Diese Ausgabe bietet ein Mannschaftszeitfahren sowie ein Einzelzeitfahren auf den Etappen 1 bzw. 16 und testet die Fahrer deutlich gegen die Uhr – die Gesamtwertung wird nicht nur in den Bergen entschieden. Der Grand Départ steigt in Barcelona, Etappen 2 und 3 enden an kurzen Anstiegen, wo kleine Abstände und explosive Finals zu erwarten sind.
Sieben Etappen sind sehr wahrscheinlich Massensprints (5, 7, 8, 11, 12 und 17). Auch die Ziele in Foix (4) und Paris (21) könnten im Sprint entschieden werden, obwohl unterwegs Anstiege warten.
Die Sprinter stehen in Zentralfrankreich wieder im Rampenlicht
Etappen 9 und 13 sind für Ausreißer maßgeschneidert. In beiden ersten Wochen bieten hügelige Profile goldene Chancen.
Die Bergetappen umfassen einen Pyrenäen-Tag (6) mit Bergankunft in Gavarnie-Gèdre nach dem Col du Tourmalet; Le Lioran (10) im Zentralmassiv nach kurzen, steilen Rampen sowie Le Markstein (14) nach mehreren Vogesen-Anstiegen. Damit sind alle drei Gebirgszüge vertreten, ehe es in die Alpen geht.
In den Alpen wartet die Bergankunft am Plateau de Solaison (15), die am Ende der zweiten Woche große Abstände reißen kann. In der Schlusswoche folgt eine Bergankunft in Orcières-Merlette (18), bevor zweimal die Alpe d’Huez ansteht. Auf Etappe 19 ist der Anstieg der Tageshöhepunkt. Etappe 20 wird ein kolossaler Hochgebirgstag, unter anderem über den Col du Galibier, und endet erneut in der Ski-Station – diesmal nach dem Anstieg über den Col de la Sarenne.
Vorschau auf die 11. Etappe der Tour de France 2026
Ein weiterer Tag unter sengender Sonne – für das Tour-Peloton gibt es wirklich keine Verschnaufpause. Doch es ist eine völlig flache Etappe, ein Tag für einen Massensprint, auch wenn man argumentieren könnte, dass viele Teams Grund haben, schon früh hart anzugreifen und zu versuchen, mit einem Ausreißversuch für eine Überraschung zu sorgen. Aber es gibt auch zahlreiche Teams, die an einem Endspurt interessiert sind.
Tim Merlier hat die letzten beiden Massensprints überzeugend gewonnen, und daher hat Soudal – Quick-Step allen Grund, hart auf einen weiteren Sieg hinzuarbeiten, der Tim Merlier auch dem grünen Trikot näherbringen würde. Er, Jasper Philipsen, Biniam Girmay und Max Kanter wollen dies alle und streben einen Etappensieg an, der ihnen bisher verwehrt geblieben ist. Daher haben alle diese Teams guten Grund, zunächst keine starke Gruppe davonziehen zu lassen und anschließend jeden einzuholen, der sich absetzt.
Olav Kooij konzentriert sich zwar nicht auf die Gesamtwertung, ist aber dennoch ein ernstzunehmender Anwärter auf den Sieg, nachdem er bereits beim ersten Sprint der Tour überzeugt hat. Soren Waerenskjold ist nach seinen Leistungen in der ersten Woche ebenfalls ein Anwärter auf den Sieg, auch wenn Uno-X sich eher darauf konzentrieren sollte, Jonas Abrahamsen an die Spitze des Feldes zu bringen.
Mads Pedersen wird zwar ganz vorne mitmischen, hat aber kaum Siegchancen und hofft, an diesem für ihn ungünstigen Tag so viele Punkte wie möglich zu sammeln, um seine Führung zu verteidigen. Phil Bauhaus, Milan Fretin, Fernando Gaviria, Pavel Bittner, Dorian Godon, Pascal Ackermann, Huub Artz, Anthony Turgis und Rick Pluimers sind ebenfalls Fahrer, die man im Auge behalten sollte.
Prognose zur Tour de France 2026, 11. Etappe
⭐⭐⭐ Tim Merlier
⭐⭐ Jasper Philipsen, Olav Kooij, Biniam Girmay
⭐ Max Kanter, Mads Pedersen, Soren Waerenskjold, Milan Fretin, Pavel Bittner, Phil Bauhaus
Tipp: Tim Merlier
Wie: Normaler Massensprint.
Tour-de-France-Quiz für Radsportkenner (1): Deutsche Tour-Geschichte
10 Fragen · ≈ 5 Min. · 23 Spieler
um in der Rangliste mitzumachen.
Profil Etappe 11: Vichy - Nevers
Auf der 11. Etappe erwartet das Peloton ein leichterer Tag: Das Profil weist keine Anstiege auf, und die Strecke begünstigt die Sprinter. Die Etappe beginnt in Vichy, und der Zwischensprint findet bereits nach nur 27 Kilometern statt. Auf der 161 Kilometer langen Etappe in Richtung Nevers, wo das Finale stattfindet, gibt es jedoch keine Anstiege.
Etappe 11: Vichy - Nevers, 161,3 Kilometer
Auf den letzten Kilometern gibt es zwar einige leichte Kurven, aber nichts allzu Technisches und auch nichts innerhalb der Innenstadt, sodass die Etappe für die Fahrer relativ sicher sein dürfte. Für den Kampf um das grüne Trikot ist dies ein wichtiger Tag.
Etappe 12: Magny-Cours Circuit (Nevers) - Chalon-sur-Saône, 179,1 Kilometer
Etappe 12 ist die nächste Chance für die Sprinter. Ein einfacher Tag ab Nevers – diesmal vom Rennkurs Magny-Cours. Früher Zwischensprint, wenig Schwierigkeiten.
Drei kategorisierte Hügel – nahezu Zwillinge: rund 2 Kilometer bei 4%. Der letzte endet 24 Kilometer vor dem Ziel und ist fürs Finale zu beachten, sollte reine Sprinter jedoch nicht ernsthaft gefährden.
Nach 179 Kilometern ist Chalon-sur-Saône erreicht. Der Kurs führt den ganzen Tag ostwärts, in der Stadt warten binnen der letzten 10 Kilometer einige fordernde Kurven. Ein angespanntes, sehr schnelles Finale mit frischen Beinen nach einem flachen Tag.
Profil Etappe 13: Dole - Belfort
Etappe 13: Dole - Belfort, 205,8 Kilometer
Es geht nordostwärts in Richtung Vogesen. Ein interessanter Tag, auf dem Papier für eine Ausreißergruppe, aber offen für verschiedene Fahrertypen. Start in Dole, längste Etappe der Tour – und die einzige über 200 Kilometer.
Dennoch wird sie schnell, denn weite Teile sind flach. Die ersten zwei Drittel bieten keine nennenswerte Schwierigkeit, keinen kategorisierten Anstieg und keinen Zwischensprint. Das Wesentliche konzentriert sich auf die letzten 75 Kilometer.
Den Auftakt macht der Col des Croix: 5,1 Kilometer bei 4,8%, Kuppe 48 Kilometer vor dem Ziel. Danach geht es südwärts zum Ballon d’Alsace. 8,9 Kilometer bei 6,9% – ein ernstzunehmender Berg.
Hart genug für GC-Attacken; wird er passiv gefahren, kann ein mittelgroßes Feld kontrolliert zur Sprintankunft kommen. Wenige passen ins Schema – daher werden viele die Flucht suchen. Kletterer und Puncheure haben im Ausreißerzug beste Karten.
Die Kuppe liegt 30 Kilometer vor dem Ziel, die Abfahrt misst rund 12 Kilometer. Die finalen 18 Kilometer sind flach, teils leicht bergab – die Geschwindigkeiten sind hoch, Verfolgung wird schwer. In Belfort sind Sprint, Ausreißersieg oder sogar GC-Scharmützel möglich.
Profil Etappe 14: Mulhouse - Le Markstein
Etappe 14: Mulhouse - Le Markstein, 155,3 Kilometer
Ein voller Bergtag in den Vogesen. Nur 155 Kilometer, aber es bleibt stets bergig, mit ungleichmäßigen Anstiegen und technischen Abfahrten. Tückisches Terrain zum Wiedereinstieg ins Hochgebirge.
Start in Mulhouse, ohne Einrollen. Gleich der Grand Ballon: insgesamt 21,5 Kilometer mit fast 5% im Schnitt – verfälscht durch ein Zwischengefälle. Die letzten 6 Kilometer durchschnittlich 8%; von dort ist die spätere Zielregion sichtbar, doch es folgt erst eine komplette Bergschleife.
Über Côl du Page und Ballon d’Alsace steigt die Müdigkeit, große Vorentscheidungen sind dort aber unwahrscheinlich. Nach einer Übergangsphase geht es in den Col du Haag.
Eine Neuerung – und potenzieller Schlüsselmoment. 11,2 Kilometer bei 7,3%, aber sehr ungleichmäßig. Zu Beginn und am Ende Passagen um 10%, dazwischen ein flaches Teilstück.
Die Kuppe liegt 6 Kilometer vor dem Ziel, anschließend führt ein kurzes Flachplateau direkt nach Le Markstein.
Profil Etappe 15: Champagnole - Plateau de Solaison
Etappe 15: Champagnole - Plateau de Solaison, 183,9 Kilometer
Ankunft in den Alpen – mit zwei enorm steilen, harten Anstiegen zum Ende der zweiten Woche. Entscheidungen fallen wohl erst am Schlussberg, das Potenzial ist dennoch groß.
183 Kilometer ab Champagnole, dazwischen mehrere Anstiege. Markant: der Col de la Croisette, 4,6 Kilometer bei 11%, Kuppe 50 Kilometer vor dem Ziel. Aufgrund der Etappencharakteristik wohl ohne Totalselektion, aber brandgefährlich. Kurz darauf schmerzt die Côte du Mont (2,1 km bei 8,3%) zusätzlich.
In Thuet beginnt der Schlussanstieg – zuletzt bei der Tour Auvergne befahren. 11,3 Kilometer bei 9%, einer der härtesten Gipfelziele der Rundfahrt. Steiler Auftakt, brutal selektiv, ein Berg für reine Kletterer – Verstecken unmöglich.
