ANALYSE | Pogacar, Vingegaard, Evenepoel, Del Toro, Roglic... – Wer fährt welche Grand Tours im Jahr 2026?
Radsport
Jetzt, wo die Saisonpause begonnen hat, gönnt sich das Peloton eine wohlverdiente Ruhephase nach einem intensiven Jahr voller Rennen. Erst danach richtet sich der Blick auf 2026. Da bislang keine Strecken der drei Grand Tours bekannt sind, halten sich die meisten Teams noch bedeckt. Doch einige Fahrer haben bereits verraten, wo sie ihre nächsten großen Rundfahrten bestreiten wollen. Wir haben uns angesehen, welche Optionen für Tadej Pogacar, Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel und die weiteren Stars realistisch sind – und welche Grand Tour sie 2026 ins Visier nehmen.
Was bereits feststeht
Cian Uijtdebroeks hat seinen Wechsel zum Movistar Team offiziell bestätigt – samt klarer Ziele. Der Belgier wird 2026 den Giro d’Italia und die Vuelta a España bestreiten und dabei voraussichtlich die volle Führungsverantwortung übernehmen. Damit löst er Einer Rubio als Giro-Kapitän ab. Für die Tour de France deutet alles darauf hin, dass sowohl Rubio als auch Enric Mas an den Start gehen werden. Mas dürfte – wie in den vergangenen Jahren – die Tour und die Vuelta kombinieren.
Auch Mattias Skjelmose hat seine Ambitionen klar geäußert. Wie CyclingUpToDate vor der Tour de France berichtete, soll der Däne im kommenden Jahr die Führung beim Giro übernehmen. Zwar spielte er 2025 seine Gesamtchancen bewusst herunter, erhielt aber bereits die Zusage für eine klare Kapitänsrolle in Italien. Mit dem Zugang von Juan Ayuso könnte sich dieses Konzept allerdings verschieben.
Noch ist vieles offen, doch aus den Aussagen der Fahrer lässt sich bereits einiges herauslesen – selbst ohne die bekannten Streckenprofile. Die Tour de France wird am 23. Oktober vorgestellt. Bis dahin bleibt viel Raum für Spekulationen, wie sich die großen Teams zwischen Giro, Tour und Vuelta aufteilen werden.
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Tadej Pogacar & UAE Team Emirates – XRG
Der Anführer des UAE Team Emirates – XRG wird 2026 mit nahezu sicherer Wahrscheinlichkeit ausschließlich die Tour de France bestreiten. Ziel ist der historische fünfte Gesamtsieg. In diesem Jahr wollte Pogacar ursprünglich zur Vuelta zurückkehren, doch die enorme Belastung durch die Tour-Vorbereitung, die späte WM und die Klassiker im Herbst machten diesen Plan unrealistisch. Jonas Vingegaard und João Almeida bewiesen in der Saison, wie sehr sich doppelte Grand-Tour-Einsätze auf die Form auswirken können.
Die Weltmeisterschaften 2026 in Montréal bieten Pogacar auf einer hügeligen Strecke erneut die perfekte Bühne. Aufgrund seiner Sponsorverpflichtungen und persönlichen Ziele wird er kaum auf die Tour verzichten. Der Giro bleibt zwar eine Option, doch eine ernsthafte Vorbereitung auf beide Rundfahrten ist kaum möglich. Pogacar könnte den Giro allenfalls als Aufbau bestreiten – ähnlich wie 2024 –, würde dort aber auf Höhentrainings und optimale Vorbereitung verzichten müssen.
Im Team herrscht indes kein Mangel an Optionen. Mit Isaac del Toro, der 2025 sein Durchbruchsjahr erlebte, und João Almeida, der weiter auf höchstem Niveau fährt, besitzt UAE mehrere Siegfahrer. Del Toro dürfte mit rund 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit den Giro d’Italia anpeilen, diesmal als alleiniger Kapitän. Für die Tour bleibt Pogacar die klare Nummer eins, während Almeida ihn dort unterstützt und anschließend bei der Vuelta selbst die Kapitänsrolle übernimmt – ein Plan, der bereits 2025 aufging.
