Die gesamte Karriere von
Geraint Thomas ist mit Team Sky, heute
INEOS Grenadiers, verknüpft, für das er bis dieses Jahr fuhr. Inzwischen ist er Renndirektor der Mannschaft, erinnert sich aber an die Anfangsjahre, als das Team an die Spitze des Sports schoss.
Der Waliser wurde 2007 Profi und stieß 2010 zum neu gegründeten Team Sky, gemeinsam mit Fahrern wie Chris Froome und Bradley Wiggins. Am ersten Toursieg der Mannschaft war er nicht beteiligt, doch er stand 2013, 2015, 2016 und 2017 im Aufgebot – bei allen vier Tour-Siegen von Chris Froome –, bevor er 2018 selbst gewann.
Als das Team mit seiner Methodik der „marginal gains“ aufkam, zog es viel Aufmerksamkeit auf sich. „Viele mochten uns nicht: ein neues Team, viel Geld, große Ansagen, nicht aus einer traditionellen Radsportnation… Wir hatten Rollen zum Aufwärmen, und sonst keiner“, betonte Thomas gegenüber
L'Équipe.
„Alle schauten uns an und sagten: ‘Wer zum Teufel sind diese Typen? Ihr Jungspunde gehört hier nicht her.’ Und dann haben wir gewonnen.“ Der Erfolg zog sich durch die gesamten 2010er: Froome gewann zudem die
Vuelta a Espana und den Giro d’Italia; Egan Bernal eroberte 2019 die Tour de France – den letzten Toursieg des Jahrzehnts und das Jahr vor dem Aufstieg der neuen Klettergeneration um Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard.
Toursieg 2018
Thomas bewies über Jahre seine Klasse in Etappenrennen, schaffte es bei Grand Tours jedoch nie in die Top 10 – teils wegen Helferrollen, teils durch Stürze. Sein erster Podestplatz war gleich der Gesamtsieg bei der Tour de France, ein Resultat, das seine Karriere prägte.
„Manchmal habe ich mir selbst Geschichten eingeredet. 2019 dachte ich, obwohl ich es nie wirklich gehört hatte: ‘Die Leute halten meinen Toursieg 2018 wohl für einen Zufall.’ Das hat mich nur noch mehr motiviert.“ 2019 wurde er Zweiter hinter Bernal, und auch in den späteren Jahren seiner Karriere blieb der Routinier auf Topniveau.
2022 stand er mit Pogacar und Vingegaard auf dem Podium der Tour de France; 2023 trug er das Rosa Trikot bis zum abschließenden Zeitfahren am Monte Lussari, verlor es dort aber an Primoz Roglic; und 2024 beendete er den Giro d’Italia erneut auf dem Podium. Die Tour de France 2025 bestritt er im Wissen, dass es seine letzte sein würde – nicht aber sein letztes Kapitel bei der britischen Mannschaft.