Etappe 16 (EZF): Evian-les-Bains - Thonon-les-Bains, 26,1 Kilometer
Das einzige Einzelzeitfahren – doch ohne Vorteil für reine Spezialisten. Die Organisatoren vermeiden 2026 flache Zeitfahrprüfungen: hügeliges MZF, nun ein hügeliges EZF. Kurz obendrein, also begrenzte Abstände.
Kein Bergzeitfahren, aber Start mit einem 10-Kilometer-Anstieg aus Évian-les-Bains. Die Côte de Larringes steigt im Schnitt 4,3%, mit Zwischenzeit an der Kuppe. Aufgrund der Geschwindigkeit bleibt Aerodynamik entscheidend.
Die Abfahrt ist sehr schnell und teils technisch. Auf dem Zeitfahrrad sind solche Straßen ungewohnt – Vorsicht ist geboten.
Wirklich flache 8 Kilometer gibt es erst in Thonon-les-Bains – auch die sind eher technisch, ohne lange Geraden zur Zeitkonsolidierung.
Profil Etappe 17: Chambéry - Voiron
Etappe 17: Chambéry - Voiron, 174,7 Kilometer
Etappe 17 startet in Chambéry, einer Alpenmetropole, und bietet ein interessantes Profil. Eigentlich ein Tag für Sprinter – vielleicht ihre letzte Chance –, doch die ersten 50 Kilometer klettern 900 Höhenmeter.
Drei kategorisierte Anstiege sind der Grund. Formiert sich die Gruppe früh, wird der Hauptberg – der 3,5 km lange Col des Prés – vielleicht entschärft. Er hat knapp 7% im Schnitt, und in Woche drei herrscht Eile, in die Flucht zu kommen.
Insgesamt kein harter Tag. Zieht vorn jedoch eine starke Gruppe weg, wird das Einholen schwer. Das Finale nach 174 Kilometern liegt in Voiron, wo im Vorjahr die Vuelta – damals aus Italien kommend – ein ähnliches Finish sah.
Diesmal etwas härter und leicht ansteigend. 2,5 Kilometer bei 4% enden gut 3 Kilometer vor dem Ziel. Für Ausreißer der Absprung, für Sprinter eine Hürde, für Angreifer eine Gelegenheit.
Die letzten Meter führen über eine leicht ansteigende Zielrampe – kein Sprint für reine Topspeedler, sondern für widerstandsfähige Finisher.
Profil Etappe 18: Voiron - Orcières-Merlette
Etappe 18: Voiron - Orcières-Merlette, 185,2 Kilometer
Etappe 18 eröffnet den finalen Bergblock – wohl ein Tag für die Ausreißer. Die GC-Fahrer sparen Kräfte, die Bergankunft in Orcières-Merlette ist nicht hart genug für große Abstände.
Kurzfassung: Start in Voiron, flacher Auftakt. Auf der Côte d’Engins flammen früh die Attacken auf: 11,4 Kilometer bei 5,4%, anschließend geht es weiter bergan – eine starke Gruppe sollte bis zur Kuppe stehen.
Danach reiht sich den ganzen Tag ein Wellenprofil aneinander. Voll in den Alpen, aber die ganz großen Berge werden umfahren. 185 Kilometer bis zur Bergankunft in Orcières-Merlette.
Der Schlussanstieg misst 7,1 Kilometer bei 6,7%. Angriffe sind möglich – ein „Mini-Alpe d’Huez“ mit vielen Kehren, die Tempowechsel begünstigen. Ein gleichmäßiges Tempo ist unwahrscheinlicher.
Profil Etappe 19: Gap - Alpe d'Huez
Etappe 19: Gap - Alpe d'Huez, 127,9 Kilometer
Zurück auf der mythischen Alpe d’Huez – in voller Pracht. Nur 128 Kilometer, aber bergauf vom Start mit Col Bayard und kurz darauf Col du Noyer – zwei harte Anstiege in den ersten 25 Kilometern ab Gap.
Es folgt ein langes Tal, bevor es zur wohl berühmtesten Rampe des Radsports geht. Nach einem Zwischensprint in Le Périer (39 km vor Ziel) steht der Col d’Ornon an: 5,4 Kilometer bei 6,4%, Ende 28 Kilometer vor dem Ziel.
Das alles ist nur Vorspiel zum Höhepunkt: der Alpe d’Huez. 13,8 Kilometer im Schnitt 8,1%, ein Festival der Serpentinen und der Lautstärke. Hier fallen echte Unterschiede, am Ende einer kurzen Etappe sind massive W/kg-Leistungen zu erwarten.
Profil Etappe 20: Le Bourg d'Oisans - Alpe d'Huez
Etappe 20: Le Bourg d'Oisans - Alpe d'Huez, 170,9 Kilometer
Die Königsetappe. Nicht maximal lang, aber mit 5.600 Höhenmetern monströs. Die Organisatoren haben beim Alpenfinale keine Zurückhaltung gezeigt – es ist der mit Abstand schwerste Schlussakt.
Eine Etappe, die die Gesamtwertung noch einmal drehen kann: lange Berge, steile Rampen, große Höhe und ein Ziel an der mythischen Alpe d’Huez – diesmal über eine neue Seite.
Durchatmen ist kaum möglich. Nach 10 Kilometern beginnt der Col de la Croix de Fer: 24 Kilometer bei 5,2%. Viel Zeit bei rund 8%, unterbrochen von zwei Gefällestrecken, Passhöhe über 2.000 Meter.
Gleich zu Beginn eine Herausforderung – und es wird noch härter. Der Col du Galibier steht über seine schwerste Variante an – via Col du Télégraphe. Zuerst 11,9 Kilometer bei 7%, kurze Abfahrt.
Dann der eigentliche Galibier: 17,7 Kilometer bei 6,9%. Über weite Teile um 8%, bis auf 2.642 Meter Höhe. Brutal und sehr lang. In Woche drei kann man hier explodieren; am 20. Tag müssen die Beine perfekt sein – sonst ist alles vorher Erarbeitete in Gefahr.
Schon dort – 60 Kilometer vor dem Ziel – kann das Rennen zerfallen. Die Abfahrt ist sehr schnell, anschließend geht es zum Col de Sarenne.
2013 erstmals im Tour-Kontext, nun erstmals vor einem Etappenfinale bergauf. 12,8 Kilometer bei 7,3%, Passhöhe auf 1.999 Metern. Ein sehr harter Anstieg – vor allem wegen des Vorprogramms.
Von hier sind es noch 24 Kilometer. Nach der Abfahrt folgen wellige Kilometer, dann beginnt die Straße zur Alpe d’Huez. Gefahren werden die finalen 3,8 Kilometer – im Schnitt 6% –, ein passendes Finale für den Bergblock.
Profil Etappe 21: Thoiry Zoo Safari - Paris (Champs-Élysées)
Etappe 21: Thoiry Zoo Safati - Paris (Champs-Élysées), 133 Kilometer
Am Schlusstag rollt das Rennen in Paris ein – traditionell spektakulär. Start ist im Thoiry Zoo Safari, dann geht es über die Pariser Vororte zum Finalkurs.
89 Kilometer vor dem Ziel wartet eine 700-Meter-Rampe mit 10%. Sie kann das Rennen öffnen und den Rennmodus zünden.
Spätestens beim Einrollen in Paris beginnt die Action. Ein Zwischensprint liegt knapp außerhalb der letzten 10 Kilometer. Danach folgen drei Runden über einen Kurs mit der kopfsteingepflasterten Butte Montmartre.
Der Kurs wurde angepasst, um die Chancen der Sprinter zu erhöhen. Der bei Olympia 2024 geadelte Kopfsteinpflaster-Anstieg hat seine Kuppe gut 10 Kilometer vor dem Ziel.
Hart genug für Unterschiede, schmal genug für Risse. Eine Attacke kann durchkommen, ein Sprint eines reduzierten Feldes ist möglich – aber nur mit sauberer Organisation in der Verfolgung.
Vorschau auf die Gesamtwertung der Tour de France 2026
Tadej Pogacar und Isaac del Toro – Der Mann und das Team, die es zu schlagen gilt. Isaac del Toro selbst könnte nach seinem Sieg in der Auvergne durchaus in Paris auf dem Podium stehen, da sein Leistungsniveau in den Anstiegen extrem hoch ist und er ein „Mini-Pogacar“ ist – ein Fahrer mit enormer Explosivität und Vielseitigkeit. Doch der Titelverteidiger selbst hat bei der Tour de Suisse gezeigt, dass er alles fest im Griff hat. Ein paar Planänderungen und die Verletzung von Urska Zigart sind zwar nicht die ideale Vorbereitung auf die Tour, aber was das Training angeht, hat er getan, was er tun musste. Seine Kletterform war in den letzten zwei Jahren unübertroffen, und wenn er diese wiederholen kann, bedeutet das Ärger für alle.
Jonas Vingegaard – Der Visma-Kapitän will den Sieg und nichts anderes. Wird er die psychologische Oberhand über Pogacar haben? Der Däne hat im Mai dieses Jahres den Giro d’Italia souverän gewonnen und steht nicht mehr unter dem Druck, den er in den vergangenen Jahren beim Grand Départ verspürt hat. Im Jahr 2024 erreichte Pogacar nach dem Giro seine beste Form aller Zeiten, und das könnte auch in diesem Jahr wieder der Fall sein. Ein Team, das zwar unter Verletzungen gelitten hat, dessen wichtigste Fahrer nun aber wieder vollständig zur Verfügung stehen und das über große Vielseitigkeit verfügt, um auf jedem Terrain Druck auszuüben, während Vingegaard selbst wiederholt bewiesen hat, dass er Pogacar am nächsten kommt, wenn es um die Anforderungen einer Grand Tour geht.und
Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard
Paul Seixas – Die große Unbekannte in der Gesamtwertung. Was die W/kg-Werte angeht, kann niemand bestreiten, dass Seixas bei der Tour um einen Podiumsplatz kämpfen oder an manchen Tagen sogar mit Pogacar und Vingegaard mithalten kann. So gut ist er, aber natürlich ist es seine erste Grand Tour, und ein dreiwöchiges Rennen ist eine ganz andere Herausforderung als alles, was er bisher bestritten hat. Alles deutet darauf hin, dass er damit gut zurechtkommen dürfte – abgesehen von seinem jungen Alter von gerade einmal 19 Jahren. Sollte der Franzose jedoch, unterstützt von einem erfahrenen Team, konstant mithalten können, wäre das eine großartige Nachricht für den französischen Radsport. Als hervorragender Abfahrer, Zeitfahrer und sogar als ziemlich explosiver Fahrer kommen ihm seine Stärken bei weitem nicht nur bei den Anstiegen zugute.
Remco Evenepoel und Florian Lipowitz – Red Bull – BORA – hansgrohe wird mit Jai Hindley einen starken Partner an der Seite dieses großartigen Duos haben. Evenepoel hat davon gesprochen, dass er vor der Tour in Topform ist – vielleicht ist er der Fahrer mit der zielstrebigsten Vorbereitung. Auf seinem Niveau von 2024 ist er ein sicherer Podiumskandidat oder sogar mehr, da sein Leistungsniveau in den Anstiegen extrem hoch sein kann und er einfach ein unglaublich vielseitiger Fahrer ist, dem auf jedem Terrain nur Pogacar das Wasser reichen kann. Er könnte am Start sogar der mental frischeste sein, da er seit Mai kein Rennen mehr gefahren ist und durch das Training die „perfekte“ Vorbereitung in den Beinen hat.
Hinter ihm steht Lipowitz, ein Fahrer, der das genaue Gegenteil ist: kein explosiver Fahrer, sondern ein großartiger Bergfahrer für längere Anstrengungen. Die beiden kommen gut miteinander aus, doch ähnliche Qualitäten und Ambitionen könnten auch zu einigen Konflikten führen. Ein interessantes Team, das man im Auge behalten sollte – eines, das sich bei der Tour nicht einfach mit einem Podiumsplatz zufrieden geben wird.
Juan Ayuso und Mattias Skjelmose – Lidl-Trek geht mit einem nominellen Spitzenfahrer an den Start, doch ganz so einfach ist es nicht. Der Druck lastet auf Juan Ayuso, einem wiedererstarkten Ayuso, der in diesem Jahr seine Motivation und seine beste Form gefunden hat. Er ist ein Anwärter auf das Podium, wenn er das Niveau hält, das er in der Auvergne gezeigt hat, und als Mannschaft ist das deutsche Team unglaublich stark. Skjelmose könnte Siege anstreben oder sich auch auf die Gesamtwertung konzentrieren, um dem Team mehr Flexibilität zu geben. Der Däne ist ebenfalls in Topform, und obwohl er kein Spitzenbergfahrer ist, ist er ein vielseitiger Fahrer, der sich im Hochgebirge behaupten und ebenfalls einen Platz unter den Top 10 erreichen kann.
Tom Pidcock – Der Brite hat bei der letzten Vuelta bewiesen, dass er das Zeug dazu hat, um ein Ergebnis bei einer Grand Tour mitzufahren, und das hat er mit Bravour getan. Er ist kein Bergfahrer, sondern ein Klassikerfahrer, der die Anstiege gut bewältigen kann. Auf den langen Bergetappen wird er zwar Zeit verlieren, aber an einigen explosiveren Tagen kann er eine interessante Wildcard sein, ebenso wie auf Abfahrten oder an offeneren Etappen. Ich glaube nicht, dass Pinarello ihn bei den Anstiegen besonders unterstützen muss; es wird eher darauf ankommen, ob er auf ein konstantes Gesamtergebnis abzielen oder sich irgendwann auf Etappensiege konzentrieren will. Das hängt alles von seinem Leistungsniveau im Vergleich zu den anderen ab.
INEOS – Das britische Team steht vor einer schwierigen Aufgabe, da Oscar Onley gezwungen war, dem Rennen fernzubleiben, und das Team keinen geeigneten Ersatz hat. Kévin Vauquelin war krank und läuft Gefahr, ohne gute Form an den Start zu gehen; während Carlos Rodríguez nicht über die gleichen Qualitäten verfügt, die Onley mitbringen würde. Das britische Team wird voraussichtlich mit Thymen Arensman und Egan Bernal an den Start gehen, die ebenfalls vom Giro kommen, allerdings höchstwahrscheinlich nicht als Gesamtklassensieger. Viele Trümpfe, aber unbekannte Ambitionen.
Prognose zur Gesamtwertung der Tour de France 2026
⭐⭐⭐ Tadej Pogacar
⭐⭐ Jonas Vingegaard
⭐ Paul Seixas, Remco Evenepoel, Florian Lipowitz, Juan Ayuso, Tom Pidcock, Lenny Martínez, Tobias Johannessen, Richard Carapaz, Cian Uijtdebroeks
Pick: Tadej Pogacar
Prognosen zur Tour de France 2026: Punktewertung
An dem Rennen werden Klassiker-Spezialisten wie Mathieu van der Poel, Ben Healy, Romain Grégoire und Mauro Schmid teilnehmen, die auf den hügeligen Etappen und den damit einhergehenden Ausreißversuchen für Spannung sorgen werden.
Bei den Zeitfahren wird Filippo Ganna an den Start gehen, um die Fahrer in der Gesamtwertung herauszufordern, während es bei den Sprints zu einem Duell zwischen Jasper Philipsen, Tim Merlier und Olav Kooij kommen wird. Biniam Girmay, Mads Pedersen, Soren Waerenskjold sowie weitere Bergspezialisten wie Arnaud de Lie und Michael Matthews werden diese Tage ebenfalls sehr unterhaltsam gestalten.
⭐⭐⭐Jasper Philipsen, Tim Merlier
⭐⭐ Mads Pedersen, Olav Kooij
⭐ Biniam Girmay, Soren Waenreksjold
Pick: Jasper Philipsen
Vorschau auf die Tour de France 2026, 1. Etappe
INEOS – Meiner Meinung nach hat INEOS diesem ersten Renntag große Bedeutung beigemessen. Das britische Team geht nach einer holprigen Vorbereitung mit unklaren Ambitionen in der Gesamtwertung ins Rennen, verfügt jedoch über eine Mannschaft, die Etappensiege und auch das erste Gelbe Trikot des Rennens anstreben kann. Filippo Ganna und der wieder genesene Joshua Tarling werden auf den flachen Abschnitten eine hervorragende Leistung zeigen; Thymen Arensman und Tobias Foss sind ebenfalls gut in der Lage, vor den Anstiegen zu glänzen, und das Team hat eigentlich keine Schwachstelle. Ich würde sagen, es fehlt der Kletterer, der auf dem letzten Kilometer wirklich durchsetzen kann – Kévin Vauquelin wäre ideal, aber seine Form ist fraglich. In einem Rennen, das sich in Sekunden entscheidet, könnte INEOS den Sieg holen, aber es wird sehr knapp werden, wenn es so kommt.
Visma – Kann Visma die Eröffnungsetappe gewinnen und Pogacar vielleicht schon früh einen psychologischen Schlag versetzen? Das würden sie sehr gerne tun, sie haben die Mittel dazu und haben in der Auvergne gezeigt, dass sie es können. Aber dieses Mal wird es schwieriger, das zu schaffen. Dem niederländischen Team fehlt zwar Wout van Aert, aber es verfügt über eine sehr starke Mannschaft, darunter Affini als große Zugmaschine; Armirail, Campenaerts und Hagenes, die alle zu sehr schnellen kurzen Zügen fähig sind; sowie Matteo Jorgenson, der auf den letzten Kilometern nach vorne fliegen und Jonas Vingegaard zum Sieg bringen kann. Allerdings hat Vingegaard selbst im Zeitfahren nicht allzu gut abgeschnitten, und das Team hat mit Sepp Kuss und Davide Piganzoli Fahrer, die ein wenig als Bremse wirken könnten. Bergauf gewinnen sie gegen INEOS, in der Ebene könnten sie zu viel verlieren; aber im Gesamtkontext könnten sie dennoch die Oberhand über den Rest behalten, wenn sie ihr technisches Know-how wie bereits zuvor unter Beweis stellen.
UAE – Die UAE sind eine Unbekannte. Auf dem Papier verfügen sie über das Material und die Fahrer, um in dieser Disziplin erfolgreich zu sein, doch irgendwie gelingt es ihnen oft nicht, das umzusetzen. Das Team hat häufig das Nachsehen, und in der Auvergne war der Ausfall von Isaac del Toro besonders schwerwiegend. Auch diesmal ist die Aufstellung stark, mit Fahrern wie Brandon McNulty und Nils Politt, die wirklich in der Lage sind, entscheidende Zugarbeit zu leisten. Eine zusätzliche Variable ist jedoch der Schlussanstieg, bei dem Tadej Pogacar auf dem Papier der Schnellste sein dürfte. Der Slowene könnte dort einige Sekunden gutmachen, und da die Abstände ohnehin nicht besonders groß sein dürften, könnten diese Sekunden entscheidend sein. Ich denke, er wird zwar Zeit gegenüber einigen seiner Rivalen verlieren, aber nichts, was wirklich ins Gewicht fallen würde.
Red Bull – Das deutsche Team könnte „die Cancellara-Taktik“ anwenden und Remco Evenepoel die Hälfte der Führungsarbeit übernehmen lassen, aber das funktioniert nicht, wenn die Einzelzeiten der Fahrer gewertet werden und der Schlussanstieg bergauf führt. Ich denke, das deutsche Team hat ein paar Schwachstellen in der Aufstellung, und obwohl es über starke Sprinter verfügt, wird es die Anstiege wahrscheinlich nicht in einer Position erreichen, die einen Sieg ermöglicht. Der Träger des Regenbogentrikots dürfte eine gute Zeit fahren, aber ich halte es nicht für realistisch, gegen Fahrer wie Vingegaard und Pogacar auf eine Siegerzeit zu setzen.
Lidl-Trek – Als Team hatte Lidl die Chance, eine siegreiche Aufstellung aufzustellen. Aber es ist ein dreiwöchiges Rennen, und einige Entscheidungen konzentrieren sich auf andere Tage. Sie werden wahrscheinlich nicht gewinnen, aber eine Kombination aus Ayuso, Skjelmose, Gee, Pedersen, Vacek und Simmons ist für ein Mannschaftszeitfahren unglaublich. Ich denke, dass sie, ähnlich wie Red Bull, durchaus mit den Allerbesten mithalten können, aber der Kampf ist so ausgeglichen, dass sie wahrscheinlich keinen Zeitvorsprung herausfahren werden.
Decathlon – Meiner Meinung nach ist Decathlon von diesen Teams das anfälligste. Bei der Auvergne war davon nichts zu merken, dort haben sie sich trotz eines Ausfalls gut behauptet. Aber sie haben ihren Fokus geändert und Olav Kooij sowie Cees Boll für die Sprints verpflichtet. Bol kam als Ersatz für Stefan Bissegger, der an diesem Tag den entscheidenden Unterschied ausgemacht hätte. Paul Seixas ist ein hervorragender Zeitfahrer, aber abgesehen von ihm verfügt nur Daan Hoole wirklich über die Fähigkeit, auf den flachen Abschnitten der Strecke konstant hohe Geschwindigkeiten zu fahren. Daher ist mit einigen Zeitverlusten zu rechnen.
Wir dürfen auch nicht vergessen, dass ein Mannschaftszeitfahren eine sehr komplexe Herausforderung ist, sowohl was die Organisation als auch die Umsetzung angeht – insbesondere da es einen Anstieg im Finale geben wird. Das bedeutet, dass es zu Überraschungen kommen kann und dass einige Teams von ihrer taktischen Umsetzung profitieren oder darunter leiden könnten. Teams wie Jayco AlUla und Movistar scheinen jedoch über viel Erfahrung und Know-how in dieser Disziplin zu verfügen, ebenso wie EF Education-EasyPost, das beim Mannschaftszeitfahren in der Auvergne mit einer ähnlichen Aufstellung und wenigen herausragenden Fahrern den dritten Platz belegte.
Prognose zur Tour de France 2026, 1. Etappe
⭐⭐⭐ Team Visma | Lease a Bike, Netcompany INEOS
⭐⭐ Red Bull - BORA - hansgrohe, UAE Team Emirates - XRG, Red Bull - BORA - hansgrohe
⭐ Decathlon CMA CGM Team, Movistar Team, Team Jayco AlUla, EF Education-EasyPost
Tipp: Netcompany INEOS
Profil Etappe 1 (MZF): Barcelona - Barcelona
Etappe 1 (MZF): Barcelona - Barcelona, 19,6 Kilometer
Der Auftakt in Barcelona ist ein 19 Kilometer langes Mannschaftszeitfahren und wird früh Unterschiede setzen. Zunächst flach und technisch, vorbei an Barcelonas Wahrzeichen – mit Zwischenzeit an der Sagrada Família.
In den ersten 15 Kilometern werden die stärksten Motoren gefragt sein, um das Tempo auf dem flachen Terrain hochzuhalten. Der Schlussabschnitt ist wellig – typisch moderner MZF-Charakter.
Zwei kleine Anstiege warten, zuerst die „Côte de Montjuïc“ mit rund 1,5 Kilometern à 5% samt Zwischenzeit auf halber Höhe. Der Anstieg endet 2,6 Kilometer vor dem Ziel. Nach kurzer schneller Abfahrt folgt die letzte Rampe: 800 Meter mit 7% hinauf zum Olympiastadion – dort liegt die Ziellinie.
Vorschau auf die 2. Etappe der Tour de France 2026
Tadej Pogacar – UAE hat heute Zeit verloren und dürfte darüber kaum erfreut sein. Die zwölf Sekunden sind zwar gering, geben Jonas Vingegaard aber Selbstvertrauen und erlauben ihm, defensiver zu fahren. Pogacar und UAE wollen wieder die Kontrolle übernehmen. Deshalb ist ein Angriff wahrscheinlich, zumal das explosive Finale dem Weltmeister liegt. Am letzten Anstieg kann eine drei- bis vierminütige Belastung bereits entscheidend sein. Isaac del Toro könnte dabei helfen, Pogacar optimal zu positionieren.
Jonas Vingegaard – Visma hat den erhofften Sieg geholt und einen nahezu perfekten Start erwischt. Nun kann Vingegaard im Windschatten Pogacars fahren. Ein Etappensieg ist schwer vorherzusagen, ein Platz direkt hinter ihm aber durchaus realistisch. Der Däne muss keine Lücken schließen, wenn andere angreifen, und dürfte sich von möglichen Bluffversuchen nicht beeindrucken lassen.
Dies ist ein echter Tag für die Gesamtwertung. Paul Seixas könnte einer der wenigen Fahrer sein, die Pogacars explosivem Antritt folgen können. Bei Lüttich–Bastogne–Lüttich hielt er auf La Redoute mit, einem Anstieg mit ähnlichem Profil. Für die meisten anderen dürfte das Niveau zu hoch sein.
Auch Remco Evenepoel fehlt möglicherweise die Explosivität für Pogacars stärksten Antritt. Seine Chance könnte ein früher Angriff sein. Eine offensive Aktion in der Mitte der Runde wäre überraschend und womöglich seine beste Möglichkeit, die Favoriten unter Druck zu setzen.
Florian Lipowitz, Juan Ayuso, Mattias Skjelmose, Richard Carapaz, Lenny Martínez und Tobias Johannessen müssen vor allem versuchen, so lange wie möglich mitzuhalten. Sie können stark abschneiden, treffen hier aber auf die besten Bergfahrer der Welt.
Das Profil könnte auch den Klassikerfahrern liegen. Mathieu van der Poel kann bei kontrolliertem Tempo mithalten und aus einer kleinen Gruppe sprinten. Dreht Pogacar jedoch voll auf, dürfte der Niederländer an seine Grenzen stoßen.
Tom Pidcock ist auf extrem steilen Anstiegen besonders gefährlich. Seine Form ist schwer einzuschätzen, doch ein solches Finale kommt ihm entgegen. Im vergangenen Jahr konnte er in einer ähnlichen Situation sogar Vingegaard distanzieren.
Auch Romain Grégoire gehört nach seiner starken Vorstellung zu den Kandidaten. Dahinter besitzen Ben Healy, Mauro Schmid, Mathias Vacek, Lennert van Eetvelt und Valentin Paret-Peintre Außenseiterchancen.
Prognose zur Tour de France 2026, 2. Etappe
*** Tadej Pogacar, Paul Seixas
** Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel, Tom Pidcock, Romain Grégoire
* Juan Ayuso, Florian Lipowitz, Richard Carapaz, Lenny Martínez, Tobias Johannessen, Mathieu van der Poel, Mauro Schmid, Isaac del Toro
Tip! Tadej Pogacar
Wie? Er holte sich den Sprint-Sieg aus einer sehr kleinen Gesamtwertungsgruppe heraus, nachdem er beim letzten Anstieg auf den Montjuïc attackiert hatte.
Streckenprofil Etappe 2: Tarragona – Barcelona
Etappe 2: Tarragona - Barcelona, 168,5 Kilometer
Stage 2 of the Tour begins in the city of Tarragona and will take the riders through the Catalan coast throughout the first 85 kilometers. The riders will return to Barcelona, and on its outskirts they will have the ascent to the Côte de Begues - which is around 6 kilometers long at 6%. This climb ends with 74 kilometers to go, but is only a warm-up for what's to come after.
A stage that would ordinarily be planned for the classics specialist, but ultimately most modern GC men are some of the best puncheurs in the world, meaning that this will be the second consecutive day that will be important for the overall classification.
The riders reach Barcelona and will take on a circuit that is well familiar to them... Or is it? On paper it looks virtually the same as the Volta a Catalunya one, however there are a few differences. Firstly between laps, there is an extension of the 'flat' section meaning that there is more rest inbetween climbs. This makes it less likely for there to be long-range attacks, because they cannot benefit as much from the explosive nature of the circuit.
Secondly, whilst the climb to the Montjuic castle ends on the same location, it begins on a different road, which effectively makes it harder. Whilst the climb is mostly just the final ramp in Catalunya, at the Tour they take up a whole 1.6 kilometers at 9.3%.
This is meaningful. The final ramps of the climb go up to 13%, but now the riders won't necessarily wait for them. The fight for positioning will be crucial, and the first part of the climb also features several switchbacks which makes attacks and/or splits more viable.
The riders go through it with 27 and 15 kilometers to go. But they will go through the final circuit on three occasions. The last lap sees the riders summit the hilltop with a mere 2.5 kilometers to go. What is left until the finish is the very short and fast descent; and the same final ascent to the line (only slightly shortened) which on this day will be a 600 meters long at 5.5% - hence, an uphill finish.
Vorschau Tour de France 2026 – Etappe 3
Sollte die Etappe trotz der Waldbrände in der Region wie geplant und sicher ausgetragen werden können, dürfte erneut ein ähnlicher Fahrertyp wie auf der zweiten Etappe um den Tagessieg kämpfen.
Haben die Puncheure eine Chance?
Das ist die entscheidende Frage. Der Rundkurs auf dem Montjuïc war extrem anspruchsvoll, die Hitze machte das Rennen zusätzlich zu einem Ausscheidungsfahren. Mit den besten Kletterern der Welt im Feld war das Tempo schon vor den Attacken enorm hoch.
Diesmal kommt es darauf an, wie schnell der Col de Toses gefahren wird. Die letzten vier Kilometer weisen durchschnittlich neun Prozent auf. Ein offener Schlagabtausch der Klassementfahrer ist dort zwar unwahrscheinlich, doch bei hohem Tempo könnte Mathieu van der Poel erneut den Anschluss verlieren.
Dasselbe gilt für sprintstarke Klassikerfahrer wie Mads Pedersen und Dorian Godon. Sollten auch sie abgehängt werden, dürfte sich der Kreis der Siegkandidaten stark verkleinern.
Der Schlussanstieg ist mit 1,7 Kilometern bei sechs Prozent nicht brutal, kann bei hohem Tempo aber jene Fahrer zermürben, denen die Ausdauer für längere Belastungen fehlt. Topfavorit bleibt deshalb Tadej Pogacar. Entscheidend wird die Taktik von UAE.
Pogacar schenkte Isaac del Toro auf der zweiten Etappe den Sieg. Nun könnte sich der Mexikaner revanchieren. Ebenso denkbar ist, dass UAE den Sprint vermeiden und im Finale angreifen will. Einer könnte attackieren, während der andere im Windschatten bleibt und später um den Sieg sprintet.
