und 2025, wird sein Regenbogentrikot in Montreal jedoch nicht verteidigen – seine Abwesenheit öffnet den Kampf um den WM-Titel.
Vorschau auf das Straßenrennen der Männer bei der
Radsport-WM 2026
Belgien: Die wohl meistdiskutierte Mannschaft an der
Startlinie. Das könnte den Belgiern allerdings zum Nachteil werden: Alle Augen
werden auf sie gerichtet sein, während andere Nationen die Favoritenrolle von
Evenepoel und Van Aert als Argument nutzen dürften, um Belgien die
Verantwortung für die Nachführarbeit zuzuschieben. Nach dem taktischen Debakel
von 2021 sollten die Belgier ihre Lektion gelernt haben. Zumal Montreal kein
Kurs ist, auf dem sich das Rennen allein durch hohes Tempo an der Spitze
kontrollieren lässt. Wout Van Aert und Remco Evenepoel müssen
beide offensiv fahren und versuchen, das Rennen entweder mit einem Solo oder
aus einer kleinen Gruppe heraus zu gewinnen. Am entscheidenden Anstieg dürften
beide im direkten Angriff gegen die stärksten Kletterer allerdings im Nachteil
sein. Belgien verfügt über zahlreiche Klassikerspezialisten und muss seine
taktischen Möglichkeiten deshalb vor allem zwischen den Anstiegen ausspielen.
Das Ziel: das Rennen auf den schnelleren Streckenabschnitten aufbrechen und die
Konkurrenz unter Druck setzen.
Frankreich: Die Franzosen verfügen über enorme
Qualität, haben mit Paul Seixas allerdings einen klaren Kapitän. Es ist
durchaus wahrscheinlich, dass sie mehrere Fahrer an die Spitze schicken, um das
Rennen zu kontrollieren. Dabei kann Seixas auf die Unterstützung zahlreicher
aktueller, ehemaliger und künftiger Teamkollegen zählen. Die Mannschaft ist mit
starken Kletterern hervorragend besetzt und dürfte ihre Taktik darauf
ausrichten, dass Seixas an einem der großen Anstiege im Rennverlauf den
entscheidenden Unterschied macht. Der 20-Jährige hat beim GP Montreal bewiesen,
dass er auf diesem Kurs gewinnen kann. In einem Sprint dürften seine
Erfolgsaussichten hingegen deutlich geringer sein.
Isaac del Toro: Der Mexikaner hat vor knapp zwei
Wochen den GP Montreal gewonnen. Anders als die Belgier muss er nun jedoch
nicht mit dem enormen Erwartungsdruck umgehen, der auf den großen Favoriten
lastet. Damit könnte del Toro bereits vor dem Start einen psychologischen
Vorteil besitzen. Beim wichtigsten Formtest war er der stärkste Fahrer – und
dennoch scheint er weiterhin ein Stück weit unter dem Radar zu fliegen.
Allerdings verfügt Mexiko nicht über eine Mannschaft, die ihn in den
entscheidenden Rennphasen umfassend unterstützen kann. Del Toro muss deshalb
entweder selbst bei den wichtigen Attacken dabei sein oder von taktischen
Allianzen mit anderen Fahrern profitieren. Das macht ihn durchaus verwundbar.
Kommt es hingegen zu einem Sprint, kann er praktisch jeden Fahrer im Rennen
schlagen.
Großbritannien: Eine ausgesprochen starke Mannschaft,
deren Qualität möglicherweise etwas unterschätzt wird. Tom Pidcock konnte
beim GP Montreal zwar nicht ganz mit den großen Namen mithalten, bei der
Radsport-WM könnte das jedoch anders aussehen. Seine Form stimmt, seine
Ausdauer ist hervorragend, und möglicherweise wird er von seinen Konkurrenten
nicht so konsequent bewacht wie andere Favoriten. Pidcock verfügt insgesamt
über starke Kletterqualitäten, während ihm die explosiven Belastungen auf
diesem Kurs besonders entgegenkommen. Auch ein Sprint könnte ihm liegen. Doch
die Briten haben noch weitere Optionen: Oscar Onley reist nach der
Vuelta a Espana an und könnte dank seiner explosiven Fahrweise zu einer großen
Überraschung werden. Dazu kommt Adam Yates, der auf diesem Kurs bereits
gewonnen hat. Mehrere Klassikerspezialisten verleihen der Mannschaft
zusätzliche taktische Möglichkeiten.
Tom Pidcock führt eine stark besetzte britische Mannschaft bei der Radsport-WM in Montreal an. Seine Explosivität und seine Kletterqualitäten könnten auf dem anspruchsvollen Rundkurs zum entscheidenden Faktor werden.
Italien: Eine Mannschaft ohne einen eindeutig
festgelegten Kapitän, die gerade deshalb ausgesprochen gefährlich werden
könnte. Möglicherweise verfügen die Italiener sogar über das größte
Überraschungspotenzial aller Nationen und gehören zu den interessantesten Geheimfavoriten
der
Radsport-WM.
Giulio Ciccone belegte in Quebec den zweiten und in
Montreal den siebten Platz.
Davide Piganzoli gewann die Tour de
Luxembourg auf beeindruckende Weise.
Giulio Pellizzari feierte zuletzt
Siege bei den italienischen Klassikern und präsentierte sich in hervorragender
Form.
Lorenzo Finn ist amtierender U23-Weltmeister und reist mit
außergewöhnlichen Watt-pro-Kilogramm-Werten an.
Christian Scaroni wiederum
gehört zu den herausragenden Puncheuren und kommt mit derartigen Rundkursen
bestens zurecht. Italien besitzt damit eine Mannschaft, die gewinnen kann, ohne
auf einen einzigen großen Star angewiesen zu sein. Genau das eröffnet
zahlreiche taktische Möglichkeiten: Die Italiener können praktisch jederzeit
mit mehreren Fahrern attackieren und das Rennen völlig durcheinanderbringen. Da
sie weniger konsequent bewacht werden dürften als die großen Favoriten, könnten
sie mit frühen Angriffen besonders viele Fahrer in aussichtsreiche Positionen
bringen.
Spanien: Enric Mas präsentierte sich bei der
Vuelta a Espana in überragender Verfassung und hat bereits mehrfach bewiesen,
dass er diese Form auch in die anschließenden Rennen mitnehmen kann. Allerdings
gehört er nicht zu den explosivsten Kletterern. Dass er am Mount Royal die
stärksten Konkurrenten mit einer Attacke distanziert, ist deshalb eher nicht zu
erwarten. Gelingt es ihm jedoch, das Feld auseinanderzuziehen oder sich einer
taktisch günstigen Gruppe anzuschließen, ist ein Sieg keineswegs
ausgeschlossen. Zumal ihn mehrere formstarke Movistar-Teamkollegen unterstützen
und Spanien mit Juan Ayuso über einen weiteren Geheimfavoriten verfügt.
Mathieu van der Poel: Der Niederländer geht als
einzige große Siegoption seiner Mannschaft ins Rennen, reist nach seiner
beeindruckenden Vorstellung bei der Tour de Luxembourg allerdings in
herausragender Form an. Das Streckenprofil kommt den Kletterern zwar etwas
stärker entgegen, doch durch die Abwesenheit von Tadej Pogacar liegt ein Sieg
für Van der Poel durchaus im Bereich des Möglichen. Ohne den Slowenen dürfte
sich zudem ein völlig anderes Rennen entwickeln. Frühe Attacken sind zu
erwarten, denn Van der Poel wird versuchen, die enorme Distanz und die
explosiven Anforderungen des Kurses zu seinem Vorteil zu nutzen. Entscheidend
wird sein, sich dadurch taktische Möglichkeiten zu verschaffen, um die großen
Angriffe am wichtigsten Anstieg überstehen zu können.
USA: Eine enorm gefährliche Mannschaft, die in
Montreal beinahe von einem Heimvorteil profitieren könnte. Brandon McNulty
gewann den GP Montreal 2025 und belegte in diesem Jahr den dritten Platz. Quinn
Simmons wurde bei denselben Austragungen Dritter beziehungsweise Vierter.
Gerade Simmons ist auf langen, welligen Strecken außergewöhnlich stark, wird
von seinen Konkurrenten aber offenbar nicht im selben Maße bewacht wie andere
Fahrer auf einem vergleichbaren Leistungsniveau. Die USA verfügen damit über
mehrere ausgesprochen gefährliche Optionen. Mit Matteo Jorgenson und Riley
Sheehan stehen zudem zwei weitere Fahrer bereit, die der Mannschaft
insbesondere in der frühen Rennphase erheblichen taktischen Spielraum
verschaffen.
Quinn Simmons zählt zu den gefährlichsten Fahrern im US-Aufgebot. Mit seiner Stärke auf langen, welligen Strecken könnte er bei der Radsport-WM in Montreal eine entscheidende Rolle spielen.
