UMFRAGE: Wer hat die Einzelleistung des Jahres 2025 erbracht? - Jetzt für die Radsportaktuell-Jahresawards abstimmen
Radsport
In einer Saison voller Dramatik, Dominanz und Trotz schaffte es eine Handvoll Fahrer, mit Leistungen hervorzustechen, die nach Wiederholungen verlangten. Von weitreichenden Solosiegen bis hin zu perfekt getimten Schlägen in den größten Rennen des Sports waren dies die Fahrten, die das Jahr 2025 definierten - diejenigen, die Sie dazu brachten, sich nach vorne zu setzen, den Bildschirm anzuschreien oder ungläubig den Kopf zu schütteln.
Wir haben acht unvergessliche Eintagesrennen - entweder eine Grand-Tour-Etappe oder einen Eintagesklassiker - in die engere Auswahl genommen, die die Saison zum Leuchten brachten. Jetzt sind Sie an der Reihe: Wer lieferte die spektakulärste Leistung des Jahres 2025? Unter den Kandidaten können sie für die Radsportaktuell-Jahresawards abstimmen.
Simon Yates - Giro d'Italia Etappe 20 (Colle delle Finestre)
So sieht Wiedergutmachung aus. An demselben Anstieg, der seine Giro-Hoffnungen 2018 zunichte machte, startete Simon Yates auf der 20. Etappe. Mit dem Rückstand auf die Gesamtwertung und mit allem, was dazugehört, ließ er 40 km vor dem Ziel Isaac del Toro und Richard Carapaz hinter sich und schloss dann im Tal zu Wout van Aert auf, um seine Führung auszubauen. Bei der Zielankunft in Sestriere schnappte sich Yates das Rosa Trikot und entschied das Rennen für sich. Es war eine dramatische, trotzige Fahrt - die Art, die Grand Tours gewinnt und alte Rechnungen begleicht.

Yates hat seine Dämonen besiegt und das Maglia Rosa gewonnen
Tadej Pogacar - Weltmeisterschaft im Straßenrennen (Kigali, Ruanda)
Eine Weltmeisterschaftsverteidigung für die Ewigkeit. Auf einem hügeligen Rundkurs in Kigali attackierte Pogacar über 100 km vor dem Ziel und fuhr 66 km vor dem Ziel allein weiter. Er hat nie zurückgeschaut. Weder Evenepoel noch Ayuso oder Del Toro konnten ihn einholen. Mehr als zwei Stunden lang fuhr Pogacar allein und überquerte die Ziellinie mit über einer Minute Vorsprung vor den Verfolgern - die Regenbogenstreifen blieben erhalten, die Radsportwelt war fassungslos. Es war ein Meisterwerk über weite Strecken und wohl die kompletteste Eintagesfahrt seiner ohnehin schon unglaublichen Karriere.

Pogacar sicherte sich in Kigali zwei Weltmeistertitel hintereinander
Mathieu van der Poel - Mailand-San Remo
Wenn man sowohl Tadej Pogacar als auch Filippo Ganna auf der Via Roma überlistet, ist das etwas Besonderes. Van der Poel machte jede von Pogacars scharfen Attacken auf dem Poggio mit, dann verfolgte er einen gefährlichen Zug von Ganna auf der Abfahrt. Als alle drei auf dem letzten Kilometer noch zusammen waren, schlug Van der Poel aus der Distanz zu - ein 300-Meter-Sprint, dem keiner der Rivalen etwas entgegensetzen konnte. Er war kalkuliert, kraftvoll und unbarmherzig effektiv. Ein zweiter Mailand-Sanremo-Titel, gewonnen gegen die Besten der Welt.
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Tadej Pogacar - Lüttich-Bastogne-Lüttich
Sein dritter Sieg in La Doyenne, aber wohl der brutalste. Pogacar, der das Regenbogentrikot trug, griff 35 km vor dem Ziel an der Côte de La Redoute an und verschwand einfach. Keiner konnte ihm folgen. Als er Lüttich alleine erreichte, hatte er bereits über eine Minute Vorsprung auf die Verfolger. Das war Lüttich im Handumdrehen: Kraft, Gelassenheit und Dominanz mit dem Regenbogen auf dem Rücken. Wenn sein Sieg bei den Weltmeisterschaften auf der Langstrecke ein Kraftakt war, dann war dies der reine Abriss.

