Die Dominanz von Tadej Pogačar bei der
Tour de France 2026 ließ aus Sicht von
Bauke Mollema kaum Zweifel an der Überlegenheit von UAE Team Emirates – XRG aufkommen. Über die gesamten drei Wochen präsentierte sich das Team nahezu fehlerfrei – selbst als eine Krankheitswelle in der Schlussphase den Kader personell schwächte.
Dennoch geriet die Mannschaft nie ernsthaft ins Wanken. Auch der Ausstieg von Brandon McNulty auf der 18. Etappe brachte das Team nicht aus dem Konzept. Im Gegenteil: Nur einen Tag später feierte Pogačar den prestigeträchtigen Etappensieg auf der Alpe d’Huez.
Mollema fordert kleinere Teams bei der Tour de France
Beeindruckt von der Übermacht der Emirati-Mannschaft greift Mollema eine alte Forderung wieder auf. Seiner Meinung nach sollte die ASO die Teamgröße bei der Tour de France von derzeit acht auf künftig nur noch sechs Fahrer reduzieren. Das würde nicht nur neue taktische Möglichkeiten eröffnen, sondern auch Platz für zwei bis drei zusätzliche Wildcards schaffen – und damit den ProTeams zugutekommen.
Bauke Mollema spricht sich für kleinere Teams bei der Tour de France aus und sieht darin Vorteile für Sicherheit und Rennverlauf.
„Teams mit nur sechs Mann bei der Tour, das würde ich gern sehen. Wen würden sie dann zu Hause lassen? Pogačar braucht auch zwei Männer für die Flachetappen. Sie müssten wirklich hart auswählen und könnten das Rennen niemals so kontrollieren. Schon gar nicht, wenn sie zugleich mit Krankheit oder Stürzen umgehen müssen – so wie heute“, schrieb Mollema in seiner Kolumne für das
Dagblad van het Noorden.
„Romandie mit 100 Fahrern war großartig“
Als Argument verweist der Niederländer auf seine Erfahrungen bei der Tour de Romandie 2026. Dort verzichteten vier WorldTour-Teams auf einen Start. Möglich machte dies die neue Regelung, nach der Mannschaften innerhalb desselben UCI-Zyklus (2026 bis 2028) pro Jahr auf ein WorldTour-Rennen verzichten dürfen. Für Mollema zeigt dieses Beispiel, dass kleinere Starterfelder auch die Sicherheit erhöhen können.
„Außerdem wäre es gut für die Sicherheit im Feld. Ich bin kürzlich die Tour de Romandie gefahren, dort fuhren die Teams mit sieben Fahrern und einige WorldTour-Mannschaften hatten ebenfalls zurückgezogen. Wir waren nur mit einem Feld von hundert Männern unterwegs. Das sorgte für eine völlig andere Dynamik. Ich habe die ganze Woche keinen einzigen Sturz gesehen. Das war wirklich großartiger Rennsport.“
Die Diskussion über die Teamgrößen bei Grand Tours ist im Peloton keineswegs neu. Bereits 2018 wurde die Zahl der Fahrer pro Mannschaft von neun auf acht reduziert – mit dem Ziel, die Sicherheit zu erhöhen und die Rennen unberechenbarer zu machen. Weniger als zehn Jahre später steht eine weitere Verkleinerung nun erneut zur Debatte.