„Mit guter Taktik sollten sie zu schlagen sein“: Wolfpack ist bereit, es in den Klassikern mit Pogacar und Van der Poel aufzunehmen

Radsport
Mittwoch, 14 Januar 2026 um 9:00
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Manchmal ist ein Schritt zurück nötig, um den großen Sprung nach vorn zu machen. Mit dieser Haltung kehrt Soudal - Quick-Step 2026 zu seinen Klassiker-Wurzeln zurück, auch wenn ein solcher Umbau kaum in nur einem Winter abgeschlossen ist. Oder… doch? Neben tiefgreifenden Kaderveränderungen stößt auch neues Personal zum belgischen Team, wenngleich es keine Unbekannten sind – Niki Terpstra als Sportdirektor und Tim Declercq als Coach.

Wolfpack-Neustart bei Soudal – Quick-Step kehren die Klassiker zurück

Beide prägten die große Wolfpack-Ära. Terpstra gewann in einer Schlüsselrolle alle großen Kopfsteinpflaster-Klassiker, darunter Paris–Roubaix (2014) und die Ronde van Vlaanderen (2018). Tim „El Tractor“ Declercq übernahm dagegen meist bescheidenere Aufgaben und erledigte die Drecksarbeit in den frühen Rennphasen. Nun kehren beide zurück, um ihre Erfahrung an die nächste Wolfpack-Generation weiterzugeben.
„Das Team hat mich immer gereizt“, beginnt Terpstra im Gespräch mit Sporza. „Für mich war das die logischste Wahl. Ich sehe mich auf absehbare Zeit nicht bei einer anderen Mannschaft. Zumal wir wieder zu einem starken Klassiker-Team werden und überall punkten wollen. Das spricht mich sehr an.“
„Das Schwerste ist bereits erledigt: eine gute Mannschaft zusammenzustellen. Wir haben einen fantastischen Job gemacht“, zeigt sich Terpstra begeistert vom jüngsten Transferfenster.
Für den neuen Sportdirektor wird die Chemie im Team entscheidend sein, um ein erfolgreiches Kapitel zu schreiben: „Jetzt müssen wir eine starke Gruppe schmieden, die füreinander die Extrameile geht. Wir haben Topfahrer, darunter Sieger von Monumenten und Klassikern, und ein junges Talent mit großer Ambition.“
Die größte Erwartungslast tragen zwei erfahrene Neuzugänge: Dylan van Baarle und Jasper Stuyven. Zudem könnten Laurenz Rex und Yves Lampaert wichtige Rollen übernehmen, während Paul Magnier und Tim Merlier starke Karten für Sprints sind. „Wir haben auch Fahrer, die unsere Leader sehr gut unterstützen können. Diese breite Stärke brauchen wir“, ergänzt Terpstra.

Was tun gegen MVDP oder Pogacar?

Die Frage liegt auf der Hand: Reicht kollektive Stärke, um Van der Poel oder Pogacar unter Druck zu setzen? „Sie sind schlagbar. Aber das muss als Gruppe passieren. Individuell sind sie so stark, dass es sehr schwer wird. Es sind auch nur Menschen, wie man beim Amstel Gold Race gesehen hat. Daraus müssen wir Kraft ziehen. Mit guter Taktik und einer starken Gruppe sollten sie zu schlagen sein“, ist er überzeugt.
Der Plan dafür klingt simpel: „Wenn sie bei noch 120 Kilometern gehen, müssen wir mitgehen. Das Finale ist noch weit. Wenn du genug Fahrer dort hast, kannst du Attacken staffeln oder sie fahren lassen, während Teamkollegen am Hinterrad sitzen. Das musst du ausnutzen – dafür braucht es aber genügend Leute vorne.“
„Natürlich können wir auf die Vergangenheit schauen und wie wir es damals gemacht haben. Aber es sind andere Zeiten. Wir können uns davon inspirieren lassen, müssen uns aber auch ein paar neue Dinge einfallen lassen.“
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