„Mathieu hat auf dem Rad keinen Ebenbürtigen“ – Van der Poels Teamchef will Omloop-Debüt nach historischem achtem Cross-Regenbogentrikot, aber nur, wenn der Wiedereinstieg reibungslos verläuft

Cyclocross
Montag, 02 Februar 2026 um 18:00
mathieuvanderpoel
Für Alpecin-Premier Tech-Boss Christoph Roodhooft hat das Gespräch über Mathieu van der Poel derzeit zwei Ebenen. Zuerst die Einordnung dessen, was am Ende der Wintersaison seines Superstars in Hulst passiert ist. Dann das behutsame Steuern dessen, was als Nächstes kommt.
Im Gespräch mit Wieler Revue nach den UCI-Cyclocross-Weltmeisterschaften 2026 zögerte Roodhooft nicht, als es um van der Poels Platz in der Cross-Historie ging. „In manchem hat Mathieu auf dem Rad keinengleichen. Cyclocross gehört dazu. Man kann das Licht der Sonne nicht leugnen. Es besteht kein Zweifel, dass er der Größte ist.“
Dieses Urteil folgte auf van der Poels achtes Cross-Regenbogentrikot, eine Vorstellung im Regen und Schlamm, die nach Meinung vieler Beobachter die endlose GOAT-Debatte klar in eine Richtung verschob.
Roodhoofts Fokus schwenkte jedoch rasch von der Legacy zur Logistik.

Omloop ist eine Option, aber nur mit dem richtigen Neustart

Van der Poel hatte zuletzt selbst die Möglichkeit eines Starts bei Omloop Het Nieuwsblad ins Spiel gebracht, einem Rennen, das er trotz seines passenden Profils noch nie bestritten hat. Für Roodhooft ist die Idee reizvoll, zumal für ein belgisches Team am Opening Weekend.
„Wir haben bereits über die Straße gesprochen. Letztes Jahr war Mathieu sehr klar, dass er am Opening Weekend nicht teilnehmen wollte. Das fand ich letztes Jahr schade, denn diese Rennen sind für ein belgisches Team wichtig. Ich denke auch, es wäre gut für ihn, aber erste Voraussetzung ist, dass sein Neustart reibungslos verläuft.“
Eile besteht nicht. Van der Poel hat nach der WM zunächst eine kurze Pause eingelegt. „Er macht jetzt erst einmal eine Woche Ruhe. Danach beginnt er wieder zu trainieren, aber das läuft in einem Jahr geschmeidiger als im anderen.“
Diese Variabilität spricht Roodhooft offen an, statt sie kontrollieren zu wollen.

Wintersport, mentale Balance und ein anderer van der Poel

Auffällig in Roodhoofts Denken ist die Akzeptanz, dass van der Poel mentalen Reset ebenso braucht wie körperliche Erholung. „Ja, er macht diese Woche auch einen Wintersporttrip. Wir erlauben ihm diese Reise. Andernfalls hätten wir bei der WM auch sagen können, er müsse vorsichtig sein. Dass er diese Reise macht, sorgt tatsächlich für die mentale Balance, die nötig ist.“
Statt den Trip als Risiko zu sehen, ordnet Roodhooft ihn als Teil der Gründe ein, warum van der Poel heute so performt. „Ich glaube, er macht vieles korrekter als früher. Und er hat kaum Probleme, das zu halten. Er hat eine unglaublich gute Balance gefunden. Der Sport hat darin seinen Platz. Er ist bereit, Opfer zu bringen, kann sich im Training enorme Schmerzen zumuten und hat auch das dazugehörige Leben angenommen.“
Diese Balance zeigt sich laut Roodhooft nicht nur in Ergebnissen, sondern auch im Auftreten. „Er führt ein Leben, das in allen Aspekten perfekt im Gleichgewicht ist. Das spiegelt sich im Sport, denn ich finde es unglaublich, wie viel Ruhe er heutzutage ausstrahlt.“

Vom Hulster Schlamm auf belgisches Pflaster?

Das Bild von van der Poel, wie er in Hulst im Regen durch ausgefahrene, schräg abfallende Passagen schwebte, ist noch frisch. Die Idee, diese Form direkt auf Kopfsteinpflaster und enge Straßen des Opening Weekend zu übertragen, ist verlockend.
Für Roodhooft ist die Priorität jedoch klar. Die Entscheidung fällt nicht nach Lust oder Spektakel. Sie fällt danach, wie reibungslos van der Poel nach einem Winter, der mit einem weiteren Stück Cross-Geschichte endete, wieder anrollen kann.
Wenn dieser Neustart wie geplant gelingt, könnte ein Omloop-Debüt des Fahrers, der laut Roodhooft „auf dem Rad keinengleichen“ hat, endlich Realität werden.
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