„Ich habe das Team gewechselt, um näher an Pogacar und Vingegaard zu sein“ – Remco Evenepoel erklärt seinen Red-Bull-Wechsel nach durchwachsener UAE Tour

Radsport
Mittwoch, 25 Februar 2026 um 12:30
RemcoEvenepoel (2)
Remco Evenepoel hat seine Motivation klar benannt. Sein Wechsel zu Red Bull - BORA - hansgrohe zur Saison 2026 war weder Bequemlichkeit noch Spielerei. Es ging darum, die Lücke zur absoluten Spitze zu schließen.
„Ich habe das Team gewechselt, um näher an Pogacar und Vingegaard zu sein“, sagte er AS während der UAE Tour und erklärte die Überlegungen hinter dem größten Schritt seiner Karriere.
Nach einem dominanten Saisonstart in Spanien brachte Evenepoels erster ernster Test im Mittleren Osten sowohl Ermutigung als auch Frust.
Der Anspruch bleibt jedoch unverändert.

Ein fliegender Start in Spanien

Besser hätte der Auftakt kaum laufen können. Drei Siege in Serie bei der Challenge Mallorca folgten auf den Gesamterfolg bei der Volta a la Comunitat Valenciana, wo er zudem zwei Etappen gewann, darunter das Einzelzeitfahren.
Mitte Februar hatte er bereits sechs Einzelsiege gesammelt.
„Ja, natürlich, ich bin im Team glücklich, es war ein sehr guter Start. Insgesamt sechs Siege, und das freut mich“, sagte er. „Generell ist es ein neues Gefühl mit den Teamkollegen und dem Staff. Im Moment bin ich zufrieden, und wir müssen gemeinsam eine gute Entwicklung beibehalten.“
Die frühen Eindrücke deuteten an, dass der Abschied von Soudal Quick-Step seine Entwicklung nicht gebremst hat. Im Gegenteil: Er schien sie geschärft zu haben.

UAE Tour: Erinnerung an die Berg-Lücke

Die UAE Tour stellte ihn jedoch härter auf die Probe. Evenepoel gewann das Zeitfahren der 2. Etappe auf Hudayriyat Island, kämpfte später in der Woche aber gegen die reinen Kletterer und wurde am Ende Gesamter Zehnter.
Er beschönigte nichts. „Nein, natürlich. Ich bin mit der Absicht hergekommen, das Rennen zu gewinnen. Insofern bin ich ein bisschen enttäuscht.“
„Mit meiner Zeitfahrleistung bin ich zufrieden, aber die Anstiege waren über die Woche hinweg natürlich nicht gut für mich“, bilanziert er. „Jetzt ist es Zeit für eine kleine Pause und dann eine gute Vorbereitung auf die nächsten Rennen.“
Die Enttäuschung blieb sachlich, nicht dramatisch. Ein Etappensieg und wertige Rennhärte liefern dennoch Bausteine. Doch in den Bergen muss der nächste Schritt kommen, wenn er die dominierende Kraft des Pelotons angreifen will.

Katalonien: erster echter Maßstab gegen die Besten

Der nächste große Test folgt bei der Volta a Catalunya, wo er auf Jonas Vingegaard treffen soll. Es wird 2026 die erste Gelegenheit, sich direkt mit einem der zwei Fahrer zu messen, die er bei der Begründung seines Wechsels explizit nannte.
„Ich werde es versuchen, natürlich. Dafür habe ich das Team gewechselt. Ich hatte schon gute Möglichkeiten“, sagt er. „Aus dieser Woche lassen sich schwer Schlüsse ziehen, also müssen wir die Entwicklung beibehalten, Schritt für Schritt gehen und in Katalonien ein besseres Niveau haben. Ich werde wie immer alles versuchen.“
Die Botschaft bleibt konsistent: stetige Progression statt Überreaktion.

Große Ziele, klarer Fokus

Nach seinen langfristigen Ambitionen gefragt, schloss Evenepoel wenig aus. Ein Anlauf auf die Kopfsteinpflaster-Monumente bleibt eine Option für später. „Eines Tages ja, aber nicht dieses Jahr“, sagte er mit einem Lachen.
Zu Mailand–Sanremo war er direkter: „Nein.“
Das Programm 2026 macht die Hierarchie deutlich. Die Ardennen-Klassiker und die Tour de France bilden das Zentrum der Saison.
Die frühen Siege in Spanien zeigten, dass der Motor rund läuft. Die UAE Tour machte klar, wo der nächste Schritt erfolgen muss. Und Katalonien wird erstmals ernsthaft zeigen, ob das Red-Bull-Projekt ihn den beiden Namen näherbringt, die seine Entscheidung geprägt haben.
Pogacar. Vingegaard. Das ist die Messlatte.
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