Die Stimmung bei
Soudal - Quick-Step wird 2026 eine andere sein. Ohne Remco Evenepoel. Für
Ilan Van Wilder bedeutet das den Aufstieg in eine Leaderrolle, auch wenn Mikel Landa weiterhin der vielversprechendste Gesamtklassement-Fahrer des belgischen Teams bleibt.
Van Wilder rückt ins Rampenlicht – Chancen und Druck bei Soudal Quick-Step
Statt vereinzelter Chancen in Rennen, die Evenepoel gewöhnlich ausließ, wird der Bronzemedaillengewinner im WM-Einzelzeitfahren von Kigali die Erwartungen seiner Mannschaft nun deutlich häufiger allein schultern.
„Nicht nur ich, ein großer Teil des Teams wird mehr Möglichkeiten bekommen“, sagt Van Wilder zu
Sporza.
Der 25-Jährige peilt im ersten Rennblock die UAE Tour, Tirreno–Adriatico, die Itzulia Basque Country und die Ardennen-Klassiker an. „Ich werde diese Rennen in einer Rolle bestreiten, in der ich noch viel Erfahrung sammeln muss. Nur weil man Leader ist, muss man nicht in jedem Rennen vom Sieg sprechen. Man muss realistisch bleiben, und das bin ich“, betont er.
Top 5 wären bereits ein Erfolg
2026 wurde Van Wilder 7. bei der Volta ao Algarve, 10. bei Paris–Nice, 6. bei der Itzulia Basque Country, 8. bei der Tour de Suisse und beendete die Saison mit Platz 7 bei der Tour of Britain. Gemeinsamer Nenner: Van Wilder fuhr konstant in die Top 10, aber nicht in die Top 5. Genau das will er in der kommenden Saison ändern.
„Letztes Jahr war ich oft in den Top 10 harter Rennen. Wenn ich das in Top 5 oder besser ummünzen kann, wäre das fantastisch.“
In diesem Zusammenhang machte seine dritte Platzierung bei den Weltmeisterschaften im Zeitfahren, hinter Evenepoel und Vine, einen Unterschied. „Dass ich an dem Tag einen Fahrer wie Pogacar (4.) hinter mir lassen konnte, ist etwas Besonderes. Das gibt mir Vertrauen für diese Saison.“
Jay Vine, Remco Evenepoel und Ilan Van Wilder auf Kigali 2025 World ITT Championships podium
Zurück zur Tour
Trotz seines noch jungen Alters hat Van Wilder bereits alle drei Grand Tours erlebt, und man muss ihn nicht lange fragen, welche sein Herz am meisten erobert hat – die Tour de France. Im Vorjahr fehlte ihm auf Etappe 15 nicht viel zum Tagessieg. Auf dem Mont Ventoux wurde er Vierter, nachdem er zuvor immens für Teamkollege Valentin Paret-Peintre gearbeitet hatte, der den Sieg holte.
„Es wäre fantastisch, eines Tages eine Tour-Etappe zu gewinnen“, sagt Van Wilder mit leuchtenden Augen. „Ich bin überzeugt, dass sich die Rollen auch einmal umkehren können. Denn es war sicher nicht das letzte Mal, dass wir gemeinsam in den Bergen unterwegs waren.“