Doch auch abseits der großen Radsportnationen gibt es
zahlreiche Fahrer, die im Kampf um die vorderen Plätze eine Rolle spielen
können. Einige dieser Nationen verfügen über ausreichend große Mannschaften, um
sich aktiv an wichtigen taktischen Manövern zu beteiligen. Dazu zählt
insbesondere Dänemark mit Mikkel Honore, Anthon Charmig und Andreas
Kron, die allesamt für ein Spitzenergebnis infrage kommen. Auch Australien
bringt mit Fahrern wie Michael Matthews, Jai Hindley und Ben O'Connor
mehrere interessante Optionen an den Start.
Kolumbien setzt unter anderem auf Harold Tejada und Santiago
Buitrago, während Portugal mit Afonso Eulalio und möglicherweise Joao
Almeida vertreten sein wird. Die Schweiz verfügt mit Jan Christen
und Mauro Schmid ebenfalls über zwei aussichtsreiche Fahrer. Auch
Deutschland reist mit mehreren möglichen Kapitänen an: Florian Lipowitz
und Marco Brenner könnten beide eine wichtige Rolle spielen.
Nicht außer Acht lassen sollte man zudem einige Fahrer, die
zuletzt bei der Vuelta a Espana im Einsatz waren. Primoz Roglic und Felix
Gall zählen zwar nicht zu den explosivsten Fahrern im Feld, könnten sich im
Finale aber dennoch entscheidend in Szene setzen. Auch Tobias Johannessen,
Sieger der letzten Vuelta-Etappe, ist eine ernst zu nehmende Option.
Schließlich gibt es unter den Klassikerspezialisten noch
einige große Namen, die bislang unerwähnt geblieben sind. Ben Healy hat
zu seiner starken Form zurückgefunden, gehört zu den gefährlichen Kandidaten
und belegte bei der letztjährigen Austragung bereits den dritten Platz. Toms
Skujins, Mathias Vacek und Jhonatan Narvaez haben ihre Klasse auf
höchstem Niveau ebenfalls längst unter Beweis gestellt. Auch Fahrer wie Finn
Fisher-Black und Guillermo Thomas Silva könnten bei optimaler
Tagesform im Kampf um die vorderen Plätze mitmischen.
Prognose für das Straßenrennen der Männer bei der Radsport-WM 2026
*** Isaac del Toro, Paul Seixas, Remco Evenepoel
** Tom Pidcock, Quinn Simmons, Brandon McNulty, Ben Healy
* Wout Van Aert, Mathieu van der Poel, Oscar Onley, Giulio Ciccone, Davide Piganzoli, Giulio Pellizzari, Enric Mas, Afonso Eulálio, Primoz Roglic, Tobias Johannessen, Felix Gall, Mathias Vacek, Jhonatan Narváez
Unser Tipp: Isaac del Toro
Wie? Sprint aus der kleinen Gruppe.
Streckenprofil: Brossard–Montréal
Brossard – Montréal, 273 Kilometer
Das Straßenrennen führt über 273 Kilometer und beginnt in Brossard. Zunächst stehen rund 100 weitgehend flache Kilometer auf dem Programm, ehe das Peloton den bekannten Rundkurs in Montreal erreicht und der entscheidende Teil des Rennens beginnt.
Insgesamt werden zwölf Runden auf dem Kurs absolviert. Beim kanadischen Eintagesrennen sind es dagegen 16. Der entscheidende Unterschied: Bei der Weltmeisterschaft haben die Fahrer bereits rund 100 Rennkilometer absolviert, wenn sie zum ersten Mal auf die Runde einbiegen. Gerade im Finale dürfte diese zusätzliche Distanz eine entscheidende Rolle spielen und die Widerstandsfähigkeit der Fahrer auf eine enorme Probe stellen.
Das prägende Element des Rundkurses ist die Voie Camillien-Houde am Mont Royal. Der Anstieg ist 1,6 Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von 7,7 Prozent auf. Seine Kuppe liegt rund elf Kilometer vor dem Ziel. Hier bietet sich insbesondere den stärkeren Kletterern eine der besten Möglichkeiten, entscheidende Unterschiede herauszufahren.
Danach bleibt das Profil alles andere als einfach. Auf dem Weg zum Ziel warten zunächst zwei kleinere Erhebungen, ehe die Cote de Polytechnique folgt. Der 800 Meter lange Abschnitt steigt durchschnittlich mit vier Prozent an, beinhaltet jedoch Rampen von bis zu zehn Prozent und wird rund sechs Kilometer vor dem Ziel überquert.
