Remco Evenepoel greift am Samstag nach einem Stück Radsportgeschichte. Der Belgier kann als erster Fahrer überhaupt die
Clásica San Sebastián zum vierten Mal gewinnen. Auf der finalen Startliste von Red Bull - BORA - hansgrohe fehlt allerdings
Primoz Roglic, der zunächst noch als möglicher Starter gehandelt worden war.
Das deutsche WorldTour-Team
bestätigte sein siebenköpfiges Aufgebot für den baskischen Klassiker. Angeführt wird die Mannschaft von Evenepoel, der von Haimar Etxeberria, Emil Herzog, Daniel Martinez, Gianni Moscon, Giulio Pellizzari und Maxim Van Gils unterstützt wird.
Evenepoel peilt alleinigen Rekord in San Sebastián an
Der Olympiasieger im Straßenrennen und Zeitfahren geht als klarer Kapitän einer bergstarken Mannschaft ins Rennen. Mit Van Gils steht zudem der Drittplatzierte der Austragung 2025 im Aufgebot. Pellizzari und Martinez bieten Red Bull - BORA - hansgrohe weitere starke Optionen auf dem anspruchsvollen 221,1 Kilometer langen Kurs mit sieben kategorisierten Anstiegen und mehr als 4.150 Höhenmetern.
Remco Evenepoel kann mit einem vierten Triumph bei der Clásica San Sebastián zum alleinigen Rekordsieger des baskischen WorldTour-Klassikers werden.
Evenepoel verbindet mit der Clásica San Sebastián bislang ausschließlich Erfolge. Bei seinen drei bisherigen Starts triumphierte er jeweils – 2019, 2022 und 2023. Damit teilt er sich aktuell den Rekord mit Marino Lejarreta. Ein weiterer Sieg würde ihn zum alleinigen Rekordhalter des traditionsreichen WorldTour-Klassikers machen.
Mit Rückenwind von der Tour de France
Für Evenepoel ist die Clásica San Sebastián zugleich das erste Rennen seit seiner herausragenden
Tour de France 2026. Mit Rang zwei hinter Tadej Pogacar erzielte der Belgier das beste Grand-Tour-Ergebnis seiner Karriere.
Im Gesamtklassement lag Evenepoel am Ende 6:26 Minuten hinter dem fünffachen Tour-Sieger Pogacar, zugleich aber 3:16 Minuten vor dem drittplatzierten Isaac Del Toro. Vor allem in der zweiten Rennhälfte präsentierte sich der Belgier in bestechender Form.
Auf der 15. Etappe feierte Evenepoel am Plateau de Solaison seinen ersten Bergetappensieg bei der Tour de France. Bereits einen Tag später legte er nach und gewann das 26,1 Kilometer lange Einzelzeitfahren von Evian-les-Bains nach Thonon-les-Bains.
Auch am abschließenden Alpen-Wochenende gehörte der 26-Jährige zu den stärksten Fahrern im Feld. Er belegte Rang sechs bei der ersten Bergankunft auf der Alpe d'Huez und wurde auf der 20. Etappe bei der erneuten Zielankunft am legendären Anstieg Zweiter hinter Richard Carapaz.
Schwieriger Kurs spricht erneut für Evenepoel
Diese starke Form möchte Evenepoel nun in die zweite Saisonhälfte mitnehmen. Die Clásica San Sebastián markiert den Auftakt seiner Eintageskampagne – ausgerechnet bei jenem Rennen, das ihm bereits drei seiner insgesamt 24 Profisiege außerhalb von Rundfahrten eingebracht hat.
Die Strecke präsentiert sich diesmal noch anspruchsvoller als bei seinem bislang letzten Erfolg im Jahr 2023. Vor allem Jaizkibel und Erlaitz prägen das kräftezehrende Finale, ehe mit der Murgil Tontorra ein kurzer, im Schnitt mehr als zehn Prozent steiler Schlussanstieg unmittelbar vor der finalen Abfahrt nach San Sebastián wartet.
Evenepoel hat den baskischen Klassiker bereits auf unterschiedliche Weise gewonnen – sowohl nach einem langen Soloritt als auch im Sprint einer kleinen Spitzengruppe. Neu ist für den Belgier allerdings die Ausgangslage: Er startet erstmals unmittelbar nach einer Tour de France bei der Clásica San Sebastián.
Nur sechs Tage nach seinem Podiumsplatz in Paris bietet sich Evenepoel nun die Chance, seine makellose Bilanz in San Sebastián auszubauen und Marino Lejarreta als ersten viermaligen Sieger der Renngeschichte abzulösen.
Red Bull - BORA - hansgrohe für die Clásica San Sebastián 2026:
| Remco Evenepoel |
| Haimar Etxeberria |
| Emil Herzog |
| Daniel Martinez |
| Gianni Moscon |
| Giulio Pellizzari |
| Maxim Van Gils |