„Er wird immer wiederkommen, solange er nicht gewinnt“: Philipsen weiß, dass Pogacar Sanremo und Roubaix nie aufgeben wird

Radsport
Mittwoch, 25 Februar 2026 um 11:00
vanderpoel-philipsen-imago1063653433
Jasper Philipsen war einer der prägenden Akteure der Klassiker-Kampagne 2024 mit einem Sieg bei Milano-Sanremo und Rang zwei in Paris-Roubaix – zum zweiten Mal hinter seinem Kapitän Mathieu van der Poel. Die Saison 2025 verlief für den vielseitigen Sprinter hingegen enttäuschend, nun peilt er in den kommenden Wochen die Wende an. Am liebsten mit einem frühen Erfolg schon beim Omloop Het Nieuwsblad – ein Rennen, das Van der Poel 2026 auslässt.
Aus der Volta ao Algarve in der vergangenen Woche wurde jedoch deutlich: Um seine Topform zu erreichen, braucht Philipsen wohl mehr als nur eine Trainingswoche. Der 27-Jährige tat sich schwer, seine Endschnelligkeit gegen Paul Magnier oder Jordi Meeus auszuspielen. Beide gehören auch beim Heimrennen Omloop zu seinen Rivalen. Ungeachtet des Abschneidens in Portugal zeigt sich Philipsen gelassen:
„Das Gefühl ist grundsätzlich gut“, sagte er dem Radsportjournalisten Daniel Benson. „Ich hatte ein langes Trainingslager zur Vorbereitung auf die Klassiker. Hier hat uns etwas Schwung und Explosivität gefehlt, um es zu Ende zu bringen. Das erhoffte Resultat ist nicht gekommen, aber wir haben größere Ziele.“
Ein früher Sieg würde den Kopf dennoch freimachen vor dem großen Frühlingsblock. „Das nimmt ein wenig Druck, aber das Team weiß, was es tut, und wir sind überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Alle Anzeichen sind positiv, doch ein gutes Ergebnis wäre fürs Selbstvertrauen schön gewesen.“

Alpecin kann mehrere Karten ausspielen

Mit seinem Klassiker-Profil könnte Philipsen bei den meisten Teams problemlos Führungsansprüche stellen, bei Alpecin – Premier Tech ist das anders. In der belgischen Mannschaft sind die Rollen klar verteilt – und Mathieu van der Poel hat Priorität.
„Wenn Mathieu startet, gibt es einen klaren Leader“, stellt Philipsen klar. „Er kann solo attackieren, das setzt andere Teams stark unter Druck und schafft eine andere Dynamik. In der Vergangenheit haben wir aber gezeigt, dass wir uns gut ergänzen und verstehen. Wir werden sehen, wie sich das Rennen entwickelt. Mit Mathieu können wir attraktiven Rennsport zeigen. Es könnte etwas defensiver werden, aber wir haben viele Möglichkeiten.“
Philipsen hofft auf einen zweiten Sieg bei Milano-Sanremo, richtet den Blick aber weiter nach vorn. „Mein großes Ziel ist wohl Paris-Roubaix. Dieses Rennen wird immer wichtig sein. Ich träume davon, und es ist großartig, vorn um den Sieg zu kämpfen. Aber man braucht dort auch eine Portion Glück.“

Tadej hört nicht auf, bis er alles gewonnen hat

Unbestritten ist, dass Tadej Pogacar der Hauptgegner des Alpecin-Duos sein wird. Der Slowene hat die Ronde van Vlaanderen bereits zweimal gewonnen, doch bei Milano-Sanremo war Van der Poel zuletzt sein Kryptonit – entweder siegte er selbst zweimal oder ebnete 2024 Philipsen den Weg. Paris-Roubaix bleibt für Pogacar teils Neuland, ein Fehler im Schlüsselmoment kostete ihn vergangenes Jahr die Chance, Van der Poel um den Sieg zu fordern.
„Solange Tadej Roubaix und Sanremo nicht gewonnen hat, wird er es weiter versuchen“, ist Philipsen überzeugt. „Eines seiner großen Ziele ist, alle Monumente zu gewinnen, also wird er so lange dabei sein, bis es gelingt. Er prägt, wie das Rennen läuft und wie schön es wird – genauso wie Mathieu.“
2025 blieb Pogacar in der Hölle des Nordens ohne Triumph, zeigte aber sofort, dass er die Qualitäten für künftige Siege besitzt. Philipsen würde dennoch lieber selbst gewinnen: „Hätte Pogacar Roubaix gewonnen, käme er wohl nicht so schnell wieder“, scherzt er.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading