"Ein Neuanfang" - Niamh Fisher-Black will aus dem Schatten von Vollering und Kopecky treten und gewinnen
Radsport
Niamh Fisher-Black, die 24-Jährige aus Nelson, Neuseeland, hat einen bedeutenden Schritt in ihrer Karriere gemacht, indem sie das Team SD Worx - Protime verlässt und zu Lidl-Trek wechselt. Fisher-Black, die 2020 die neuseeländische Landesmeisterschaft gewann, ist gespannt, wie weit sie sich in ihrem neuen Umfeld entwickeln kann.
"Ich bin wirklich motiviert, um zu sehen, welches Potenzial in mir steckt", sagte Fisher-Black gegenüber Cyclingnews. "Ich denke, es ist schwierig, ein Spitzenfahrer zu werden, ich muss noch viel wachsen und es gibt eine Menge Dinge, an denen ich arbeiten muss, und es braucht viel Unterstützung und nicht nur die Erwartung, dass man diese Unterstützung bekommt, sondern auch zu lernen, diese Unterstützung einzufordern."
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Sie ist sich auch der Bedeutung von Führungsqualitäten im Sport bewusst. "Ich muss auch lernen, eine Führungspersönlichkeit zu sein, und ich glaube, das ist es, was viele wirklich gute Radsportler oder Athleten vergessen - dass dies ein Teamsport ist. Das ist mein nächster Schritt, um das Team kennenzulernen und zu sehen, ob ich diese Rolle vielleicht übernehmen könnte.
Fisher-Black kam als junge Reiterin zu SD Worx und hatte trotz wertvoller Erfahrungen das Gefühl, dass sie eine Veränderung brauchte, um weiterzukommen. "Mit einem Neuanfang, einer reinen Weste, ist es für mich eine wirklich gute Möglichkeit, diesen Schritt zu machen. Ich meine, ich bin als junges Mädchen zu SD Worx gekommen und ich denke, dass ich für sie immer dieses junge Mädchen bleiben werde. Ein neues Umfeld gibt mir vielleicht eine neue Gelegenheit, aus dieser Schublade herauszutreten."
Während ihrer Zeit bei SD Worx-Protime fuhr Fisher-Black an der Seite von Stars wie Lotte Kopecky und Demi Vollering. Trotz Vollerings Weggang ist das Team mit der Rückkehr der legendären Anna van der Breggen weiterhin stark. Dennoch betont Fisher-Black, dass sie bei SD Worx nie chancenlos war.
"Ich sage es immer wieder: Ich glaube nicht, dass ich jemals keine Chance bei SD Worx bekommen habe, und letzten Endes geht es nicht darum, welche Chancen man bekommt, wenn man an der Spitze des Sports stehen will, man muss zeigen, dass man gut genug ist", erklärte sie.
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"Ich gehörte zu den besten Fahrern der Welt, und wenn ich an die Weltspitze und an die Spitze der Rennen kommen wollte, musste ich genauso gut sein wie sie, wenn nicht sogar besser."
Fisher-Black glaubt, dass das Umfeld von Spitzensportlern ihr geholfen hat, an ihre Grenzen zu gehen. "Es war eine Herausforderung, die mich motiviert hat, und auf dem Weg dorthin haben sich mir viele Gelegenheiten geboten - ich hatte Ausreißer und erinnere mich, dass ich in den ersten Jahren unzählige Führungstrikots getragen habe. Ich glaube nicht, dass mir jemals etwas weggenommen wurde, aber vielleicht ist das einfach meine Persönlichkeit, und das Zusammensein mit erfolgreichen Menschen hat mich auch beflügelt.
Warum Lidl-Trek?
Ihr Wechsel zu Lidl-Trek war eine wohlüberlegte Entscheidung, die auf ihren Beobachtungen des Teams über mehrere Jahre hinweg beruhte. "Ich war vier Jahre lang in dieser Szene und bin gegen dieses Team gefahren. Man lernt die Fahrer im Peloton kennen, und man sieht, wie das Team fährt", erklärte Fisher-Black.
Gespräche mit der Teamleitung überzeugten sie, den Wechsel zu vollziehen. "Ich habe mich mit dem Managementteam und Ina selbst zusammengesetzt und ein Gespräch geführt, und ich glaube, das hat gereicht. Man kann die Absichten des Teams einschätzen, und sie haben an mich geglaubt, und das hat mich motiviert."
Auch die Unterstützung durch ihre Familie spielte bei ihrer Entscheidung eine wichtige Rolle. "Als wir beide im letzten Jahr vor diesen Entscheidungen standen, haben wir uns gegenseitig beraten und uns geholfen. Mein Bruder hat mir auf jeden Fall geholfen, denn eine Veränderung ist eine wirklich beängstigende Aussicht", gab sie zu.
Sie räumte ein, dass ein Teamwechsel nicht nur ein Karriereschritt, sondern auch eine transformative Erfahrung ist. "Wir sind beide in sehr, sehr netten Teams, aber für ihn ist es genauso eine neue Chance und eine neue berufliche Richtung wie für mich. Es ist cool, dass wir das zur gleichen Zeit machen können und uns hoffentlich gegenseitig helfen, wenn es ein paar Tiefs gibt, denn Veränderungen sind wirklich sehr, sehr schwer und ein Teamwechsel verändert viel."
Fisher-Black ist auch optimistisch, was die sich entwickelnde Landschaft des Frauenradsports angeht. "Die Verteilung der wirklich großartigen Fahrerinnen ist breiter gefächert, und ich finde das wirklich aufregend", sagte sie. "Ich glaube, dass die Rennen anders sein werden. Es wird sich anders anfühlen. Es wird andere Teams an der Spitze geben und andere Fahrerinnen an der Spitze.
Sie glaubt, dass der zunehmende Wettbewerb den Sport vorantreiben wird. "Das reizt mich, denn es wird eine Herausforderung sein, neue Wege des Rennsports zu verstehen und nach neuen Leuten Ausschau zu halten, denn jedes Jahr sehen wir auch neue Talente auftauchen. Und gerade im letzten Jahr hat sich der Frauenradsport so sehr gesteigert, dass es mich nicht überraschen wird, dass der Unterschied an der Spitze immer kleiner wird."
Mit ihrem Dreijahresvertrag im Rücken konzentriert sich Fisher-Black darauf, sich zu verbessern und Ergebnisse zu erzielen. "Jedes Jahr möchte ich besser werden, und dieses Team hat diese Richtung eingeschlagen, und ich merke, wenn ich mit ihnen zusammen bin, dass es nur darum geht, besser zu werden", sagte sie. "Es gibt immer einen Weg, besser zu werden, und das ist für mich sehr motivierend, und das ist auch der Grund, warum wir sehen, dass unser Sport so viel schneller wird und das Niveau immer weiter steigt."
Mit Blick auf die Zukunft ist Fisher-Black bestrebt, zum Erfolg von Lidl-Trek beizutragen. "Lidl-Trek hat mir mit den drei Jahren eine wirklich großartige Chance gegeben und ich hoffe, dass ich mich revanchieren kann. Das bedeutet, dass ich einige Rennen gewinnen und hoffentlich zu einem der besten Fahrer des Teams aufsteigen werde. Außerdem möchte ich die anderen Fahrer des Teams unterstützen und mit Gaia Realini zusammenarbeiten. Darauf freue ich mich sehr."

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