Für Jonas Vingegaard und Remco Evenepoel geht es vor allem darum, keine weiteren Bonussekunden zu verlieren. Die Etappe entscheidet die Tour nicht, doch beide werden diesmal auf einen besseren Sprint hoffen.
Auch Paul Seixas sollte stärker einzuschätzen sein als auf der zweiten Etappe. Ein Sieg erscheint unwahrscheinlich, Bonussekunden vor Fahrern wie Vingegaard sind aber möglich.
Tobias Johannessen präsentiert sich ebenfalls in starker Form und besitzt einen explosiven Antritt. Auch Lenny Martínez, Richard Carapaz, Ilan Van Wilder, Florian Lipowitz sowie Mattias Skjelmose und Juan Ayuso dürften im Finale eine Rolle spielen.
Die Puncheure sind diesmal besonders gefährlich. Sollte das Tempo am Schlussanstieg nicht sofort maximal hoch sein, werden Tom Pidcock und Romain Grégoire brandgefährlich. Auch Lennert Van Eetvelt und Alex Aranburu gehören zum erweiterten Favoritenkreis. Im Sprint haben diese explosiven Klassikerfahrer vermutlich bessere Chancen gegen Pogacar als seine direkten Klassementrivalen.
Favoriten Etappe 3 Tour de France 2026
⭐⭐⭐ Tadej Pogacar, Isaac del Toro
⭐⭐ Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel, Paul Seixas, Romain Grégoire
⭐ Tom Pidcock, Tobias Johannessen, Mathieu van der Poel, Lenny Martínez, Mattias Skjelmose, Lennert Van Eetvelt, Alex Aranburu, Juan Ayuso
Tipp: Tadej Pogacar
Profil Etappe 3: Granollers - Les Angles
Etappe 3: Granollers - Les Angles, 195,9 Kilometer
Kein Grund zur Freude für Sprinter: Die Rundfahrt verlässt Spanien und erreicht über die Pyrenäen Frankreich – mit der ersten Bergankunft. Keine Hochgebirgsetappe, aber ein Finale für Puncheure und Klassementfahrer. Die schnellen Männer freuen sich über einen frühen Zwischensprint, doch auf eine echte Siegchance müssen sie noch warten.
Ganz ausgeschlossen ist ein Überleben einzelner Sprinter nicht. Von Granollers geht es nordwärts Richtung Grenze. Drei Anstiege vor dem Finale prägen den Tag.
Zuerst der Col de Toses, 9,3 Kilometer bei 6,5%, Kuppe 68 Kilometer vor dem Ziel. Danach der Col du Calvaire mit 11,4 Kilometern à 4%, Ende 23 Kilometer vor dem Ziel. Nicht brutal, doch ohne ruhiges Tempo werden Sprinter abgehängt – auch wegen der Höhe um 1.800 Meter. Auf Toses warten im Schlussstück bis zu 9%.
12 Kilometer vor dem Ziel folgt eine kleine Kuppe, dann geht es zur ersten Bergankunft der Tour.
Die letzten 7 Kilometer steigen im Schnitt 3% an, ein sanfter Anstieg nach Les Angles; die finalen 1,7 Kilometer liegen bei 6,5%. Attacken bringen hier wenig, weil die Geschwindigkeiten hoch sind. Timing und Körnersparen für einen Sprint sind entscheidend.
Vorschau auf die 4. Etappe der Tour de France 2026
Das wird ein taktisch spannender Tag. Bildet sich früh eine Ausreißergruppe und bleibt das Hauptfeld lange ruhig, könnte es nach dem Einholen der Spitze zu einem größeren Sprint kommen. Tim Merlier, Olav Kooij und Biniam Girmay sind nicht völlig auszuschließen, benötigen dafür aber einen sehr kontrollierten Rennverlauf.
Lidl-Trek dürfte das Rennen für Mads Pedersen kontrollieren. Das Team hat die Fahrer, um an den Anstiegen das Tempo zu erhöhen, die reinen Sprinter unter Druck zu setzen und zugleich den Rennverlauf zu bestimmen.
Auch INEOS für Dorian Godon und Uno-X für Magnus Cort Nielsen könnten auf einen Sprint aus einer kleineren Gruppe setzen. Für beide Teams dürfte dies eine der besten Siegchancen der gesamten Rundfahrt sein.
In einem reduzierten Feld wären zudem Mathieu van der Poel, Romain Grégoire, Alex Aranburu und Michael Matthews gefährlich. Van der Poel könnte allerdings auch einen Angriff aus der Distanz bevorzugen.
Ein Erfolg der Ausreißer ist ebenfalls realistisch, vielleicht sogar leicht wahrscheinlicher. Entscheidend sind die ersten 25 Kilometer. Setzt sich dort schnell eine Gruppe mit großem Vorsprung ab, kann das Feld das Rennen kontrollieren. Bleibt der Kampf um die Fluchtgruppe bis zum hügeligen Abschnitt offen, werden starke Rouleure und Klassikerfahrer ihre Chance nutzen.
Auch die Gesamtwertung könnte eine Rolle spielen. UAE und Visma dürften kaum Interesse daran haben, das Gelbe Trikot und die damit verbundenen Verpflichtungen früh zu übernehmen. Gleichzeitig haben viele starke Fahrer bereits Zeit verloren und könnten deshalb offensiv fahren.
Ben Healy gehört zu den naheliegenden Kandidaten. Bei Lidl-Trek könnten Mathias Vacek oder Quinn Simmons in die Gruppe geschickt werden. Beide wären dort ernsthafte Sieganwärter. Auch Jonas Abrahamsen, Maxim van Gils und Mauro Schmid verfügen über das ideale Profil.
Zum erweiterten Kreis gehören Jenno Berckmoes, Georg Zimmermann, Michael Valgren, Luke Plapp, Alex Molenaar, Aurélien Paret-Peintre, Marco Frigo, Ion Izagirre, Pablo Castrillo und Bruno Armirail. Für sie wird bereits der Sprung in die entscheidende Ausreißergruppe eine große Herausforderung.
Prognose zur 4. Etappe der Tour de France 2026
⭐⭐⭐ Mads Pedersen, Mathias Vacek, Ben Healy
⭐⭐ Dorian Godon, Magnus Cort Nielsen, Quinn Simmons, Jonas Abrahamsen, Luke Plapp
⭐ Alex Aranburu, Mathieu van der Poel, Michael Matthews, Jasper Philipsen, Maxim van Gils, Mauro Schmid, Georg Zimmermann, Alex Molenaar, Marco Frigo, Tadej Pogacar
Tipp: Mathias Vacek
Wie: Endlich der wohlverdiente Sieg, ein Sprint-Sieg unter den Stärksten der Ausreißergruppe.
Profil Etappe 4: Carcassonne - Foix
Etappe 4: Carcassonne - Foix, 181,9 Kilometer
Auch auf Etappe 4 haben die Sprinter wenig Glück: 2.700 Höhenmeter durch die Pyrenäen. Ein Sprint ist möglich, aber kaum ein klassischer Massensprint. Über 181 Kilometer beginnt der Tag flach, ideale Phase für eine Ausreißergruppe, bevor es bergauf geht.
Nach frühen Wellen folgt bei Kilometer 93 ein Zwischensprint, direkt vor den Hauptanstiegen. Diese sind wie am Vortag nicht extrem schwer, doch für Sprinter hart genug. Zuerst der Col de Coudons, über 10 Kilometer bei 5,5%, Ende 74 Kilometer vor dem Ziel. Es folgt kein Abfahrtstauchgang, vielmehr ein langes Hochplateau.
Danach der Col de Montségur, 6,9 Kilometer bei 6,6%, Ende 35 Kilometer vor dem Ziel. Manche Sprinter überleben, doch es gilt, Tempo und Teamkräfte zu balancieren – hochfahren, Abgehängte fernhalten und weitere Attacken neutralisieren.
Das ist heikel, denn bis Foix verlieren die Fahrer fast 700 Höhenmeter – es geht schnell. 12 Kilometer vor Schluss wartet zudem eine kleine Kuppe als möglicher Absprungpunkt.
Vorschau auf die 5. Etappe der Tour de France 2026
Das ist eine echte Sprintetappe. Sie ist zwar nicht völlig flach, doch ein Massensprint scheint nahezu unvermeidlich. Nach vier Renntagen ohne Chance beginnt die Tour für viele Sprinter erst jetzt richtig.
Am Fuße der Pyrenäen werden erneut Temperaturen von über 30 Grad erwartet, während kaum Wind weht. Selbst bei ruhigem Tempo wird es ein harter Tag. Eine Ausreißergruppe dürfte wenig attraktiv sein, da vier Stunden in der Hitze kaum Aussicht auf Erfolg bieten.
Jasper Philipsen gehört für mich zu den beiden Topfavoriten. Alpecin hat sich bislang zurückgehalten, doch Philipsen nimmt bereits das Grüne Trikot ins Visier. Mit Mathieu van der Poel als wichtigem Helfer verfügt er über eine bewährte Kombination.
Der zweite große Favorit ist Tim Merlier. Der Belgier gilt als Spezialist für die erste Sprintchance einer Rundfahrt. Allerdings musste er in den bisherigen schweren Etappen viel leiden. Jasper Stuyven kann ihn gut positionieren, doch Alpecin wirkt im Finale möglicherweise etwas stärker aufgestellt.
Auch Olav Kooij besitzt echte Siegchancen. Bei der Baloise Belgium Tour schlug er bereits Philipsen und Merlier. Decathlon dürfte im Sprintzug etwas schwächer sein, doch Kooij kann sich auch ohne perfekte Unterstützung hervorragend positionieren.
Die kurzen Anstiege könnten einigen Sprintern Probleme bereiten. Mads Pedersen und Lidl-Trek dürften versuchen, auf dem ein Kilometer langen Anstieg das Tempo zu erhöhen. Werden Fahrer wie Merlier oder Kooij abgehängt, verbessert Pedersen seine Chancen auf wichtige Punkte für das Grüne Trikot erheblich.
Auch Dorian Godon, Biniam Girmay und Pavel Bittner könnten von einem härteren Finale profitieren. Die meisten anderen Sprinter dürften dagegen auf einen kontrollierten Tag und frische Anfahrer hoffen.