Mit noch drei Kilometern zu fahren wartet anschließend die Cote Pagnuelo. Auf 500 Metern geht es dort mit durchschnittlich 7,5 Prozent bergauf – eine weitere Gelegenheit für eine späte Attacke oder eine entscheidende Selektion innerhalb einer bereits stark dezimierten Spitzengruppe.
Selbst die letzten Meter bieten keine klassische Sprintankunft. Die Zielgerade steigt über rund 500 Meter mit durchschnittlich fünf Prozent an. Sollte eine Gruppe gemeinsam um das Regenbogentrikot kämpfen, wird deshalb kein gewöhnlicher Sprint entscheiden: Nach 273 Kilometern, zwölf Runden und unzähligen Höhenmetern sind Explosivität, Kletterstärke und die letzten verbliebenen Kraftreserven gleichermaßen gefragt.
Siegerliste Straßenrennen Männer-Elite
| Jahr | 1. | 2. | 3. |
| 2025 | Tadej Pogačar | Remco Evenepoel | Ben Healy |
| 2024 | Tadej Pogačar | Ben O'Connor | Mathieu van der Poel |
| 2023 | Mathieu van der Poel | Wout van Aert | Tadej Pogačar |
| 2022 | Remco Evenepoel | Christophe Laporte | Michael Matthews |
| 2021 | Julian Alaphilippe | Dylan van Baarle | Michael Valgren |
| 2020 | Julian Alaphilippe | Wout van Aert | Marc Hirschi |
| 2019 | Mads Pedersen | Matteo Trentin | Stefan Küng |
| 2018 | Alejandro Valverde | Romain Bardet | Michael Woods |
| 2017 | Peter Sagan | Alexander Kristoff | Michael Matthews |
| 2016 | Peter Sagan | Mark Cavendish | Tom Boonen |
| 2015 | Peter Sagan | Michael Matthews | Ramūnas Navardauskas |
| 2014 | Michał Kwiatkowski | Simon Gerrans | Alejandro Valverde |
| 2013 | Rui Costa | Joaquim Rodríguez | Alejandro Valverde |
| 2012 | Philippe Gilbert | Edvald Boasson Hagen | Alejandro Valverde |
| 2011 | Mark Cavendish | Matthew Goss | André Greipel |
| 2010 | Thor Hushovd | Matti Breschel | Allan Davis |
| 2009 | Cadel Evans | Alexandr Kolobnev | Joaquim Rodríguez |
| 2008 | Alessandro Ballan | Damiano Cunego | Matti Breschel |
| 2007 | Paolo Bettini | Alexandr Kolobnev | Stefan Schumacher |
| 2006 | Paolo Bettini | Erik Zabel | Alejandro Valverde |
| 2005 | Tom Boonen | Alejandro Valverde | Anthony Geslin |
| 2004 | Óscar Freire | Erik Zabel | Luca Paolini |
| 2003 | Igor Astarloa | Alejandro Valverde | Peter Van Petegem |
| 2002 | Mario Cipollini | Robbie McEwen | Erik Zabel |
| 2001 | Óscar Freire | Paolo Bettini | Andrej Hauptman |
| 2000 | Romāns Vainšteins | Zbigniew Spruch | Óscar Freire |
| 1999 | Óscar Freire | Markus Zberg | Jean-Cyril Robin |
| 1998 | Oscar Camenzind | Peter Van Petegem | Michele Bartoli |
| 1997 | Laurent Brochard | Bo Hamburger | Léon van Bon |
| 1996 | Johan Museeuw | Mauro Gianetti | Michele Bartoli |
| 1995 | Abraham Olano | Miguel Induráin | Marco Pantani |
| 1994 | Luc Leblanc | Claudio Chiappucci | Richard Virenque |
| 1993 | Lance Armstrong | Miguel Induráin | Olaf Ludwig |
| 1992 | Gianni Bugno | Laurent Jalabert | Dmitri Konyshev |
| 1991 | Gianni Bugno | Steven Rooks | Miguel Induráin |
| 1990 | Rudy Dhaenens | Dirk De Wolf | Gianni Bugno |
| 1989 | Greg LeMond | Dmitri Konyshev | Sean Kelly |
| 1988 | Maurizio Fondriest | Martial Gayant | Juan Fernández |
| 1987 | Stephen Roche | Moreno Argentin | Juan Fernández |
