„Wenn Pogacar an der absoluten Spitze allein ist, ist Vingegaard in der Kategorie darunter ebenfalls allein“ – Romain Bardet verteidigt seinen Paris–Nizza-Sieg angesichts der Debatte über die Stärke des Feldes

Radsport
Dienstag, 17 März 2026 um 14:00
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Romain Bardet ist der Ansicht, dass Jonas Vingegaards dominanter Sieg bei Paris–Nizza im Kontext der aktuellen Hierarchie des Radsports betrachtet werden sollte – und nicht wegen des Teilnehmerfelds abgewertet.
In seiner Analyse für Eurosport.fr argumentierte der frühere Tour-de-France-Podiumsfahrer, der Leader von Team Visma | Lease a Bike gehöre weiterhin klar zur Elite des Sports. „Wenn Pogacar ganz oben allein ist, dann ist Vingegaard auch in der nächsten Kategorie allein“, sagte Bardet. „Da ist er – und dahinter kommen die anderen.“

Vingegaards Dominanz entfacht Debatte

Vingegaards Triumph beim „Rennen zur Sonne“ war sein erster Auftritt der Saison 2026 nach einem gestörten Winter mit Trainingssturz in Spanien und Krankheit, die sein Comeback verzögerten.
Trotz dieser Unterbrechungen übernahm der zweifache Tour-de-France-Sieger rasch die Kontrolle über das Rennen. Vingegaard gewann zwei Etappen in der entscheidenden Wochenmitte und baute im Gesamtklassement einen souveränen Vorsprung auf, der schließlich über vier Minuten betrug.
Zugleich löste der Rennkontext eine Debatte über die Stärke der Konkurrenz aus.
Tadej Pogacar, weithin als dominierender Fahrer dieser Ära angesehen, stand nicht am Start. Weitere große Rundfahrer wie Joao Almeida, Remco Evenepoel, Isaac Del Toro und Paul Seixas fehlten ebenfalls, während Juan Ayuso nach einem Sturz in der Windkantenetappe früh in der Woche aufgeben musste.

Bardet ordnet die Leistung im Vergleich zu anderen Frühform-Maßstäben ein

Bardet räumte ein, dass Paris–Nizza nicht zwangsläufig den klarsten Vergleich mit einigen der früheren Saison-Highlights bot. „Bei diesem Paris–Nizza gab es nicht viele Tage mit Idealbedingungen für extreme Watt-Leistungen“, erklärte Bardet. „Aber was Vingegaard zeigte, war nicht auf dem Niveau von Remco Evenepoel in Valencia, Isaac Del Toro bei der UAE Tour oder natürlich Tadej Pogacar bei Strade Bianche…“
Die Aussagen des Franzosen verorten Vingegaards Auftritt im breiteren Kontext der Frühjahrskampagne, in der mehrere Fahrer bereits eindrucksvolle Vorstellungen geliefert haben.

Pogacar bleibt der Maßstab

Dennoch sieht Bardet die Hierarchie im Wesentlichen unverändert. „Am Donnerstag hat er nicht alle deklassiert“, sagte Bardet. „Ich denke, zu Pogacar besteht weiterhin eine Lücke. Jedenfalls ist er unangreifbar, wenn er das Niveau von 2024 und 2025 hält.“
Der Franzose ergänzte, dass selbst frühere, stärkste Versionen von Vingegaard Mühe hätten, dieses Niveau zu erreichen.
„Selbst der Vingegaard von 2022 oder 2023, der tatsächlich weniger stark war als derselbe Fahrer 2025, würde dieses Niveau nicht erreichen“, führte Bardet aus. „Wenn Pogacar ganz oben allein ist, dann ist Vingegaard auch in der nächsten Kategorie allein. Da ist er – und dahinter kommen die anderen.“

Ein Sieg mit weiterhin hohem Stellenwert

In diesem Rahmen legt Bardets Analyse nahe, Vingegaards Paris–Nizza-Sieg nicht allein wegen der fehlenden Namen auf der Startliste abzuwerten.
Pogacar mag derzeit in einer eigenen Liga fahren, doch Vingegaard bleibt der Fahrer, der diesem Level am ehesten nahekommt. Selbst in einem Rennen, in dem mehrere Rivalen fehlten oder ausschieden, untermauerte der Däne jene Position, die Bardet beschreibt: Pogacar an der Spitze, Vingegaard knapp dahinter – und das restliche Peloton in der Verfolgung.
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