„Ich mag den Druck“: Pauline Ferrand-Prévot blickt der Verteidigung ihres Tour-Titels am Mont Ventoux bereits entgegen

Radsport
Mittwoch, 14 Januar 2026 um 13:30
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Pauline Ferrand-Prévot hat 2025 die Straßenradszene im Sturm erobert. Als Rückkehrerin ins Peloton waren die Erwartungen an die Französin in ihrer „Debüt“-Saison nicht übermäßig hoch, doch die 33-Jährige machte früh klar, dass sie keine Eingewöhnungszeit braucht, um nahtlos an ihre Form von vor über fünf Jahren anzuknüpfen.

Ferrand-Prévot 2026 – Titeljagd, Konstanz und Tour-Fokus

Vor Paris-Roubaix Femmes galt sie trotz ihres Podiums bei Strade Bianche und Platz zwei in der Woche der Flandern-Rundfahrt noch nicht als Topfavoritin. Und eine Weile schien es, als würde der Kampf um den Sieg tatsächlich ohne die Französin entschieden. Doch taktisches Geplänkel an der Spitze ließ sie zurückkehren, und später setzte sie den entscheidenden Angriff.
Ähnliche Zweifel gab es vor der Tour de France Femmes. Ferrand-Prévot hatte bis dahin nur zwei Bergrennen bestritten, wurde im Februar beim UAE Tour 17. und stieg bei der Vuelta Espana Femenina aus. Obwohl Ferrand-Prévot schon vor ihrem Wechsel zu Visma | Lease a Bike erklärte, die Tour sei ihr Hauptziel, war ihre Dominanz 2025 dennoch außergewöhnlich.
Nun richtet sich der Blick auf 2026 und die Frage, was die Saison für die Titelverteidigerin der Tour bereithält:
„Ich kann es kaum erwarten, wieder Vollgas mit meinen Teamkolleginnen zu geben“, beginnt Ferrand-Prévot in einer Pressemitteilung. „Wir haben eine starke, motivierte Gruppe, und im Vergleich zur vergangenen Saison sind wir weitere Schritte nach vorn gegangen. Das ist großartig zu sehen. 2025 war für mich ein Jahr des Lernens, aber ich nehme neue Dinge schnell auf. Die Unterstützung durch Staff und Teamkolleginnen hat mir ermöglicht, sehr schnell ein hohes Niveau zu erreichen. Was wir im vergangenen Jahr erreicht haben, war unglaublich, aber mein Fokus liegt bereits auf der kommenden Saison.“

Das Ziel ist mehr Konstanz

Zwar gewann Pauline wohl die beiden größten Rennen ihres Kalenders 2025 (abgesehen von den Weltmeisterschaften), doch es blieben ihre einzigen Siege des Jahres. Für 2026 will sie über die Saison konstanter auftreten. Und sich womöglich der Dominanz von ihrem neuen Freund Tadej Pogacar im Männerpeloton annähern.
„Letzte Saison war ich mehrfach sehr stark, aber an meiner Konstanz will ich weiter arbeiten. Mein Ziel ist, bei jedem Start um den Sieg zu kämpfen. Das wird eine Herausforderung, aber eine, die ich gern annehme. Ich stand 2025 oft auf dem Podium, aber insgeheim will ich mehr gewinnen.“
Die Tour bleibt dennoch das Hauptziel 2026. Ferrand-Prévot ist sich bewusst, dass die Titelverteidigung noch anspruchsvoller wird als der erste Triumph. „Letzte Saison bin ich als Außenseiterin in die Tour gestartet, das wird nächstes Jahr anders sein“, sagt sie. „Ich muss bereit sein, künftig in den größten Rennen als eine der Favoritinnen zu starten. Ich mag Druck und kann gut damit umgehen, deshalb freue ich mich sehr darauf.“
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„Die Tour war das wichtigste Rennen, das wir gewinnen konnten. Es war eine herausragende Teamleistung. Ich werde alles tun, um meinen Titel zu verteidigen. Die Tour-Strecke umfasst ein Einzelzeitfahren, und auch das sehe ich als große Herausforderung. Zeitfahren hat mir in der Vergangenheit gelegen, aber es ist definitiv eine Disziplin, in der ich mich noch verbessern kann. Deshalb werde ich in der Vorbereitung viel Zeit auf dem Zeitfahrrad verbringen. Es ist ein kurzer Einsatz, der mir prinzipiell liegen sollte. Besonders freue ich mich auf die Etappe zum Mont Ventoux. Auch die Schlussetappe, nahe meiner Heimat, habe ich als großes Ziel markiert.“
„Die hohen Erwartungen für das kommende Jahr geben mir zusätzliche Motivation, besser zu werden. Unter Druck performe ich stärker, deshalb sehe ich an diesen Erwartungen wenig Negatives. Ich bin absolut bereit, wieder das Beste aus mir herauszuholen“, schließt Ferrand-Prévot.
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