Max Kanter, Milan Fretin, Soren Waerenskjold, Fernando Gaviria, Arvid de Kleijn sowie Phil Bauhaus und Pascal Ackermann gehören zu den Außenseitern.
Prognose zur 5. Etappe der Tour de France 2026
⭐⭐⭐ Jasper Philipsen, Tim Merlier
⭐⭐ Olav Kooij, Biniam Girmay
⭐ Mads Pedersen, Pavel Bittner, Max Kanter, Milan Fretin, Soren Waerenskjold, Phil Bauhaus, Arvid de Kleijn
Tipp: Tim Merlier
Wie: Normaler Massensprint.
Profil Etappe 5: Lannemezan - Pau
Etappe 5: Lannemezan - Pau, 158,3 Kilometer
Die erste echte Sprintchance führt flach nach Pau, einem Tour-Klassiker. Start ist in Lannemezan, auf dem Programm stehen 158 Kilometer. Ganz einfach wird es dennoch nicht.
Weite Teile sind bretteben, der Zwischensprint liegt 45 Kilometer vor Schluss. Danach wird das Terrain leicht wellig, kleine Anstiege schärfen die Positionskämpfe – und laden zu Attacken ein.
Bei 36, 31 und 26 Kilometern sind Profilhaken gesetzt. Die letzte, einzige kategorisierte Rampe misst 1 Kilometer bei knapp 9%. Nicht unterschätzen: Bei hohem Tempo fallen Sprinter, und die Zeit zur Reorganisation ist knapp.
Im Finale wartet eine flache Zielgerade in Pau, wo es auf der Place de Verdun zum Showdown der schnellen Männer kommt.
Vorschau auf die 6. Etappe der Tour de France 2026
Die große Frage ist, ob Tadej Pogacar oder Jonas Vingegaard alles geben werden. Müssen sie das überhaupt?
Tadej Pogacar, der zeitlich gleichauf mit dem Dänen liegt, muss nicht angreifen, und sollteIsaac del Toroauf dem Tourmalet angreifen, ist es unwahrscheinlich, dass er Jonas Vingegaard abschütteln kann. Allerdings könnten sie einen zahlenmäßigen Vorteil gegenüber ihren Rivalen erlangen oder diese sogar überholen, weshalb sie versuchen könnten, etwas zu unternehmen, um das Terrain bei der ersten großen Bergetappe des Rennens auszuloten. Sowohl UAE als auch Visma werden dringend versuchen, Fahrer in der Ausreißergruppe zu haben (wie es jedes Team in der Gesamtwertung tun sollte), da die Abfahrt vom Tourmalet und vor allem der leichte Schlussanstieg perfektes Terrain für Unterstützer sind.
Ich glaube, dass Pogacar und Del Toro sehr explosive Fahrer sind und versuchen sollten, beim Schlussanstieg nach Gavarnie anzugreifen, wo Vingegaard vielleicht nicht so effektiv reagieren kann und wo ihre zahlenmäßige Überlegenheit den Ausschlag geben könnte.
Jonas Vingegaard – Ich glaube, psychologisch gesehen will der Däne vielleicht noch nicht alle seine Karten auf den Tisch legen. Die Zeitabstände sind minimal, und wenn er hinter Pogacar zurückliegt, könnte er auf einer Etappe wie dieser sehr viel Zeit verlieren, falls es am Tourmalet kompliziert wird. Vielmehr glaube ich, dass Visma den Status quo beibehalten will: mit geringen Zeitabständen und dem Slowenen in Reichweite. Erinnern wir uns daran, dass Pogacar im letzten Jahr den gesamten Vorsprung aus den ersten 12 Etappen mitgenommen hat. Wenn Vingegaard das am Freitag verhindert, schließt er diese Möglichkeit praktisch vollständig aus. Visma wird Fahrer um Vingegaard herum positionieren wollen und nicht angreifen, es sei denn, Visma hat eine klare Überlegenheit in der Ausreißergruppe und die Chance, ein Risiko einzugehen.
Für die Anwärter auf den Gesamtsieg wird es ein wichtiger Tag sein. Vor allem für diejenigen, die einen Platz unter den Top 10 anstreben, denn wenn sie am Tourmalet zurückfallen und es nicht schaffen, die Gruppe der Gesamtführenden in der letzten Stunde des Rennens anzutreiben, könnten sie Minuten gegenüber denjenigen verlieren, die durchgehalten haben. Fahrer wie Tobias Johannessen, Richard Carapaz, Tom Pidcock, Lenny Martínez und Ilan van Wilder könnten enorm profitieren, selbst wenn sie nicht angreifen. Das Gleiche gilt für andere Anwärter auf den Gesamtsieg, die ihre Chancen und ihre Form einschätzen.
Was das Gelbe Trikot angeht, zeichnet sich ein spannender Kampf ab. Torstein Traeen geht mit dem Gelben Trikot in den Tag und hat einen Vorsprung von 7:53 Minuten auf Pogacar. Sollte das Rennen völlig aus dem Ruder laufen, könnte dieser Vorsprung schrumpfen, doch das ist eher unwahrscheinlich. Allerdings liegt Sean Quinn nur 28 Sekunden hinter ihm, und dieser Vorsprung könnte minimal sein, auch wenn der Norweger der Stärkere der beiden sein dürfte. Mathias Vacek, der zur Etappenhalbzeit 3:50 Minuten Rückstand hat, ist ebenfalls ein Fahrer, den man im Auge behalten sollte, da er derzeit in hervorragender Form ist.
Dann haben wir noch die Anwärter auf den Gesamtsieg. Paul Seixas? Nun gut, Decathlon hat heute gewonnen und hat keinen Grund zum Angriff. Er sollte auf ein zurückhaltendes Rennen setzen, was seine Chancen erhöhen würde, bis Paris konstant zu bleiben, und er befindet sich weiterhin in einer guten Position, um um einen Podiumsplatz zu kämpfen.
Red Bull? Florian Lipowitz und Remco Evenepoel sind zahlenmäßig im Vorteil, doch der Deutsche ist der am wenigsten explosive aller Kletterer, weshalb er sich beim Schlussanstieg nicht hervorheben kann. Für Evenepoel hingegen ist diese Etappe wie geschaffen; tatsächlich könnte er einer der wichtigsten Faktoren sein, sofern das Rennen am Tourmalet nicht auseinanderfällt.
Juan Ayuso und Mattias Skjelmose profitieren davon, dass die derzeitige Situation, die für beide Fahrer günstig ist, bestehen bleibt, wobei auch Vacek im Kampf um die Spitze mitmischt. Das Team zieht es vor, im Windschatten zu bleiben und zu verhindern, dass sich seine Fahrer am Tourmalet absetzen.
Die Ausreißergruppe hat gute Chancen. Auch wenn der Etappenstart flach ist, könnte sich der Kampf bis zum ersten Anstieg hinziehen, und ich glaube, dass die meisten Teams Fahrer an der Spitze haben wollen und daher viel Energie dafür aufwenden werden. Das bedeutet, dass wir eine große Gruppe sehen könnten, mit sehr starken Fahrern, die um den Etappensieg kämpfen könnten; viele Fahrer haben an dieser Stelle die Freiheit, sich abzusetzen.
Harold Tejada, Pablo Castrillo, Alex Baudin, Antonio Tiberi, Kévin Vauquelin, Matteo Jorgenson, Valentin Paret-Peintre und Michael Storer sind Fahrer, die man im Auge behalten sollte.
Prognose zur 6. Etappe der Tour de France 2026
⭐⭐⭐ Tadej Pogacar, Jonas Vingegaard
⭐⭐ Isaac del Toro, Paul Seixas, Remco Evenepoel
⭐Richard Carapaz, Juan Ayuso, Tobias Johannessen, Florian Lipowitz, Lenny Martínez, Tom Pidcock, Alex Baudin, Valentin Paret-Peintre, Michael Storer, Pablo Castrillo, Raúl García Pierna
Tipp: Tadej Pogacar
Profil Etappe 6: Pau - Gavarnie-Gèdre
Etappe 6: Pau - Gavarnie-Gèdre, 186,2 Kilometer
Etappe 6 ist der erste Hochgebirgstag und der einzige der ersten Woche. Tour-typisch beginnt die Etappe flach, um die Sprinter nicht zu früh zu strapazieren.
Erst nach 75 Kilometern – und dem Zwischensprint – geht es ernsthaft bergauf. Im Fokus steht das Schlussdrittel mit Col d’Aspin, Col du Tourmalet und dem Anstieg nach Gavarnie-Gèdre.
Zuerst 12 Kilometer bei 6,5% über den Aspin, Kuppe 68 Kilometer vor dem Ziel. Die klassische Kombination führt anschließend auf den mythischen Tourmalet – den meistbefahrenen Berg der Tour-Geschichte.
Sein Ruf gründet in der Härte: 17,1 Kilometer bei 7,3% von La Mongie. Konstante Steigung über große Länge und die Höhe – 2.115 Meter am Pass – machen ihn brutal.
Große Attacken sind hier am wahrscheinlichsten – und taktisch sinnvoll. Satellitenfahrer in der Gruppe des Tages können nach der Kuppe (39 Kilometer vor dem Ziel) helfen. Rund die Hälfte bis ins Ziel verläuft bergab – schnell.
In Luz-Saint-Sauveur biegt das Feld Richtung Gavarnie ab. Der Schlussanstieg misst insgesamt 18,7 Kilometer bei 3,7%. Auf solchen Prozenten sind Teamkollegen Gold wert; späte Attacken und Opportunisten haben Chancen, wenn nicht schon zuvor alles explodiert.
Für Grand-Tour-Spezialisten ist der Anstieg an sich nicht maximal schwer. Attacken sind möglich, die Steigung überschreitet jedoch selten 6–7%. Es ist eine „Talrampe“ – nahezu schnurgerade, ohne viele Angriffspunkte, und die Gegner bleiben stets im Blickfeld.
Vorschau auf die 7. Etappe der Tour de France 2026
Ein sehr heißer Tag, der auf dem Papier zwar einfach aussieht, sich auf der Strecke für nicht wenige im Peloton jedoch wie die Hölle anfühlen wird. Das kann sicherlich auch zur Ermüdung beitragen und den Endspurt deutlich erschweren, wie wir in Pau gesehen haben. Auch wenn wir also eine Reihe von Namen als klare Favoriten hatten, kann ein Sprint die Lage noch ganz schön auf den Kopf stellen.
Nehmen wir zum Beispiel Astana, das Max Kanter im Endspurt meisterhaft in Position gebracht hat, und der Deutsche verpasste den Sieg nur knapp. Wenn sie das wiederholen, könnten sie dieses Mal Glück haben – auch wenn sie im Idealfall die großen Namen direkt hinter sich lieber vermeiden würden.
Jasper Philipsen und Tim Merlier stehen nun unter Druck, da die Sprints beginnen und die Erinnerungen an den Giro d’Italia noch frisch sind, bei dem einige der Sprinter entweder keinen Sieg erringen konnten oder bis zur letzten Etappe warten mussten, um ihren ersten Sieg einzufahren. Sie wollen diesen Druck vermeiden und verfügen sowohl über die nötige Form als auch über das richtige Team, um dies zu schaffen.
Dann natürlich Olav Kooij, der klare Sieger des bislang einzigen Massensprints, der kaum unter Druck stehen wird – was ihm vielleicht zugutekommen könnte. Es wird natürlich eine harte Herausforderung, aber der Decathlon-Mann ist in Topform und hochmotiviert, das steht fest.
Biniam Girmay und Mads Pedersen werden ebenfalls versuchen, so weit wie möglich nach vorne zu kommen, wobei sie vor allem das grüne Trikot im Visier haben, das ihr Hauptziel ist. Es wird ein entscheidender Tag für dieses Trikot sein.
Pavel Bittner, Milan Fretin, Phil Bauhaus und Soren Waerenskjold sind gefährliche Konkurrenten, die direkt hinter den Spitzenfahrern ins Ziel kommen oder unter den richtigen Voraussetzungen sogar mit einem Etappensieg überraschen könnten. Für den Sprint sollten wir außerdem Pascal Ackermann, Dorian Godon, Arvid de Kleijn, Anthony Turgis und die Überraschung im letzten Sprint: Huub Artz berücksichtigen.
Prognose zur 7. Etappe der Tour de France 2026
⭐⭐⭐ Jasper Philipsen, Tim Merlier, Olav Kooij
⭐⭐ Biniam Girmay, Max Kanter
⭐ Mads Pedersen, Pavel Bittner, Milan Fretin, Soren Waerenskjold, Phil Bauhaus
Tipp: Tim Merlier
Wie: Normaler Massensprint.
Profil Etappe 7: Hagetmau - Bordeaux
Etappe 7: Hagetmau - Bordeaux, 175,1 Kilometer
Raus aus den Pyrenäen, hinein nach Bordeaux – der „richtige“ Start der Tour für die Sprinter. Verdient nach den harten Tagen: Etappe 7 führt von Hagetmau nach Bordeaux.
Dem Profil ist nichts hinzuzufügen: Es gibt einen kategorisierten Hügel, der selbst reine Sprinter nicht schreckt. Er endet 38 Kilometer vor dem Ziel, der Zwischensprint liegt 55 Kilometer vor Schluss.
Eine klassische Überführungsetappe, fast vollständig nordwärts durch heiße, offene Ebenen – anfällig für Wind. Nach 175 Kilometern ist Bordeaux erreicht.
Das Finale führt am Fluss entlang, ohne technische Tücken – ein Tag für die Schnellsten in jeder Hinsicht.
Vorschau auf die 8. Etappe der Tour de France 2026
Wir haben es wieder mit einer Massensprint-Etappe zu tun. Ich glaube, einige Teams, die im Sprint keine Siegchancen haben und auch auf anderem Terrain kaum eine Chance haben, sollten versuchen, in die Ausreißergruppe zu kommen. Wenn man ein paar starke Fahrer an der Spitze des Feldes zusammenbringt und eine gute Taktik umsetzt, könnte das zu einem Überraschungssieg führen, aber es wird immer schwer sein.
Die Sprinterteams werden alles daran setzen, sich diese Chance zu sichern. Ab heute haben bereits zwei Fahrer ihr Ziel erreicht: Tim Merlier und Olav Kooij. Da diese beiden Fahrer – nebenbei bemerkt – ohne große Vorfahrerteams antreten, gehen sie mit weniger Druck in den Sprint, was ihnen letztendlich helfen kann. Vor allem aber haben beide, wie wir hervorheben möchten, souveräne Siege errungen, was bedeutet, dass die beiden die Hauptfavoriten auf den Sieg in Bergerac sein könnten.
Jasper Philipsen schien heute den perfekten Vorlauf zu haben, verlor aber auf den letzten Metern an Schwung. Ein beunruhigendes Zeichen, dass der Belgier bei den Sprints bisher nicht ganz in Form war – vielleicht ein Anzeichen für Ermüdung oder vielleicht auch einfach Pech beim heutigen Finale. Auf jeden Fall war Mathieu van der Poels Vorarbeit perfekt, und wenn Philipsen die nötige Kraft hat, verfügt er auch über das Team, das ihn in die richtige Position bringt. Astana und Max Kanter können dasselbe von sich behaupten.
Mads Pedersen und Biniam Girmay werden am Start sein; zwar ist ein Etappensieg unwahrscheinlich, doch sie müssen wichtige Punkte für das grüne Trikot sammeln. Dabei müssen sie sich jedoch gegen alle anderen Außenseiter durchsetzen. Soren Waerenskjold war heute zum Beispiel kurz vor dem Sieg und hat gezeigt, dass er die nötige Kraft dafür hat.
Huub Artz hat heute erneut einen sehr starken Sprint hingelegt, was ihn als Außenseiter für ein gutes Ergebnis hier etabliert. Wir fügen Dorian Godon, Pascal Ackermann, Fernando Gaviria, Pavel Bittner und Milan Fretin als weitere Außenseiter hinzu, von denen eine gute Leistung erwartet wird.
⭐ Mads Pedersen, Pavel Bittner, Milan Fretin, Phil Bauhaus, Max Kanter
Tipp: Tim Merlier
Wie: Normaler Massensprint.
Profil Etappe 8: Périgeux - Bergerac
Etappe 8: Périgeux - Bergerac, 180,4 Kilometer
Etappe 8 passt erneut den Sprintern. Nach einem sehr fordernden Tour-Auftakt erhalten die schnellen Männer zwei aufeinanderfolgende Chancen. Ein Massensprint ist hier nur schwer zu verhindern.
Der Zwischensprint liegt 58 Kilometer vor dem Ziel, davor und danach warten zwei kleine kategorisierte Wellen. Start in Périgeux, Ziel in Bergerac.
Das Finale ist nicht technisch, aber auch keine endlose Gerade. Es führt an der Innenstadt vorbei und endet in einem Park. Positionierung bleibt der Schlüssel.
Vorschau auf die 9. Etappe der Tour de France 2026
Es ist ein Tag für Ausreißer, einer der wenigen, die auf der diesjährigen Strecke für diesen Zweck vorgesehen sind. Die Etappe ist gespickt mit kleinen Anstiegen, gleich vom Start weg, wo es zu einem epischen Kampf um die Ausreißerformation kommen dürfte. Jeder, der auf seine Chance wartet, wird es versuchen, und obwohl wir erst bei der 9. Etappe sind, ist das aufgrund der bereits entstandenen Abstände in der Gesamtwertung bereits der Großteil des Pelotons.
Es wird spannend sein zu sehen, ob das Gelbe Trikot den Besitzer wechselt. Tadej Pogacar wird es nicht behalten wollen, und weder UAE noch Visma werden sich die Mühe machen, jemanden außerhalb der Top 9 zu verfolgen, da die Zeitabstände in den Bergen einen Zeitverlust bedeutungslos machen würden. Daher könnte sich das „Torstein-Traeen-Szenario“ wiederholen. Ich tippe auf Mathias Vacek, den Zehnten in der Gesamtwertung, der die Führung übernehmen und vielleicht sogar die Etappe gewinnen könnte, denn es ist ein perfekter Tag für ihn: Seine Form ist außergewöhnlich, die kollektive Stärke von Lidl-Trek für eine solche Etappe ist überragend, und Mads Pedersen wird ihm nach Möglichkeit zum Sieg verhelfen – das ist längst überfällig.
Aber Fahrer wie Egan Bernal, Sean Quinn, Tobias Johannessen, Ilan van Wilder, Tom Pidcock, Lennert van Eetevelt, Jordan Jegat, Harold Tejada, Ramses Debruyne... All diese Fahrer sind außerordentlich talentiert und haben zumindest einen Fuß im Kampf um die Gesamtwertung, und wenn sie also einen großen Zeitvorsprung herausfahren, kann dies ihre Position in diesem Kampf festigen – auch wenn das Gelbe Trikot als potenzielle Belohnung bereits Motivation genug ist.
Der Start ist hart genug, um die Kletterer in Bewegung zu bringen, aber nicht hart genug, um die Rouleure daran zu hindern, sich an die Spitze des Feldes zu setzen, was eine sehr interessante Dynamik erzeugt. An diesem Tag können die Kletterer zwar Schaden anrichten, müssen dies aber meist schon früh im Rennen tun. Das gilt für Fahrer wie Matteo Jorgenson, Richard Carapaz oder Kévin Vauquelin – obwohl alle auch über ein gewisses Maß an Explosivität verfügen.
Einige der absolut besten Klassikerfahrer der Welt sollten hier die Freiheit haben, den Sieg anzustreben. Das Niveau ist tatsächlich unglaublich hoch. Mathieu van der Poel hat hier eine der wenigen Chancen, dieses Rennen zu gewinnen, und Fahrer wie Tom Pidcock, Romain Grégoire, Maxim van Gills und Ben Healy, die auf dem Papier Spezialisten für eine solche Strecke sind, sind genau die Fahrer, die auf kleinen Anstiegen den Unterschied ausmachen können.
