UCI WorldTour Fahrerranglisten Update: Pogacar gesteht Niederlage ein, Felix Gall springt in die Top-10, Florian Lipowitz bleibt Deutschlands Nummer eins und Enric Mas stößt in die Weltspitze vor
Der Abschluss der Vuelta a Espana und eine Woche voller
hochkarätiger Rennen haben für erhebliche Verschiebungen in der individuellen
UCI-Weltrangliste gesorgt. Neben der letzten Grand Tour der Saison wurden mit
dem Grand Prix Cycliste de Québec und dem Grand Prix Cycliste de Montréal zwei
weitere WorldTour-Rennen ausgetragen. Auch Wettbewerbe wie das Memorial Marco
Pantani, der GP de Fourmies und die Trofeo Matteotti sorgten dafür, dass
zahlreiche Fahrer weitere wichtige Punkte sammelten. Besonders auffällig sind
Isaac del Toros Rückkehr auf das Podium nach seinem Triumph in Kanada sowie der
enorme Sprung von Enric Mas nach dessen Gesamtsieg bei der Vuelta.
Unangefochten an der Spitze steht weiterhin Tadej Pogacar.
Trotz seines vorzeitigen Ausstiegs bei der Vuelta a Espana verteidigt der
Slowene dank seines über die Saison aufgebauten Vorsprungs souverän die
Führung. Dazu trugen auch seine drei Etappensiege bei der Spanien-Rundfahrt
bei, die er noch vor seinem Ausscheiden einfuhr. Der Profi von UAE Team
Emirates - XRG kommt auf 11.676,75 Punkte und besitzt damit weiterhin einen
gewaltigen Vorsprung auf seine Verfolger.
Evenepoel bleibt Zweiter, Del Toro kehrt auf das Podium
zurück
Platz zwei gehört weiterhin Remco Evenepoel, der
mittlerweile 7.921,61 Punkte gesammelt hat. Der Belgier gewann zudem den Grand
Prix Cycliste de Québec und belegte anschließend in Montreal den fünften Platz.
Mit diesen Ergebnissen festigte er seine Position in der absoluten
Spitzengruppe der Weltrangliste.
Die größte Veränderung innerhalb der Top 3 geht allerdings
auf das Konto von Isaac del Toro. Der Mexikaner von UAE Team Emirates - XRG
kehrt nach seinem Triumph beim Grand Prix Cycliste de Montreal auf das Podium
der UCI-Weltrangliste zurück. Mit 6.476,46 Punkten zieht er an Jonas Vingegaard
vorbei und übernimmt den dritten Platz.
Del Toro erobert damit eine Position zurück, die er bereits
über weite Teile der frühen Saisonphase innehatte. Sein Sieg in Montreal, den
er nach einer hochklassigen Vorstellung im Duell mit Paul Seixas errang, bringt
ihn unmittelbar vor der ebenfalls in Kanada stattfindenden Weltmeisterschaft
wieder in die Top 3.
Isaac del Toro triumphierte beim Grand Prix Cycliste de Montréal und kehrt mit diesem Erfolg auf Rang drei der UCI-Weltrangliste zurück.
Passend dazu zählt auch Seixas zu den großen Gewinnern des
aktuellen Updates. Der Franzose wurde in Montreal Zweiter und verbessert sich
mit 5.038,71 Punkten um zwei Positionen auf den vierten Rang. Durch seinen
Aufstieg wird Vingegaard vom dritten auf den fünften Platz verdrängt.
Der Däne hat seit seinem Sturz bei der Tour de France kein
Rennen mehr bestritten. In einer Rangliste, in der kontinuierliches
Punktesammeln eine entscheidende Rolle spielt, macht sich diese Pause
bemerkbar. Vingegaard fällt mit 4.160,82 Punkten um zwei Positionen zurück.
Tom Pidcock büßt ebenfalls einen Rang ein und liegt nun auf
Platz sechs, während Jasper Philipsen seine siebte Position behauptet. Dahinter
folgt mit Wout Van Aert einer der herausragenden Fahrer der Vuelta. Nach einer
starken Spanien-Rundfahrt mit zwei Etappensiegen und dem Gewinn des grünen
Trikots der Punktewertung macht der Belgier sieben Plätze gut und stößt auf
Rang acht vor.
