„Die Jungs haben uns ausgelacht“ – Teamkollege erklärt, warum sich Tom Pidcock beim Eröffnungswochenende schwertat

Radsport
Dienstag, 03 März 2026 um 11:00
Tom Pidcock
Das Bild passte nicht zur Erzählung des vergangenen Monats. Nach einem scharfen Aufbau in Spanien und einem Etappensieg bei der Vuelta a Andalucia reiste Tom Pidcock mit viel Spannung zum Opening Weekend an. Bis Samstagabend beim Omloop Het Nieuwsblad war er 48. und in den entscheidenden Phasen nie ein Faktor.
Die Erklärung ist intern eher physiologisch als taktisch.
Gegenüber IDL Pro Cycling lieferte Teamkollege Fred Wright eine klare Analyse dessen, was bei der Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team-Gruppe schieflief, die im Januar auf Höhentraining gesetzt hatte.
„In Chile haben wir gelacht, als wir den Schnee und Regen in Europa sahen“, sagte Wright. „Aber am Samstag haben sie über uns gelacht.“

Der Chile-Faktor

Pidcock und eine kleine Gruppe von Teamkollegen hatten sich zum Jahresstart für ein Höhencamp in Chile entschieden, tauschten Winterkilometer in Spanien gegen wärmere Temperaturen und Reize in großer Höhe. Die frühen Zeichen waren vielversprechend. Pidcock wurde Zweiter bei der Clásica Jaén und gewann dann die Schlussetappe in Andalusien auf dem Weg zu Gesamtrang drei.
Belgien war ein völlig anderer Schock. „Ich habe in der Kälte richtig gelitten“, gab Wright zum Omloop zu. „Normalerweise bin ich bei solchen Bedingungen ziemlich gut, weil ich in den vergangenen Jahren immer durch den Winter trainiert habe. Aber beim Omloop war es wirklich trostlos.“
Pidcock selbst sprach von einem „Anfängerfehler“ bei der Kleidung und musste zudem nach einem Defekt das Rad wechseln, als das Rennen bereits in Gruppen zerfiel. Als sich die Schlüsselgruppen formierten, war er im Hintertreffen, ein Weg zurück in die Entscheidung existierte nicht.
Für Wright lag das Problem weniger in der Form als in der Anpassung. „Die Wirkung des Höhencamps ist wirklich gut, denn im Training fühle ich mich großartig“, sagte er. „Ein Höhencamp vor den Klassikern ist in dieser Hinsicht wirklich sinnvoll, weil man in genau den Rennen stark ist, in denen man stark sein will.“
Dieser letzte Satz ist bezeichnend.

Größere Ziele voraus

Das Opening Weekend zählt, aber es ist nicht das Zentrum von Pidcocks Frühjahr. Strade Bianche und Milano–Sanremo ragen in seinem Programm heraus, die Ardennen folgen. Seine frühen Resultate in Spanien deuteten an, dass der Motor da ist.
„Wenn du einen Fahrer wie Tom hast, fährst du gern von vorn, wenn er so auftritt wie am Schlusstag der Ruta del Sol“, sagte Wright mit einem Grinsen. „Ich freue mich wirklich auf den Rest der Saison.“
Wright verwies zudem auf eine Veränderung, die sich im Ergebnisblatt weniger ablesen lässt. „Ich glaube nicht, dass sich das Höhencamp in reinen Trainingsinhalten groß unterschieden hat — aber mental war es erfrischend, etwas komplett Neues zu machen“, sagte er. „Körperlich haben wir einen Schritt gemacht, mental ebenso.“
Dieses Gefühl der Erneuerung spiegelt die größere Erzählung rund um Q36.5 in dieser Saison. Pidcocks Wechsel hat ihn ins Zentrum des Projekts gerückt, und der Ansatz des Teams wirkt eher auf Freiheit als auf Begrenzung ausgelegt.
Wright wurde deutlich, was die Anziehungskraft betrifft. „Tom war einer der Hauptgründe für meinen Wechsel zu diesem Team“, sagte er. „Wir fahren wieder so wie früher — ohne Stress. So wollen wir das ganze Jahr auftreten.“
Das Opening Weekend könnte damit weniger Urteil als vielmehr Temperaturtest sein — im Wortsinn. Die Körper, die sich an Höhe und spanische Sonne angepasst haben, müssen sich nun an Nordeuropa im Februar gewöhnen.
Wenn der Chile-Block dort liefert, wo er soll — auf den Schotterstraßen der Strade Bianche oder auf der Via Roma in Sanremo —, verblasst die Erinnerung ans Ausgelachtwerden in Flandern schnell.
Für Pidcock ist die Frühlingsgeschichte noch nicht auserzählt.
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