Quinn Simmons, Tiesj Benoot, Luke Plapp, Mauro Schmid, Marco Frigo, Pablo Castrillo, Lennert van Eetvelt und Alex Aranburu sind ebenfalls Fahrer, die bergauf den Unterschied ausmachen können und Spezialisten für solche Strecken sind. Fahrer wie Mads Pedersen, Michael Matthews, Fred Wright und Dorian Godon können neben ihren Fähigkeiten im hügeligen Gelände auch ihre Sprintstärke ausspielen.
Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Fahrer, die alle als ernstzunehmende Anwärter auf den Etappensieg gelten. Victor Campenaerts, Jan Tratnik, Nico Denz, Kasper Asgreen, Jasper Stuyven, Emiel Verstrynge und Raul García Pierna sind alle zu berücksichtigen.
Prognose zur 9. Etappe der Tour de France 2026
*** Mathias Vacek, Quinn Simmons, Jonas Abrahamsen
** Tiesj Benoot, Mads Pedersen, Tom Pidcock, Romain Grégoire, Mathieu van der Poel
* Victor Campenaerts, Maxim van Gils, Ben Healy, Kévin Vauquelin, Jasper Stuyven, Marco Frigo, Pablo Castrillo, Lennert van Eetvelt, Fred Wright, Alex Aranburu
Tipp: Mathias Vacek
Wie: Solitärsieg aus einer Ausreißergruppe, ein Angriff vor dem letzten kategorisierten Anstieg.
Profil Etappe 9: Malemort - Ussel
Etappe 9: Malemort - Ussel, 185,9 Kilometer
Etappe 9 von Malemort nach Ussel ist ein Übergangstag der besonderen Art. Am zweiten Sonntag steuert das Peloton das Zentralmassiv an – ein Traumprofil für Ausreißer.
Explosiv: 185 Kilometer, 3.300 Höhenmeter, ohne einen großen Berg. Die welligen Straßen der Region sorgen oft für taktisch geprägte Finals – die Müdigkeit staut sich anders als auf Standardetappen.
Vom Start weg geht es leicht bergauf. Kategorisiert oder nicht – die 3–5%-Ramperei tut weh und gibt auch schweren Männern und Klassikerspezialisten Chancen gegen Kletterer.
Ein Feld zu kontrollieren ist hier schwer. GC-Fahrer könnten in die Gruppe des Tages rutschen, denn kein Team wird die komplette Etappe diktieren wollen. Viele Nebenhandlungen sind möglich.
Vier kategorisierte Anstiege stehen an. Entscheidend sind Suc au Mau (3,8 km; 7,7%; 80 km vor Ziel) und die Côte de la Croix du Pey (4,8 km; 6%; 56 km vor Ziel). Dort werden vorn die Kletterer aufs Tempo drücken, um zu selektieren und ihre Siegchancen zu erhöhen.
Die letzten 55 Kilometer sind ständiges Auf und Ab. Am Mont Bessou wartet eine kurze, aber steile Rampe (900 m bei 7%). Unterschiede ja, aber keine Gesamtdrehung der Etappe.
Nach Ende des langen Hochplateaus – 24 Kilometer vor dem Ziel – folgt eine Abfahrt, die entscheidend sein kann: Lücken wachsen, Ausreißer erholen sich – pünktlich für den letzten großen Effort.
Zwei weitere kleine Kuppen liegen innerhalb der letzten 15 Kilometer. Dann zählt, wer noch Beine und einen Sprint hat – und welche Taktik greift. Ein Sprint ist nicht unmöglich, aber eher unwahrscheinlich.
Vorschau auf die 10. Etappe der Tour de France 2026
Es wird interessant sein zu sehen, welche Taktik die UAE an diesem Tag verfolgen wird, der auf dem Papier viel besser zu Tadej Pogacar passt als zu Jonas Vingegaard. Aber wird der Weltmeister versuchen, in der Gesamtwertung weiteren Schaden anzurichten, oder wird er einfach die Situation kontrollieren und gleichzeitig Isaac del Toro dabei unterstützen, durch einen taktischen Angriff möglicherweise ein paar Sekunden auf seine Konkurrenten gutzumachen? Gleichzeitig könnte er früh angreifen wollen, damit Del Toro später im Windschatten fahren und vielleicht auf den letzten Kilometern den Unterschied ausmachen kann – auch wenn er normalerweise höchstens ein paar Sekunden gewinnen könnte.
Die UAE haben die Oberhand, und da der Etappenstart flach ist, lässt sich das Feld relativ leicht kontrollieren. Visma wird nicht jagen, Red Bull wird nicht jagen, Decathlon wird nicht jagen … Unter normalen Umständen werden sie gegenüber Pogacar oder Vingegaard keine Zeit gutmachen können, aber untereinander vielleicht schon. Höchstwahrscheinlich werden sie jedoch nicht die Initiative ergreifen. Die Anstiege sind hart genug, damit die Kletterer wirklich den Unterschied ausmachen können, aber man könnte argumentieren, dass Remco Evenepoel vielleicht angreifen und versuchen könnte, schon früh den Unterschied zu machen – auch, um dem deutschen Team schwierige Entscheidungen zu ersparen. Doch alle Hauptakteure in der Gesamtwertung sollten mit diesem Gelände gut zurechtkommen.
Auf dem Papier könnten Tobias Johannessen, Tom Pidcock und Lennert van Eetvelt an einem Tag wie diesem mit explosiven und kürzeren Anstiegen ebenfalls recht gut abschneiden. Doch in diesem Abschnitt der Gesamtwertung könnten andere versuchen, sich in der Ausreißergruppe zu positionieren, denn wenn das Hauptfeld sie ziehen lässt, könnte es am Ende des Tages nur eine Frage von Minuten sein, bis sie gewinnen.
Sollte eine Ausreißergruppe Erfolg haben, wird mit ziemlicher Sicherheit ein Bergfahrer gewinnen – oder ein Sprinter, der sich auf längeren Anstiegen sehr gut behaupten kann. Denn die entscheidenden Unterschiede werden sich auf den Anstiegen mit 8 % Steigung am Ende eines voraussichtlich sehr harten Renntages zeigen.
Die Kletterer gelten jedoch als große Favoriten, und man sollte sich nicht wundern, wenn reine Kletterer an der Spitze zu sehen sind. Richard Carapaz, Alex Baudin oder Valentin Paret-Peintre sind Fahrer, die bei den längeren Anstiegen durchaus den Unterschied ausmachen und sich einfach von weit hinten einen Solosieg sichern könnten.
Am anderen Ende des Spektrums gibt es andere Fahrer, die zwar Klassiker-Spezialisten sind, aber auch längere Etappen recht gut bewältigen können, wie beispielsweise Mathias Vacek und Tiesj Benoot – zwei Fahrer, die in der Form für Etappensiege sind und nur noch auf den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Angriff warten.
Jayco hat mit Ben O'Connor, Luke Plapp und Mauro Schmid Fahrer im Team, die für eine solche Etappe bestens geeignet sind, während INEOS mit Thymen Arensman und Kévin Vauquelin über Fahrer verfügt, die an einem guten Tag theoretisch ebenfalls gute Chancen hätten.
Ramses Debruyne, Chris Harper, Maxim van Gils, Pablo Castrillo, Michael Storer, Harold Tejada und jemand wie Ion Izagirre sind ebenfalls Fahrer, die man bei einer solchen Etappe im Auge behalten sollte; aber das hängt sehr stark davon ab, wie man sich an diesem Tag fühlte.
Prognose zur 10. Etappe der Tour de France 2026
⭐⭐⭐Tadej Pogacar
⭐⭐ Isaac del Toro, Jonas Vingegaard, Richard Carapaz, Alex Baudin
⭐Remco Evenepoel, Paul Seixas, Florian Lipowitz, Juan Ayuso, Valentin Paret-Peintre, Ben O'Connor, Luke Plapp, Tom Pidcock, Tobias Johanessen, Lennert van Eetvelt, Chris Harper
Tipp: Tadej Pogacar
Wie: Solo win.
Profil Etappe 10: Aurillac - Le Lioran
Etappe 10: Aurillac - Le Lioran, 166,6 Kilometer
Am Nationalfeiertag geht es ins Zentralmassiv – kurz, steil, giftig. Hier wurde schon oft Geschichte geschrieben, zuletzt 2024 mit dem epischen Duell von Tadej Pogačar und Jonas Vingegaard im selben Finale.
Hügelig, aber deutlich härter als die Etappe zuvor, eher für Kletterer – und potenziell ein GC-Tag auf Terrain, das nicht jedem passt. 3.800 Höhenmeter, 3.600 Meter auf den letzten zwei Dritteln, dazu ein flacher Start. Das ergibt ein extrem intensives Finale, auch ohne extrem langen oder steilen Schlussberg.
Früh ein Zwischensprint, dann reiht sich Anstieg an Anstieg. Alle liegen zwischen 5 und 8% im Schnitt, sieben kategorisierte Berge auf weniger als 100 Kilometern: 3 km à 7,2%; 5,9 km à 6,7%; 3,1 km à 6,5%; 5,2 km à 5,3%…
Die Hauptaktion beginnt am Pas de Peyrol: 7,8 Kilometer bei 6,8%. Kuppe gut 30 Kilometer vor dem Ziel, nach einer harten Abfolge und direkt in eine Abfahrt, die nahtlos in die nächsten Rampen führt. Langster Effort des Tages, steil genug für explosive Attacken.
Die Abfahrt ist technisch und führt direkt in den Col de Perthus – den steilsten (und vielleicht härtesten) Anstieg des Tages. 4,4 Kilometer bei 8,5% sind brutal, besonders zu diesem Zeitpunkt. Kuppe 13 Kilometer vor dem Ziel.
Nach kurzer Abfahrt folgt die Kuppe Col de Font de Cère: 3,1 Kilometer à 5,8%, Ende nur 2,7 Kilometer vor dem Ziel. Der Blick auf Le Lioran ist frei – und es endet wie vor 24 Monaten: ein ansteigender Sprint, auf dem Pogačar und Vingegaard damals spurteten.
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Radsportaktuell.de und berichtet über den professionellen Radsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Liveblogs zu wichtigen Renntagen und Etappen, bei denen er das Geschehen in Echtzeit begleitet und Ergebnisse sowie taktische Entwicklungen fortlaufend einordnet. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um Teams, Fahrer und den Rennkalender.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattformen vernetzt, darunter Nicolas Gayer und Oliver Ried. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.