UCI WorldTour Fahrerranglisten Update: Pogacar gesteht Niederlage ein, Felix Gall springt in die Top-10, Florian Lipowitz bleibt Deutschlands Nummer eins und Enric Mas stößt in die Weltspitze vor

Radsport
durch Nic Gayer
Mittwoch, 16 September 2026 um 9:30
Felix Gall finished 3rd at the Vuelta a Espana
Der Abschluss der Vuelta a Espana und eine Woche voller hochkarätiger Rennen haben für erhebliche Verschiebungen in der individuellen UCI-Weltrangliste gesorgt. Neben der letzten Grand Tour der Saison wurden mit dem Grand Prix Cycliste de Québec und dem Grand Prix Cycliste de Montréal zwei weitere WorldTour-Rennen ausgetragen. Auch Wettbewerbe wie das Memorial Marco Pantani, der GP de Fourmies und die Trofeo Matteotti sorgten dafür, dass zahlreiche Fahrer weitere wichtige Punkte sammelten. Besonders auffällig sind Isaac del Toros Rückkehr auf das Podium nach seinem Triumph in Kanada sowie der enorme Sprung von Enric Mas nach dessen Gesamtsieg bei der Vuelta.
Unangefochten an der Spitze steht weiterhin Tadej Pogacar. Trotz seines vorzeitigen Ausstiegs bei der Vuelta a Espana verteidigt der Slowene dank seines über die Saison aufgebauten Vorsprungs souverän die Führung. Dazu trugen auch seine drei Etappensiege bei der Spanien-Rundfahrt bei, die er noch vor seinem Ausscheiden einfuhr. Der Profi von UAE Team Emirates - XRG kommt auf 11.676,75 Punkte und besitzt damit weiterhin einen gewaltigen Vorsprung auf seine Verfolger.

Evenepoel bleibt Zweiter, Del Toro kehrt auf das Podium zurück

Platz zwei gehört weiterhin Remco Evenepoel, der mittlerweile 7.921,61 Punkte gesammelt hat. Der Belgier gewann zudem den Grand Prix Cycliste de Québec und belegte anschließend in Montreal den fünften Platz. Mit diesen Ergebnissen festigte er seine Position in der absoluten Spitzengruppe der Weltrangliste.
Die größte Veränderung innerhalb der Top 3 geht allerdings auf das Konto von Isaac del Toro. Der Mexikaner von UAE Team Emirates - XRG kehrt nach seinem Triumph beim Grand Prix Cycliste de Montreal auf das Podium der UCI-Weltrangliste zurück. Mit 6.476,46 Punkten zieht er an Jonas Vingegaard vorbei und übernimmt den dritten Platz.
Del Toro erobert damit eine Position zurück, die er bereits über weite Teile der frühen Saisonphase innehatte. Sein Sieg in Montreal, den er nach einer hochklassigen Vorstellung im Duell mit Paul Seixas errang, bringt ihn unmittelbar vor der ebenfalls in Kanada stattfindenden Weltmeisterschaft wieder in die Top 3.
Isaac del Toro siegt beim GP de Montréal 2026.
Isaac del Toro triumphierte beim Grand Prix Cycliste de Montréal und kehrt mit diesem Erfolg auf Rang drei der UCI-Weltrangliste zurück.
Passend dazu zählt auch Seixas zu den großen Gewinnern des aktuellen Updates. Der Franzose wurde in Montreal Zweiter und verbessert sich mit 5.038,71 Punkten um zwei Positionen auf den vierten Rang. Durch seinen Aufstieg wird Vingegaard vom dritten auf den fünften Platz verdrängt.
Der Däne hat seit seinem Sturz bei der Tour de France kein Rennen mehr bestritten. In einer Rangliste, in der kontinuierliches Punktesammeln eine entscheidende Rolle spielt, macht sich diese Pause bemerkbar. Vingegaard fällt mit 4.160,82 Punkten um zwei Positionen zurück.
Tom Pidcock büßt ebenfalls einen Rang ein und liegt nun auf Platz sechs, während Jasper Philipsen seine siebte Position behauptet. Dahinter folgt mit Wout Van Aert einer der herausragenden Fahrer der Vuelta. Nach einer starken Spanien-Rundfahrt mit zwei Etappensiegen und dem Gewinn des grünen Trikots der Punktewertung macht der Belgier sieben Plätze gut und stößt auf Rang acht vor.
Felix Gall verbesserte sich erneut und liegt nun auf Rang neun, Richard Carapaz komplettiert die Top-10. Der Ecuadorianer macht nach seinem vierten Gesamtrang bei der Vuelta acht Positionen gut und rückt auf den zehnten Platz vor.

