UAE Team Emirates - XRG setzte die taktischen Hebel beim jüngsten
Omloop Het Nieuwsblad perfekt an, zerriss das Feld und brachte den formstarken Florian Vermeersch zu einer beeindruckenden Fahrt und einem Platz auf dem Schluss‑Podium. Dennoch wurde die Entscheidung des Belgiers, mit
Mathieu van der Poel zusammenzuarbeiten, vielfach hinterfragt und kritisiert. Ex-Profi
Laurens ten Dam lieferte seine Einschätzung. „Er erzwingt selbst die Selektion am Molenberg und weiß wahrscheinlich nicht, dass Van der Poel durch den Sturz vorher kurz raus war. Vielleicht dachte er deshalb, er sei auf Augenhöhe mit Mathieu“, sagte ten Dam im Podcast Live Slow Ride Fast.
Das Szenario war erwartbar, doch es war van der Poels erstes Rennen der Saison – ein Faktor, der den Ausgang gegenüber dem bereits formstarken Vermeersch hätte verändern können.
Als van der Poel jedoch auf Vermeerschs Attacke reagierte – ebenso wie
Tim van Dijke – war klar, dass seine Form stimmte. „Man schlägt ihn nicht, indem man einfach genauso hart von vorne fährt; es ist schließlich Mathieu van der Poel“, argumentierte ten Dam weiter.
„Und ich verstehe, dass man es schätzt, wenn er so mitfährt und man sehen will, wer der Stärkste ist, aber so funktioniert Radsport nicht. Manchmal musst du erst den Teller des anderen leer essen, bevor du mit deinem eigenen beginnst.“
Die Aussagen des Niederländers befeuern erneut die Debatte, wann man mit Fahrern wie van der Poel und Tadej Pogacar arbeiten sollte – oder eben nicht. Beide dominieren häufig die Rennen und erhalten dennoch Unterstützung von Rivalen, die nur geringe Siegchancen haben.
Auseinandersetzung mit Tim van Dijke
Ein Podestplatz ist allerdings viel wert, besonders für einen Fahrer wie Vermeersch, der Tadej Pogacar als Teamkollegen hat und dessen Möglichkeiten in den Frühjahrsklassikern dadurch deutlich eingeschränkt sind. Ein anderes Vorgehen zeigte hingegen Tim van Dijke, der sich an das Hinterrad des Duos heftete und am Ende auf den zweiten Platz sprintete.
Das blieb nicht ohne Folgen. Wenn auch subtil, wirkte es so, als habe van der Poel seinem Landsmann im Ziel den Gruß verwehrt. „Man sieht danach, dass Van der Poel Tim van Dijke einfach weiterfahren lässt und auf Vermeersch wartet, um ihn zu umarmen“, merkt ten Dam an.
„Er hofft natürlich, dass der Belgier ihm das nächste Mal, wenn er in seinen guten Büchern steht, ähnlich entgegenkommt; das ist auch für Van der Poel angenehm.“ Langfristig könnte Vermeersch also vom gemeinsamen Aufwand an diesem Wochenende profitieren. Für Van Dijke gilt das weniger: „Die beiden sind Kumpels (abseits der Rennen, Anm.). Dass er zuerst zu Vermeersch geht, sagt viel darüber aus, wie Van der Poel das einordnet.“