Die Tour de France Femmes beginnt an diesem Samstag und versammelt zahlreiche Weltklasse-Fahrerinnen. Unter ihnen ist La Vuelta Femenina-Siegerin Paula Blasi, eine der Topfavoritinnen im Kampf um Gelb; offenbar jedoch nicht als eine der Kapitäninnen bei
UAE Team ADQ vorgesehen.
Die 23-Jährige zählt zu den Durchbruchfahrerinnen der Saison, mit rasantem Leistungssprung seit ihrem Profidebüt Mitte 2025. Blasi gehört bereits zur Weltspitze, nicht nur als Versprechen für die Zukunft. Die Spanierin gewann die Amstel Gold Race Ladies mit einer Überraschungsattacke; dazu kamen Rang drei beim Flèche Wallonne und Platz fünf bei Lüttich–Bastogne–Lüttich.
Als Klassikerfahrerin war ihr Talent bestätigt. Als Kletterin bewies sie es ebenso bei der La Vuelta Femenina. Blasi gewann die Gesamtwertung, holte sich das Rote Trikot auf der Königsetappe zum Alto de l’Angliru, nachdem sie Anna van der Breggen am brutalen Anstieg distanziert hatte.
Seither siegte sie zudem bei der Durango Durango Emakumeen Saria sowie in Etappen und der Gesamtwertung sowohl der Tour Féminin des Pyrénées als auch der Katalonien-Rundfahrt Femenina. Das Talent ist unbestreitbar, eine Führungsrolle bei der Tour wäre folgerichtig.
Doch dem ist nicht so. „Die Pläne des Teams sind klar: Wir haben zwei Kapitäninnen. Nein, ich bin keine von ihnen“, sagte Blasi gegenüber In de Waaier.
„Wie ich das finde? Es ist immer schön, für eine Teamleaderin zu arbeiten. Als Fahrerin will man immer gewinnen, daher ist so etwas nicht leicht zu hören, aber ich glaube an den Ansatz des Teams.“
Paula Blasi at the 2026 Strade Bianche Donne
Blasis bevorstehender Abschied könnte ihre Degradierung mit beeinflussen
Die Entscheidung wirft Fragen auf, zumal sie eine der erfolgreichsten Fahrerinnen der Saison ist und als ernsthafte Anwärterin auf den Toursieg gilt. In der UCI-Weltrangliste liegt sie an zweiter Stelle, nur hinter Demi Vollering, die bei der Grand Boucle auf Wiedergutmachung zielt.
Elisa Longo Borghini wird eine der Kapitäninnen sein, trotz bislang suboptimaler Saison der Routinière; Vorjahresvierte Dominika Wlodarczyk dürfte die zweite sein – obwohl sie kürzlich in den Pyrenäen hinter Blasi Zweite wurde. Maeva Squiban, zweifache Etappensiegerin der letztjährigen Tour, könnte für die UAE-Konkurrenz ebenfalls eine gefährliche Option sein.
Erklärbar scheint die Entscheidung nur dadurch, dass die Spanierin das Team wohl verlassen wird, was sie offen anspricht. „Spielt mein möglicher Abschied eine Rolle bei der Wahl meiner Rolle bei dieser Tour? Nein, ich vertraue dem Performance-Stab. Sie haben ihre Vision und wir folgen ihr.“
Blasi dürfte 2027 entweder zum Movistar Team oder zu Lidl-Trek wechseln; trotz ihrer Aussagen liegt nahe, dass dies eine Rolle spielt, bedenkt man, wie ihre Leistungen den nominellen UAE-Leaderinnen für die Tour überlegen waren. Das Team hat ohnehin mehrere Karten für das neuntägige Rennen.