Die Tour de France ist in die Alpen zurückgekehrt, und erstmals bei dieser Ausgabe hat eine Fluchtgruppe eine Bergetappe gewonnen. Nach Wochen vergeblicher Versuche hat
Richard Carapaz endlich zugeschlagen und den Etappensieg auf der 18. Etappe beim Gipfelankunft in Orcières-Merlette geholt.
Carapaz’ siegbringende Attacke
Die Etappe begann flach, doch bereits auf den ersten Kilometern setzten Attacken ein, um eine Ausreißergruppe zu formen und dem ersten Anstieg zuvorzukommen. Auf der 11 Kilometer langen Steigung kontrollierte Tadej Pogačar mit starker Positionierung das Geschehen und verhinderte, dass sich größere Gruppen lösten, während vorne permanent attackiert wurde.
Erst nach fast 70 Kilometern fand eine Gruppe wirklich Vorsprung, auf einer Etappe, die viele für die Ausreißer reserviert hatten. Die Gefechte rissen nicht ab, und im Durcheinander nutzte Mads Pedersen seine Topform, holte die Maximalpunkte im Zwischensprint und vergrößerte seinen Vorsprung auf Jasper Philipsen erneut deutlich.
Kurz nach dem Sprint zerfiel die erste Fluchtgruppe – eine zweite, größere kam nie nach vorn. Jorgenson, Engelhardt, Schmid, Johannessen und Pierna setzten sich ab. Carapaz und Valentin Paret-Peintre schlossen auf, während Engelhardt zurückfiel. Damit formierte sich die neue Rennspitze, die den Etappensieg unter sich ausmachen sollte.
Um zu verhindern, dass Carapaz’ Vorteil anwächst und er die Top 10 übernimmt, spannten Pinarello - Q36.5, Tudor und TotalEnergies im Feld zusammen und reduzierten den Rückstand um einige Minuten – doch sein Sprung in die Top 10 wirkte angesichts der späten Reaktion dennoch nahezu unvermeidlich.
Valentin Paret-Peintre, Richard Carapaz, Matteo Jorgenson, Tobias Johannessen, Mauro Schmid und Raúl García Pierna nahmen den Schlussanstieg mit mehreren Minuten Vorsprung auf die nächsten Verfolger und fünf Minuten auf das Peloton in Angriff. Erst vier Kilometer vor dem Ziel setzte Carapaz die erste ernsthafte Attacke, gefolgt von Paret-Peintre.
Als das Tempo kurz darauf abfiel, griff Carapaz erneut an – wieder explosiv, diesmal mit entscheidender Lücke. Der
EF Education-EasyPost-Profi war der stärkste Mann der Spitze, und wie rasch der Abstand aufging, machte das deutlich.
Paret-Peintre brach ein, während Matteo Jorgenson und Mauro Schmid die Verfolgung aufnahmen, jedoch ohne realistische Chance, den Führenden noch einzuholen. Carapaz holte den Etappensieg für EF Education-EasyPost, den ersten der US-Equipe bei dieser Tour. Schmid sprintete auf Rang zwei vor Jorgenson.
Ergebnisse Tour de France 2026, Etappe 18