Lipowitz bleibt bester Deutscher – Gall bestätigt starke Grand-Tour-Saison

Aus deutschsprachiger Sicht richtet sich der Blick vor allem auf Florian Lipowitz und Felix Gall. Lipowitz bleibt auch nach dem jüngsten Update der UCI-Fahrerrangliste der bestplatzierte Deutsche. Der Profi von Red Bull - BORA - hansgrohe hatte sich in der ersten Saisonhälfte mit einer Reihe hochklassiger Ergebnisse in der Weltspitze etabliert.
Bereits bei der Katalonien-Rundfahrt, der Baskenland-Rundfahrt und der Tour de Romandie stand Lipowitz jeweils auf dem Podium. Anschließend gewann er die Tour of Slovenia und reiste als einer der großen deutschen Hoffnungsträger zur Tour de France.
Florian Lipowitz in Aktion.
Florian Lipowitz bleibt trotz seiner längeren Verletzungspause der bestplatzierte Deutsche in der UCI-Weltrangliste. Seit dem 9. September ist der Profi von Red Bull - BORA - hansgrohe wieder im Renneinsatz.
Auch dort bestätigte Lipowitz seine starke Entwicklung und kämpfte um sein zweites Podium bei der Frankreich-Rundfahrt, ehe seine Tour auf dramatische Weise endete. Beim Einzelzeitfahren der 16. Etappe stürzte der Deutsche und brach sich das Schlüsselbein. Die Verletzung zwang ihn zu einer längeren Rennpause und verhinderte damit auch, dass er in den vergangenen Wochen weitere Punkte für die UCI-Weltrangliste sammeln konnte.
Am 9. September meldete sich Lipowitz schließlich im Peloton zurück. Beim Giro della Toscana feierte der Fahrer von Red Bull - BORA - hansgrohe sein Renncomeback und ist damit nach seiner verletzungsbedingten Auszeit wieder im Einsatz.
Noch weiter vorne findet sich mit Felix Gall der aktuell bestplatzierte Österreicher. Der 2026 eine außergewöhnlich erfolgreiche Grand-Tour-Kampagne absolviert hat. Beim Giro d'Italia belegte Gall den zweiten Gesamtrang, ehe er zuletzt bei der Vuelta a Espana als Dritter erneut auf einem Grand-Tour-Podium stand.
Diese Konstanz macht sich auch in der Weltrangliste bemerkbar. Gall verbessert sich gegenüber dem vorherigen Update noch einmal um eine Position und liegt nun auf Rang neun, nachdem er zuvor Zehnter gewesen war. Damit hat sich der Österreicher endgültig in den Top-10 der UCI-Fahrerrangliste festgesetzt.

