Lenny Martinez hat bei der
Tour de France 2026 den bislang größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der Franzose startete ursprünglich als Edelhelfer mit Freiheiten für Etappen und Sonderwertungen, entwickelte sich im Verlauf der Rundfahrt jedoch zum Kapitän von Bahrain Victorious – und beendete die Grande Boucle auf einem starken fünften Gesamtrang.
Für den 23-Jährigen, der seit Jahren als eines der größten Talente des französischen Radsports gilt, markiert dieses Ergebnis einen entscheidenden Karriereschritt. Gleichzeitig rückte mit
Paul Seixas eine weitere große französische Hoffnung ins Rampenlicht. Am Ende der Tour gehörten beide zu den stärksten einheimischen Fahrern im Gesamtklassement.
Bahrain Victorious stellte das Team für Martinez um
Eigentlich war Antonio Tiberi als Kapitän für die Gesamtwertung vorgesehen. Nachdem der Italiener jedoch bereits in der ersten Woche nicht das erwartete Leistungsniveau erreichte, reagierte Bahrain Victorious und stellte die Mannschaft auf Martinez um.
Lenny Martínez at the 2026 Tour de France
„Wir sind mit Antonio Tiberi als Mann fürs Gesamtklassement gestartet, aber er hatte nicht die Beine dafür“, sagte Sportdirektor Enrico Gasparotto im Interview mit
Bici.
„Die internen Dynamiken haben sich verändert, und wir brauchten etwa eine Woche, um uns anzupassen und mit Lenny aufs Gesamtklassement zu setzen, während Antonio in die Helferrolle wechselte.“
Mit seiner ruhigen Art überzeugte Martinez dabei nicht nur auf dem Rad, sondern auch innerhalb des Teams. Vor allem in der zweiten Rennhälfte arbeitete Bahrain Victorious konsequent für den Franzosen und kontrollierte in den entscheidenden Phasen immer wieder das Tempo im Peloton.
„Wenn du eine Persönlichkeit hast, die ihren Teamkollegen Ruhe und Gelassenheit vermittelt, so wie Lenny in der zweiten und dritten Woche, hast du bereits einen großen Vorteil“, sagte Gasparotto. „Lenny ließ die Gruppe wachsen und vereinte ab einem gewissen Punkt alle.“
Für den Sportdirektor ist das Abschneiden seines Schützlings deshalb ein deutliches Signal für die Zukunft.
„Fünfter bei einer Tour de France auf diesem Niveau zu werden – und das vor allem mit ansteigender Form – ist ein hervorragendes Zeichen.“
Gasparotto lobt Martinez im Vergleich zu Paul Seixas
Besonders beeindruckte Gasparotto, wie sich Martinez im Verlauf der drei Wochen kontinuierlich steigerte. Während andere junge Fahrer gegen Ende der Rundfahrt an ihre Grenzen kamen, präsentierte sich der Franzose immer stärker.
Dabei zog der Italiener auch den Vergleich zu Paul Seixas, der die Tour sogar einen Platz vor Martinez beendete, in den letzten Tagen der Rundfahrt jedoch sichtbar an Substanz verlor.
„Seine Leistung war herausragend. Er spielte an den letzten beiden Tagen eine Schlüsselrolle. Wenn man bedenkt, dass selbst Paul Seixas, das höchst gehandelte junge Talent, Tribut zollen musste, war es bei Martinez exakt umgekehrt.“
Gleichzeitig warnt Gasparotto davor, den Druck auf den jungen Franzosen nach diesem Erfolg zu groß werden zu lassen.
„Ich hoffe nur, dass die Franzosen nicht zu viel Druck auf ihn ausüben. Lenny stammt aus einer Radsportfamilie: Sowohl sein Vater als auch sein Großvater waren Fahrer. Ich denke, dieses Resultat macht die gesamte Familie Martinez stolz.“