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Jonas Vingegaard & Team Visma | Lease a Bike
Visma steht vor spannenden Entscheidungen. Jonas Vingegaard, der fünfmal in Folge auf dem Tour-Podium stand und zweimal gewann, muss sich erneut mit Pogacar messen – dem derzeit wohl komplettesten Fahrer der Welt. Der Däne deutete an, dass er nach seinem Vuelta-Sieg 2025 den Giro d’Italia bestreiten könnte, um seinem Traum näherzukommen, alle drei Grand Tours zu gewinnen.
Das wäre eine logische Wahl: Die schweren Berge Italiens liegen ihm, und mit einem leichteren Teilnehmerfeld wäre ein Debütsieg realistisch. Kombiniert mit der Tour könnte er Pogacars Modell von 2024 kopieren – mit einem Höhenlager zwischen den Rennen und einem reduzierten Frühjahr. Auch private Gründe sprechen dafür, denn Vingegaard möchte mehr Zeit mit seiner Familie verbringen.
Sollte dieser Plan aufgehen, dürfte Matteo Jorgenson bei den Frühjahrsklassikern glänzen und anschließend die Tour fahren – mit der Aussicht auf Führungsfreiheit bei der Vuelta. Simon Yates und Sepp Kuss könnten den Giro als Helfer oder Co-Leader bestreiten, während Wout van Aert nach seinem Giro-Debüt 2025 wieder auf die Tour setzt. Eine Kombination aus Frühjahr und Tour scheint für ihn der ideale Weg.
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Remco Evenepoel & Red Bull – BORA – hansgrohe
Die spannendste Personalie unter den „großen Drei“. Remco Evenepoel will eines Tages die Tour gewinnen, hat aber auch den Giro noch nicht abgehakt. Bei Red Bull – BORA – hansgrohe steht ihm ein starkes Umfeld zur Seite, doch das Team muss die Rollen zwischen Evenepoel, Florian Lipowitz und dem erfahrenen Primoz Roglic sorgfältig verteilen.
Evenepoel dürfte zunächst abwarten, welchen Kurs Pogacar und Vingegaard einschlagen. Sollte keiner von beiden beim Giro starten, könnte er dort antreten – andernfalls wohl bei der Tour. Sein Ziel bleibt ein Grand-Tour-Sieg, und die Streckenprofile mit langen Zeitfahren werden für seine Entscheidung entscheidend sein. Wahrscheinlich konzentriert er sich auf Frühjahr und Tour, um sich an das neue Umfeld, Material und System zu gewöhnen.
Florian Lipowitz, Dritter der Tour 2025, dürfte die alleinige Giro-Führung übernehmen. Mit Giulio Pellizzari und möglicherweise Jai Hindley im Team hat er starke Unterstützung. Roglic könnte in der Schweiz und bei der Tour starten – als Mentor und Helfer, aber ohne Druck. Für den Routinier wäre das eine Chance, noch einmal mit Freude zu fahren, statt um jeden Preis Ergebnisse liefern zu müssen.
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Tom Pidcock
Pidcocks Grand-Tour-Kalender hängt ganz von der Einladung des Q36.5 Pro Cycling Teams ab. Eine Wildcard für den Giro erscheint realistisch, doch um dort konkurrenzfähig zu sein, müsste der Brite im Frühjahr Abstriche machen. Nach seinem erfolgreichen Sommer 2025 dürfte er aber bereit sein, diesen Weg zu gehen.
Seine Allround-Fähigkeiten und Erfahrung mit Hitze und Druck machen ihn zu einem idealen Tour-Fahrer. Trotzdem wäre es klug, alles auf eine Teilnahme an der Tour zu setzen, wo das Team mit seinen Neuzugängen erstmals echte WorldTour-Stärke ausstrahlt.
Juan Ayuso
Der Spanier startet 2026 in einem neuen Umfeld – und das mit großen Erwartungen. Mads Pedersen und Jonathan Milan zielen auf Etappensiege bei der Tour, Mattias Skjelmose auf die Gesamtwertung des Giro. Ein realistischer Plan wäre daher: Skjelmose führt das Team beim Giro, Pedersen und Milan bilden das Sprinter-Duo bei der Tour, während Ayuso dort die Gesamtwertung ins Auge fasst.
Ein Giro-Start würde für Ayuso nur Sinn ergeben, wenn Skjelmose auf die Tour ausweicht – was derzeit nicht geplant ist. Um Konflikte zu vermeiden und das Teamgefüge zu schützen, ist die Tour für ihn die naheliegende Wahl. Dort muss er zeigen, dass er eine Grand Tour anführen kann.