Brennan und Roglic mit gewaltigen Sprüngen

Auch außerhalb der ersten zehn Plätze gab es erhebliche Bewegungen. Mattias Skjelmose rutscht auf Rang elf ab, Lenny Martinez folgt auf Platz zwölf. Tobias Halland Johannessen hingegen verbessert sich um sechs Positionen auf Rang 15. Der Norweger gewann die Schlussetappe der Vuelta und hatte bereits am Vortag den zweiten Platz belegt.
Einen der spektakulärsten Sprünge in der Spitzengruppe legt jedoch Matthew Brennan hin. Der junge Brite von Visma - Lease a Bike schießt um beeindruckende 58 Positionen von Rang 79 auf Platz 21 nach vorne. Allein seine fünf Etappensiege bei der Vuelta a Espana erklären einen großen Teil dieses gewaltigen Aufstiegs. Brennan dominierte die Sprints bei der Spanien-Rundfahrt und gehörte zu den prägenden Fahrern des Rennens.
Auch Primoz Roglic macht einen enormen Satz nach vorne. Der Zweite der Vuelta verbessert sich um 56 Plätze und liegt mit 2.214 Punkten nun auf Rang 22 der UCI-Weltrangliste. Nachdem es vor der Rundfahrt offene Fragen hinsichtlich seiner Form gegeben hatte, lieferte der Slowene in Spanien eine hochklassige Grand Tour ab und beendete das Rennen hinter Enric Mas auf dem zweiten Gesamtrang.

Enric Mas sorgt für den spektakulärsten Aufstieg

Doch kein Fahrer verbessert sich auch nur annähernd so stark wie Enric Mas. Der Gesamtsieger der Vuelta a Espana macht den spektakulärsten Sprung der gesamten Rangliste und gewinnt auf einen Schlag unglaubliche 225 Positionen.
Der Profi von Movistar rückt mit nunmehr 2.153,14 Punkten bis auf Rang 24 der UCI-Weltrangliste vor. Innerhalb nur einer Woche hat sich seine Position im internationalen Ranking damit grundlegend verändert.
Enric Mas, Sieger der Vuelta.
Enric Mas macht nach seinem Gesamtsieg bei der Vuelta a Espana unglaubliche 225 Plätze gut und rückt bis auf Rang 24 der UCI-Weltrangliste vor.
Mas war noch außerhalb des großen Fokus in die Woche gestartet, doch der Gesamtsieg bei der Vuelta und sein Etappenerfolg am Alto de Aitana brachten ihm eine enorme Punkteausbeute ein. Der Spanier durchbrach dadurch die Marke von 2.000 UCI-Punkten und schaffte den Sprung in die Top 25 der Welt. Gleichzeitig war sein Triumph bei der Vuelta der erste Gesamtsieg eines spanischen Fahrers seit 2014.
Umso bemerkenswerter ist dieser Aufstieg angesichts einer schwierigen Saison für den Mallorquiner. Mas beendet seine Grand-Tour-Kampagne mit dem größten Erfolg seiner bisherigen Karriere und hat sich damit auch in der UCI-Weltrangliste weit nach vorne katapultiert.

Ayuso verliert an Boden, Izagirre macht Plätze gut

Aus spanischer Sicht gehört Juan Ayuso hingegen zu den Verlierern des aktuellen Updates. Nach einer schwierigen Woche in Kanada büßt er sechs Positionen ein und fällt auf Rang 30 zurück. Der Fahrer von LIDL-Trek stürzte in Quebec und stellte sich anschließend in Montreal in den Dienst seiner Teamkollegen.
In die entgegengesetzte Richtung geht es für Ion Izagirre. Dank seines Sieges beim Memorial Marco Pantani verbessert sich der Spanier um fünf Positionen auf Rang 32. Alex Aranburu behauptet Platz 33 und sorgt gemeinsam mit Mas, Ayuso und Izagirre für eine starke spanische Präsenz innerhalb der Top 40.
Auch Santiago Buitrago verdient besondere Erwähnung. Der Profi von Bahrain Victorious macht nach einer Vuelta, bei der er das Bergtrikot gewann und zudem nur knapp einen Etappensieg verpasste, gleich 38 Positionen gut. Der Kolumbianer liegt nun auf Rang 61.
Einen weiteren gewaltigen Sprung verzeichnet Oscar Onley. Nach seinem siebten Gesamtrang bei der Vuelta verbessert er sich in der UCI-Weltrangliste um 115 Plätze auf Rang 69. Jakob Omrzel wiederum gewinnt nach einem Etappensieg bei der Spanien-Rundfahrt und Gesamtrang sieben 114 Positionen und liegt nun auf Platz 80.
Die Vuelta a Espana und die anschließenden großen Eintagesrennen haben die UCI-Weltrangliste damit erheblich durcheinandergewirbelt. Pogacar thront weiterhin mit großem Vorsprung an der Spitze, dahinter hat sich die Reihenfolge jedoch deutlich verändert. Del Toro kehrt auf das Podium zurück, Seixas springt auf Rang vier, Wout Van Aert und Gall stehen nun in den Top-10 – und Vuelta-Sieger Mas sorgt mit seinem Sprung um 225 Plätze für die mit Abstand spektakulärste Verbesserung.