| 1986 | Moreno Argentin | Charly Mottet | Giuseppe Saronni |
| 1985 | Joop Zoetemelk | Greg LeMond | Moreno Argentin |
| 1984 | Claude Criquielion | Claudio Corti | Steve Bauer |
| 1983 | Greg LeMond | Adrie van der Poel | Stephen Roche |
| 1982 | Giuseppe Saronni | Greg LeMond | Sean Kelly |
| 1981 | Freddy Maertens | Giuseppe Saronni | Bernard Hinault |
| 1980 | Bernard Hinault | Gianbattista Baronchelli | Juan Fernández |
| 1979 | Jan Raas | Dietrich Thurau | Jean-René Bernaudeau |
| 1978 | Gerrie Knetemann | Francesco Moser | Jørgen Marcussen |
| 1977 | Francesco Moser | Dietrich Thurau | Franco Bitossi |
| 1976 | Freddy Maertens | Francesco Moser | Tino Conti |
| 1975 | Hennie Kuiper | Roger De Vlaeminck | Jean-Pierre Danguillaume |
| 1974 | Eddy Merckx | Raymond Poulidor | Mariano Martínez |
| 1973 | Felice Gimondi | Freddy Maertens | Luis Ocaña |
| 1972 | Marino Basso | Franco Bitossi | Cyrille Guimard |
| 1971 | Eddy Merckx | Felice Gimondi | Cyrille Guimard |
| 1970 | Jean-Pierre Monseré | Leif Mortensen | Felice Gimondi |
| 1969 | Harm Ottenbros | Julien Stevens | Michele Dancelli |
| 1968 | Vittorio Adorni | Herman van Springel | Michele Dancelli |
| 1967 | Eddy Merckx | Jan Janssen | Ramón Sáez |
| 1966 | Rudi Altig | Jacques Anquetil | Raymond Poulidor |
| 1965 | Tom Simpson | Rudi Altig | Roger Swerts |
| 1964 | Jan Janssen | Vittorio Adorni | Raymond Poulidor |
| 1963 | Benoni Beheyt | Rik van Looy | Jo de Haan |
| 1962 | Jean Stablinski | Seamus Elliott | Jos Hoevenaers |
| 1961 | Rik van Looy | Nino Defilippis | Raymond Poulidor |
| 1960 | Rik van Looy | André Darrigade | Pino Cerami |
| 1959 | André Darrigade | Michele Gismondi | Noël Foré |
| 1958 | Ercole Baldini | Louison Bobet | André Darrigade |
| 1957 | Rik van Steenbergen | Louison Bobet | André Darrigade |
| 1956 | Rik van Steenbergen | Rik van Looy | Gerrit Schulte |
| 1955 | Stan Ockers | Jean-Pierre Schmitz | Germain Derycke |
| 1954 | Louison Bobet | Fritz Schär | Charly Gaul |
| 1953 | Fausto Coppi | Germain Derycke | Stan Ockers |
| 1952 | Heinz Müller | Gottfried Weilenmann | Ludwig Hörmann |
| 1951 | Ferdinand Kübler | Fiorenzo Magni | Antonio Bevilacqua |
| 1950 | Briek Schotte | Theo Middelkamp | Ferdinand Kübler |
| 1949 | Rik van Steenbergen | Ferdinand Kübler | Fausto Coppi |
| 1948 | Briek Schotte | Apo Lazaridès | Lucien Teisseire |
| 1947 | Theo Middelkamp | Albert Sercu | Sjefke Janssen |
| 1946 | Hans Knecht | Marcel Kint | Rik van Steenbergen |
| 1938 | Marcel Kint | Paul Egli | Leo Amberg |
| 1937 | Eloi Meulenberg | Emil Kijewski | Paul Egli |
| 1936 | Antonin Magne | Aldo Bini | Theo Middelkamp |
| 1935 | Jean Aerts | Luciano Montero | Gustaaf Danneels |
| 1934 | Karel Kaers | Learco Guerra | Gustaaf Danneels |
| 1933 | Georges Speicher | Antonin Magne | Marinus Valentijn |
| 1932 | Alfredo Binda | Remo Bertoni | Nicolas Frantz |
| 1931 | Learco Guerra | Ferdinand Le Drogo | Albert Büchi |
| 1930 | Alfredo Binda | Learco Guerra | Georges Ronsse |
| 1929 | Georges Ronsse | Nicolas Frantz | Alfredo Binda |
| 1928 | Georges Ronsse | Herbert Nebe | Bruno Wolke |
| 1927 | Alfredo Binda | Costante Girardengo | Domenico Piemontesi |