Etappe 9 der Tour de France 2026 ist um 30 Kilometer verkürzt worden, nachdem Météo-France das Département Corrèze unter rote Hitzewarnung gestellt hat.
Die Sonntagsetappe von Malemort nach Ussel führt nun über 155,5 statt der geplanten 185,5 Kilometer. Der Start wurde zudem auf 13:45 Uhr verschoben, der Zieleinlauf wird gegen 17:30 Uhr erwartet.
So ändert sich die Route der 9. Etappe
Das Rennen verlässt während der neutralisierten Phase die ursprüngliche Strecke und nimmt dann die D921 von Brive-la-Gaillarde direkt Richtung Lanteuil. Das Peloton trifft mit noch 147,8 verbleibenden Kilometern bis Ussel wieder auf den verbleibenden Abschnitt des Kurses.
Die Umleitung streicht die ersten 30 Kilometer, lässt aber den Großteil der geplanten Etappe unangetastet. Weitere Anpassungen an der sportlichen Strecke haben die Organisatoren nicht angekündigt.
„Diese Entscheidung wurde aufgrund der außergewöhnlichen Wetterbedingungen notwendig“, bestätigte die Tour. „Sie soll sicherstellen, dass das Rennen unter Bedingungen stattfinden kann, die mit der roten Hitzewarnung vereinbar sind.“
Die neue Startzeit verkürzt auch die Dauer des Renntages, dennoch werden die Fahrer einen Großteil des Nachmittags unter der höchsten in Frankreich ausgegebenen Hitzestufe im Einsatz sein.
Hitze sorgt seit der ersten Woche für Diskussionen bei der Tour
Das Eingreifen an Etappe 9 folgt auf wiederholte Warnungen und sichtbare Probleme in der ersten Woche der Tour. Tom Pidcock bezeichnete sich auf Etappe 3 als „völlig gar“ und gab zu, noch nie ein derart hartes Rennen bei vergleichbarer Hitze erlebt zu haben, nachdem er am Schlussanstieg nach Les Angles eingebrochen war.
Auf Etappe 4 von Carcassonne nach Foix kletterten die Temperaturen anschließend über 40°C. Zusätzliche Wasserstellen wurden eingerichtet und die Verpflegungsregeln gelockert, während Pogacar das Management der Bedingungen als logistischen Albtraum für die Teams beschrieb. Er kritisierte zudem immer spätere Etappenstarts, die die Fahrer in die heißeste Phase des Nachmittags zwingen.
Etappe 6 über den Col du Tourmalet rutschte daraufhin in die rote Zone des UCI-Extremwetterprotokolls, mit bis zu 35°C bei der ersten großen Bergprüfung. Das Protokoll erlaubt Maßnahmen wie zusätzliche Verpflegungs- und Kühlmöglichkeiten, Änderungen von Startzeiten und Distanzen, Neutralisation oder Absage.
Die rote Warnstufe in der Corrèze hat nun die erste Streckenänderung erzwungen. Etappe 9 startet um 13:45 Uhr und umfasst 155,5 Kilometer, das Peloton nimmt den verbleibenden Abschnitt der Originalroute bei Lanteuil wieder auf.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.
⚠️ Change to the route of Stage 9 as the department of Corrèze passes on red alert for a heatwave ⚠️
Météo-France has placed the department of Corrèze on red alert due to an exceptionally intense heatwave.
In light of this, it has been decided to adjust the route of Stage 9 of