Mathieu van der Poel ist seit mehreren Saisons immer wieder Ziel ausufernder Cross‑Fans, die ihn bespuckt, mit Urin beworfen und zuletzt sogar Rauch ins Gesicht geblasen haben. Als er deshalb beim Azencross Loenhout nach einer Kollision mit einem Zuschauer beinahe stürzte, galt der Vorfall zunächst als gezielte Aktion. Inzwischen gibt es jedoch eine neue Kameraperspektive – und die Aussagen des Zuschauers, der beinahe eine Katastrophe verursacht hätte.
Mathieu van der Poel: Fast-Sturz durch Fan – neue Perspektive
Der Zwischenfall ereignete sich in den Anfangsrunden auf einer schnellen Geraden, als van der Poels Lenker ausschlug, nachdem ein Zuschauer hinter der Absperrung ihn berührt hatte. Der Weltmeister geriet ins Wackeln und blickte sichtlich verärgert zurück. Für den Rennausgang spielte es keine Rolle: Van der Poel fuhr anschließend souverän zum Sieg. Für viele Beobachter blieb es dennoch ein Schreckmoment, der wie ein absichtlicher Angriff wirkte.
Die Realität liegt jedoch in einer Grauzone. Es war haarscharf und hätte böse enden können, war aber keine Absicht. Sporza sprach mit dem identifizierten Zuschauer, der nach dem Vorfall von der Polizei abgeführt wurde. „Ich habe wirklich nichts gegen Mathieu van der Poel. Ich fühle mich schuldig – es war überhaupt nicht meine Absicht. Ich liebe den Cross-Sport, das ist das Letzte, was ich wollte. Ich möchte mich bei Mathieu nochmals entschuldigen.“ Für die Disziplin bleibt es dennoch ein weiterer dunkler Moment – beinahe hätte der Weltmeister in einer Schlüsselphase der Cross-Saison den Boden geküsst.
Christophe Impens, Rennorganisator, hält diese Darstellung für glaubhaft. „Sehen Sie, wir hatten hier 15.000 Fans, die sich vorbildlich verhalten haben. Das war ein unglücklicher Zwischenfall. Hoffentlich nimmt Mathieu es nicht zu schwer, und wir finden eine gütliche Lösung. Er möchte sich bei Mathieu auch persönlich entschuldigen.“
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.
The spectator who caused today’s accident to Sporza:
“I have nothing against Mathieu van der Poel. I feel terribly guilty. It was never my intention. I love cyclocross, so this is the last thing I wanted to happen. I’d like to apologise to Mathieu again.”
Mathieu said on this: