Seit Monaten zählt Biniam Girmays Wechsel zum
NSN Cycling Team zu den spannendsten Geschichten des Transferwinters. Ein historischer Gewinner des Grünen Trikots, ein Aushängeschild für ein neu firmiertes WorldTour-Projekt und ein Fahrer, der offen nach einer Struktur sucht, die seine Stärken im Sprint und in den Klassikern besser trägt.
Jetzt bekommt dieses lange Vorspiel eine Startlinie. Girmay gibt sein Debüt in NSN-Farben bei der Volta a Comunitat Valenciana am 04.02., der erste sichtbare Schritt in eine Saison, die für Fahrer und Team wegweisend werden könnte.
„Ich hatte ein super Trainingslager im Januar auf Mallorca mit den Jungs, und wir konnten einige Rennsimulationen fahren, die ziemlich gut aussahen“,
erklärte Girmay in einer NSN-Pressemitteilung. „Natürlich weiß man vor dem ersten Rennen nie genau, wie man selbst drauf ist oder wie die anderen fahren, aber ich bin zuversichtlich, was meine Form angeht. Ich kann noch an Feinheiten arbeiten, aber für diesen Zeitpunkt der Saison stehe ich da, wo ich sein will, und ich bin extrem motiviert vor meinem ersten Rennen im neuen Teamtrikot.“
Diese Worte wiegen mehr als ein routiniertes Vorsaison-Update. Sie beschreiben einen Fahrer, der nicht Form sucht, sondern mit klarer Absicht in ein neues Umfeld kommt.
Ein Debüt, das die Gründe für den Wechsel widerspiegelt
Als Girmay sich für NSN entschied, war die Botschaft aus seinem Umfeld eindeutig. Er wollte ein Team, das sein Finale stärker auf seine Sprintabschlüsse und Klassikerziele zuschneidet. Die frühen Monate 2026 zeigen diese Absicht bereits in der Praxis.
In Valencia erhält er in den Sprints Unterstützung von Guillaume Boivin, Tom Van Asbroeck, Matîs Louvel und Neuzugang Lewis Askey. Das wirkt weniger wie ein generisches Frühjahrsaufgebot und mehr wie eine Formation mit klar umrissenem Auftrag.
Sportdirektor
Dimitri Claeys formulierte das offen. „Natürlich treten wir bei der
Volta a la Comunitat Valenciana mit dem Ziel von Etappensiegen an, und wir haben einen starken Sprintzug um Biniam herum, um dieses Ziel anzugehen“, sagte Claeys.
„Aber da es Biniams erstes Rennen mit dem Team und mit dieser Anfahrtsgruppe ist, gehört es zu unseren wichtigsten Zielen, als Gruppe echte Rennerfahrung zu sammeln, die Teamarbeit zu verbessern, die Neuen zu integrieren und zu lernen, wie wir am besten miteinander Rennen fahren“, ergänzt er. „Der Fokus auf diese Aspekte wird im Verlauf der Saison entscheidend sein, und wir wollen dieses Fundament jetzt legen.“
Die Akzentsetzung ist bezeichnend. Es geht nicht um eine einwöchige Ergebnissuche, sondern um den Beginn eines längeren Prozesses.
Der erste Schritt in eine größere Geschichte 2026
Girmay selbst benennt das unmittelbare Ziel klar. „Die erste Etappe ist definitiv mein Hauptziel. Etappe drei wird hart, und es hängt davon ab, wie die Klassementfahrer sie fahren, aber an einem guten Tag kann ich den Anstieg überleben und im Sprint dabei sein, denn das ist eine weitere gute Chance. Wir gehen es Tag für Tag an.“
Parallel zum Sprintfokus erhalten Riley Sheehan und Pau Martí die Freiheit, ohne Druck das Gesamtklassement zu verfolgen. Das ist ein weiteres Indiz, dass die primäre taktische Ausrichtung der Woche um das Sprintprojekt kreist.
Für Girmay ist dieses Debüt weniger ein Kalendereintrag als ein Signal. Nach einem Winter der Erwartung und einem Wechsel, der im Peloton die Messlatte höher legte, zeigt das erste Rennen in NSN-Farben erstmals, wie sich das Projekt um ihn auf der Straße formt.
Valenciana umfasst im Februar zwar nur fünf Etappen, doch für Girmay markiert sie den tatsächlichen Beginn eines neuen Kapitels, das seit Monaten vorbereitet wird.