Jordi Meeus hat
Le Samyn 2026 mit einem kraftvollen Sprint in Dour gewonnen, nachdem der lange Soloversuch von Per Strand Hagenes erst im letzten Kilometer neutralisiert wurde und Wout van Aerts Renncomeback durch einen späten Defekt zerfiel.
Das Rennen zerbrach auf den Schlussrunden entscheidend, als Hagenes auf dem Kopfsteinpflaster der Rue de Belle Vue attackierte und solo in die letzte Runde ging. Der Visma | Lease a Bike-Fahrer baute schnell einen Vorsprung von rund 20 Sekunden auf, während das Feld dahinter zögerte.
Wiederholte Beschleunigungen zogen die Verfolgung in die Länge, doch es fehlte an nachhaltiger Zusammenarbeit. Cofidis halbierte den Rückstand kurzzeitig an der Côte des Nonnettes, dann flaute das Tempo wieder ab, sodass der Norweger knapp außer Reichweite blieb.
Dahinter änderte sich die Rennlage 10 Kilometer vor dem Ziel schlagartig. Van Aert, erstmals in dieser Straßensaison am Start, nachdem eine Erkrankung seinen Auftakt verzögert hatte, erlitt bei hohem Tempo einen Hinterradplatten. Er musste zunächst auf das Rad eines Teamkollegen wechseln und erhielt später sein eigenes Ersatzrad, verlor dabei aber entscheidende Zeit und konnte das im Vollgas-Modus jagende Peloton nicht mehr erreichen.
Kurz zuvor hatte er noch aktiv Attacken gedeckelt, ohne zur Nachführarbeit beizutragen, um Hagenes’ Vorsprung zu schützen. Stattdessen endete sein Comeback am Straßenrand, als das Finale eskalierte.
Hagenes gestellt, Meeus vollendet die Arbeit
In den letzten Kilometern riss das Gummiband schließlich. Gianni Vermeersch trieb die Verfolgung bei der letzten Passage der Rue de Belle Vue an, Meeus perfekt in seinem Windschatten. Hagenes wurde auf der leicht ansteigenden Zielgeraden innerhalb der letzten 500 Meter gestellt.
Von dort an war die Entscheidung eindeutig. Meeus lancierte einen dominanten Sprint und gewann überzeugend, begünstigt vom Hochgeschwindigkeits-Einfangen und der Unordnung, die die Schlussphase geprägt hatte.
Für Visma-Lease a Bike hatte das Resultat einen anderen Beiklang. Hagenes’ Offensive hatte das Finale geprägt, doch Van Aerts Reifenschaden nahm ihnen im Schlüsselmoment die zweite Option. Nach einem Wintersturz, der seine Straßenrückkehr bereits verzögert hatte, und weiteren frühen Rückschlägen im Team endete das Comeback des Belgiers in Frustration statt im Kampf um den Sieg.
Le Samyn brachte am Ende einen reduzierten Sprint und einen klaren Sieger in Meeus, war aber zugleich ein Rennen der knappen Abstände, taktischen Zögerlichkeit und einer späten Wendung, die das Finale neu ordnete.