Oscar Onley
Oscar Onley überraschte 2025 mit Platz vier bei der Tour de France. Eine Steigerung scheint kaum möglich. Daher wäre der Giro d’Italia für den Schotten die logische nächste Etappe seiner Entwicklung.
Das Picnic PostNL-Team hat bei dreiwöchigen Rennen jedoch noch Defizite. Onley profitierte 2025 von der Pogacar-Vingegaard-Schlacht, die viele Gegner früh schwächte. Beim Giro könnte er selbst das Rennen gestalten und ein Podium anpeilen – ein realistisches Ziel, das neue Motivation schafft.
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Bahrain Victorious
Bei Bahrain Victorious ist die Grand-Tour-Planung ein Puzzle mit vielen gleichwertigen Teilen. Lenny Martínez passt ideal in die Tour und dürfte sie mit den Ardennen-Klassikern kombinieren. Antonio Tiberi und Damiano Caruso sind prädestiniert für den Giro, könnten dort aber frischen Wind gebrauchen. Eine neue Herausforderung – etwa die Vuelta – wäre für Tiberi sinnvoll.
Santiago Buitrago bleibt in jeder Rundfahrt ein Kandidat für Etappensiege und die Top 10, während Pello Bilbao und Afonso Eulálio als vielseitige Helfer oder Ausreißer glänzen können. Die Tiefe des Kaders ist groß, die Hierarchie aber offen.
Decathlon CMA CGM
Das französische Team wächst rasant – und mit ihm der Erwartungsdruck. Im Fokus steht der junge Superstar Paul Seixas. Doch eine Tour-Teilnahme wäre verfrüht: Der Medienrummel in Frankreich wäre enorm. Ein späterer Grand-Tour-Einstieg – etwa bei der Vuelta – erscheint ideal, um sich ohne übermäßigen Druck zu entwickeln.
Felix Gall könnte 2026 den Giro bestreiten, dessen bergiges Profil ihm perfekt liegt. Matthew Riccitello dürfte zwischen Giro und Tour pendeln, während Sprinter Olav Kooij bei der Tour auf Etappensiege jagt. So kann das Team in beiden Rennen konkurrenzfähig auftreten, ohne die Talente zu überlasten.
INEOS Grenadiers
Das einst dominante Grand-Tour-Team sucht weiter nach einem klaren Leader. Thymen Arensman, Egan Bernal, Carlos Rodríguez und Kévin Vauquelin bieten Qualität, aber keiner scheint aktuell in der Lage, eine Grand Tour zu gewinnen.
Arensman benötigt einen leichten Start in die Saison, wenn er in der Gesamtwertung mitreden will, wird aber kaum alleiniger Kapitän sein. Vauquelin dürfte die Tour anstreben, Bernal und Rodríguez könnten zwischen Giro und Vuelta rotieren. Parallel fokussiert sich das Team stärker auf Etappensiege durch Fahrer wie Ben Turner, Axel Laurance und Filippo Ganna.
Soudal – Quick-Step
Nach dem Abgang von Remco Evenepoel muss Soudal-Quick-Step sein Profil neu definieren. Mikel Landa, der 2024 auf Topniveau fuhr, bleibt der logische Leader für den Giro d’Italia. Sein Sturz im Vorjahr war bitter, doch das Erfolgsmodell bleibt: Giro-Fokus mit Paul Magnier als Co-Kapitän, während sich das Team bei der Tour auf Sprinter Tim Merlier konzentriert und um Etappensiege kämpft – ganz wie in der Vor-Evenepoel-Ära.
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
- Sorry für meine Vertipper. Seltsam, dass man nichtmal 5 Minuten lang editieren kann.Wurm25-10-2026
- Ich bon etwas verwirrt, das ganze Jahr hieß es "Ineos hat mit Netcompany nen 100 Millionen Euro Fisch an Land gezogen. Plus das Total Enerfie Geld sollte doch genug vorhanden sein. Oder hat ne absurde Ablöse für Onley alles verbraucht? Dann sollte dwe Verantwortliche evtl gehangen werden ;)Wurm25-10-2026
- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026