Pogacar war in Lüttich dominant
Wout van Aert - Tour de France Etappe 21 (Montmartre-Champs-Élysées)
Feuerwerk am Schlusstag. Zum ersten Mal in der Geschichte der Tour gab es beim Finale in Paris einen Anstieg auf den Montmartre, und die Zeiten für die Gesamtwertung wurden neutralisiert. Das öffnete die Tür - und Van Aert stürmte direkt hindurch. Nachdem Pogacar die Beine bei jeder Steigung auf die Probe gestellt hatte, griff Van Aert 6 km vor dem Ziel am letzten Anstieg zum Montmartre an. Er setzte sich vom Feld ab und siegte auf der Champs-Élysées im Regen allein. Eine Etappe, die normalerweise den Sprintern vorbehalten ist, wurde zum Paradestück für den belgischen Allrounder - und sein 10. Tour-Sieg in seiner Karriere war vielleicht der spektakulärste.

Der wohl beeindruckendste Sieg in Van Aerts Karriere
Jonas Vingegaard - Vuelta a España Etappe 20 (Bola del Mundo)
Die Aussage eines Champions. Auf der Königsetappe der Vuelta beendete Vingegaard das Rennen mit einem verheerenden Schlussanstieg auf die Bola del Mundo. Als João Almeida versuchte, ihn herauszufordern, folgte der Däne nicht einfach - er konterte hart und fuhr allein zum Gipfel. Es war sein dritter Etappensieg in diesem Rennen, und er sicherte sich das Rote Trikot einen Tag vor dem Ziel. Im aufreibendsten Grand-Tour-Finale des Jahres war Vingegaard der Stärkste.
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Tadej Pogacar - Europameisterschaft Straßenrennen
Eine andere Strecke, ein anderer brutaler Sieg. In einem regennassen Finale auf den französischen Straßen entfachte Pogacar die Europameisterschaft, indem er erneut einen Alleingang aus der Ferne startete. Trotz aller Bemühungen der Verfolger - darunter Remco Evenepoel und Paul Seixas - blieb er auf Distanz und gewann seinen ersten europäischen Titel. Damit gelang ihm ein unglaubliches Doppel: Regenbogentrikot und Europatrikot, innerhalb von einer Woche.

Pogacar war bei der Europameisterschaft nicht zu stoppen
Mathieu van der Poel - Paris-Roubaix
Ein Monument-Showdown für die Ewigkeit. Van der Poel und Pogacar lieferten sich auf dem Kopfsteinpflaster in Nordfrankreich einen Schlagabtausch bis zum Velodrom von Roubaix. Pogacar griff in den Fünf-Sterne-Sektoren hart an, aber Van der Poel ließ sich nicht abschütteln. Dann, auf dem berüchtigten Carrefour de l'Arbre, setzte Van der Poel zum Angriff an - eine rasante Beschleunigung, die den Weltmeister schließlich brach. Er fuhr allein ins Velodrom und holte sich seinen zweiten Roubaix-Titel. Ein Schwergewichtskampf, entschieden durch rohe Gewalt. Wenn Mailand-Sanremo chirurgisch war, dann war das hier brutal.

Van der Poel besiegte Pogacar in einem Kopf-an-Kopf-Rennen auf dem Kopfsteinpflaster
Entscheiden Sie sich: Welche Fahrt hat Sie sprachlos gemacht?
Das waren die Momente, die die Saison 2025 unvergesslich machten - ein Fahrer, ein Tag, die totale Dominanz. Doch welche Leistung verdient den Titel "Einzelleistung des Jahres"?
Stimmt unten ab - und schaut nächste Woche wieder vorbei, um zu sehen, wen ihr gekrönt habt.

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
- Sorry für meine Vertipper. Seltsam, dass man nichtmal 5 Minuten lang editieren kann.Wurm25-10-2026
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- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