UCI Weltrangliste

Rang Fahrer Land Team Punkte
1 Tadej Pogacar SLO UAE Team Emirates - XRG 11.676,75
2 Remco Evenepoel BEL Red Bull-Bora-Hansgrohe 7.921,61
3 ↑1 Isaac del Toro MEX UAE Team Emirates - XRG 6.476,46
4 ↑2 Paul Seixas FRA Decathlon CMA CGM Team 5.038,71
5 ↓2 Jonas Vingegaard DEN Visma | Lease a Bike 4.160,82
6 ↓1 Tom Pidcock GBR Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team 3.756,50
7 Jasper Philipsen BEL Alpecin-Premier Tech 3.755,62
8 ↑7 Wout van Aert BEL Visma | Lease a Bike 3.733,57
9 ↑1 Felix Gall AUT Decathlon CMA CGM Team 3.425
10 ↑8 Richard Carapaz ECU EF Education-EasyPost 3.189,12
11 ↓3 Mattias Skjelmose DEN Lidl-Trek 3.148,82
12 ↓3 Lenny Martinez FRA Bahrain Victorious 3.147,38
13 Christian Scaroni ITA XDS Astana Team 2.795
14 ↓2 Mauro Schmid SUI Team Jayco AlUla 2.766,75
15 ↑6 Tobias Halland Johannessen NOR Uno-X Mobility 2.760,25
16 ↓2 Mathieu van der Poel NED Alpecin-Premier Tech 2.740,62
17 ↑5 Romain Gregoire FRA Groupama-FDJ United 2.385
18 ↓7 Mads Pedersen DEN Lidl-Trek 2.374,25
19 ↓2 Paul Magnier FRA Soudal - Quick-Step 2.325
20 Tobias Lund Andresen DEN Decathlon CMA CGM Team 2.269
21 ↑58 Matthew Brennan GBR Visma | Lease a Bike 2.255
22 ↑56 Primoz Roglic SLO Red Bull-Bora-Hansgrohe 2.214
23 ↑2 Giulio Ciccone ITA Lidl-Trek 2.158
24 ↑225 Enric Mas ESP Movistar Team 2.153,14
25 ↑16 Jordi Meeus BEL Red Bull-Bora-Hansgrohe 2.090
26 ↑6 Benoit Cosnefroy FRA UAE Team Emirates - XRG 2.050,28
27 ↑1 Christophe Laporte FRA Visma | Lease a Bike 2.002
28 ↓9 Giulio Pellizzari ITA Red Bull-Bora-Hansgrohe 1.955
29 Florian Lipowitz GER Red Bull-Bora-Hansgrohe 1.889,61
30 ↓6 Juan Ayuso ESP Lidl-Trek 1.810,53
31 Jasper Stuyven BEL Soudal - Quick-Step 1.762,88
32 ↑5 Ion Izagirre ESP Cofidis 1.725,29
33 Alex Aranburu ESP Cofidis 1.676
34 ↑1 Laurence Pithie NZL Red Bull-Bora-Hansgrohe 1.664,86
35 ↓1 Guillermo Thomas Silva URU XDS Astana Team 1.664
36 ↑2 Tim Merlier BEL Soudal - Quick-Step 1.637,88
37 ↑9 Quinn Simmons USA Lidl-Trek 1.602,82
38 ↓8 Matteo Jorgenson USA Visma | Lease a Bike 1.589,82
39 ↓23 Jai Hindley AUS Red Bull-Bora-Hansgrohe 1.585,75
40 ↑3 Thymen Arensman NED Netcompany INEOS 1.544,75
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