Felix Gall verbesserte sich erneut und liegt nun auf Rang neun, Richard Carapaz komplettiert die Top-10. Der Ecuadorianer macht
nach seinem vierten Gesamtrang bei der Vuelta acht Positionen gut und rückt auf
den zehnten Platz vor.
Lipowitz bleibt bester Deutscher – Gall bestätigt starke
Grand-Tour-Saison
Aus deutschsprachiger Sicht richtet sich der Blick vor allem
auf Florian Lipowitz und Felix Gall. Lipowitz bleibt auch nach dem jüngsten
Update der UCI-Fahrerrangliste der bestplatzierte Deutsche. Der Profi von Red
Bull - BORA - hansgrohe hatte sich in der ersten Saisonhälfte mit einer Reihe
hochklassiger Ergebnisse in der Weltspitze etabliert.
Bereits bei der Katalonien-Rundfahrt, der
Baskenland-Rundfahrt und der Tour de Romandie stand Lipowitz jeweils auf dem
Podium. Anschließend gewann er die Tour of Slovenia und reiste als einer der
großen deutschen Hoffnungsträger zur Tour de France.
Florian Lipowitz bleibt trotz seiner längeren Verletzungspause der bestplatzierte Deutsche in der UCI-Weltrangliste. Seit dem 9. September ist der Profi von Red Bull - BORA - hansgrohe wieder im Renneinsatz.
Auch dort bestätigte Lipowitz seine starke Entwicklung und
kämpfte um sein zweites Podium bei der Frankreich-Rundfahrt, ehe seine Tour auf
dramatische Weise endete. Beim Einzelzeitfahren der 16. Etappe stürzte der
Deutsche und brach sich das Schlüsselbein. Die Verletzung zwang ihn zu einer
längeren Rennpause und verhinderte damit auch, dass er in den vergangenen
Wochen weitere Punkte für die UCI-Weltrangliste sammeln konnte.
Am 9. September meldete sich Lipowitz schließlich im Peloton
zurück. Beim Giro della Toscana feierte der Fahrer von Red Bull - BORA -
hansgrohe sein Renncomeback und ist damit nach seiner verletzungsbedingten
Auszeit wieder im Einsatz.
Noch weiter vorne findet sich mit Felix Gall der aktuell
bestplatzierte Österreicher. Der 2026 eine außergewöhnlich erfolgreiche
Grand-Tour-Kampagne absolviert hat. Beim Giro d'Italia belegte Gall den zweiten
Gesamtrang, ehe er zuletzt bei der Vuelta a Espana als Dritter erneut auf einem
Grand-Tour-Podium stand.
Diese Konstanz macht sich auch in der Weltrangliste
bemerkbar. Gall verbessert sich gegenüber dem vorherigen Update noch einmal um
eine Position und liegt nun auf Rang neun, nachdem er zuvor Zehnter gewesen
war. Damit hat sich der Österreicher endgültig in den Top-10 der
UCI-Fahrerrangliste festgesetzt.
Brennan und Roglic mit gewaltigen Sprüngen
Auch außerhalb der ersten zehn Plätze gab es erhebliche
Bewegungen. Mattias Skjelmose rutscht auf Rang elf ab, Lenny Martinez folgt auf
Platz zwölf. Tobias Halland Johannessen hingegen verbessert sich um sechs
Positionen auf Rang 15. Der Norweger gewann die Schlussetappe der Vuelta und
hatte bereits am Vortag den zweiten Platz belegt.
Einen der spektakulärsten Sprünge in der Spitzengruppe legt
jedoch Matthew Brennan hin. Der junge Brite von Visma - Lease a Bike schießt um
beeindruckende 58 Positionen von Rang 79 auf Platz 21 nach vorne. Allein seine
fünf Etappensiege bei der Vuelta a Espana erklären einen großen Teil dieses
gewaltigen Aufstiegs. Brennan dominierte die Sprints bei der Spanien-Rundfahrt
und gehörte zu den prägenden Fahrern des Rennens.
Auch Primoz Roglic macht einen enormen Satz nach vorne. Der
Zweite der Vuelta verbessert sich um 56 Plätze und liegt mit 2.214 Punkten nun
auf Rang 22 der UCI-Weltrangliste. Nachdem es vor der Rundfahrt offene Fragen
hinsichtlich seiner Form gegeben hatte, lieferte der Slowene in Spanien eine
hochklassige Grand Tour ab und beendete das Rennen hinter Enric Mas auf dem
zweiten Gesamtrang.
Enric Mas sorgt für den spektakulärsten Aufstieg
Doch kein Fahrer verbessert sich auch nur annähernd so stark
wie Enric Mas. Der Gesamtsieger der Vuelta a Espana macht den spektakulärsten
Sprung der gesamten Rangliste und gewinnt auf einen Schlag unglaubliche 225
Positionen.
Der Profi von Movistar rückt mit nunmehr 2.153,14 Punkten
bis auf Rang 24 der UCI-Weltrangliste vor. Innerhalb nur einer Woche hat sich
seine Position im internationalen Ranking damit grundlegend verändert.
Enric Mas macht nach seinem Gesamtsieg bei der Vuelta a Espana unglaubliche 225 Plätze gut und rückt bis auf Rang 24 der UCI-Weltrangliste vor.
Mas war noch außerhalb des großen Fokus in die Woche
gestartet, doch der Gesamtsieg bei der Vuelta und sein Etappenerfolg am Alto de
Aitana brachten ihm eine enorme Punkteausbeute ein. Der Spanier durchbrach
dadurch die Marke von 2.000 UCI-Punkten und schaffte den Sprung in die Top 25
der Welt. Gleichzeitig war sein Triumph bei der Vuelta der erste Gesamtsieg
eines spanischen Fahrers seit 2014.
Umso bemerkenswerter ist dieser Aufstieg angesichts einer
schwierigen Saison für den Mallorquiner. Mas beendet seine Grand-Tour-Kampagne
mit dem größten Erfolg seiner bisherigen Karriere und hat sich damit auch in
der UCI-Weltrangliste weit nach vorne katapultiert.
Ayuso verliert an Boden, Izagirre macht Plätze gut
Aus spanischer Sicht gehört Juan Ayuso hingegen zu den
Verlierern des aktuellen Updates. Nach einer schwierigen Woche in Kanada büßt
er sechs Positionen ein und fällt auf Rang 30 zurück. Der Fahrer von LIDL-Trek
stürzte in Quebec und stellte sich anschließend in Montreal in den Dienst
seiner Teamkollegen.
In die entgegengesetzte Richtung geht es für Ion Izagirre.
Dank seines Sieges beim Memorial Marco Pantani verbessert sich der Spanier um
fünf Positionen auf Rang 32. Alex Aranburu behauptet Platz 33 und sorgt
gemeinsam mit Mas, Ayuso und Izagirre für eine starke spanische Präsenz
innerhalb der Top 40.
Auch Santiago Buitrago verdient besondere Erwähnung. Der
Profi von Bahrain Victorious macht nach einer Vuelta, bei der er das Bergtrikot
gewann und zudem nur knapp einen Etappensieg verpasste, gleich 38 Positionen
gut. Der Kolumbianer liegt nun auf Rang 61.
Einen weiteren gewaltigen Sprung verzeichnet Oscar Onley.
Nach seinem siebten Gesamtrang bei der Vuelta verbessert er sich in der
UCI-Weltrangliste um 115 Plätze auf Rang 69. Jakob Omrzel wiederum gewinnt nach
einem Etappensieg bei der Spanien-Rundfahrt und Gesamtrang sieben 114
Positionen und liegt nun auf Platz 80.
Die Vuelta a Espana und die anschließenden großen
Eintagesrennen haben die UCI-Weltrangliste damit erheblich
durcheinandergewirbelt. Pogacar thront weiterhin mit großem Vorsprung an der
Spitze, dahinter hat sich die Reihenfolge jedoch deutlich verändert. Del Toro
kehrt auf das Podium zurück, Seixas springt auf Rang vier, Wout Van Aert und
Gall stehen nun in den Top-10 – und Vuelta-Sieger Mas sorgt mit seinem Sprung
um 225 Plätze für die mit Abstand spektakulärste Verbesserung.
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.