„Kein Verstecken“ – Tom Pidcock sendet eine klare Botschaft vor der Superga-Entscheidung bei Milano - Torino 2026

Radsport
durch Nic Gayer
Mittwoch, 18 März 2026 um 13:00
Tom Pidcock
Tom Pidcock reist mit einer bemerkenswerten Klarheit zu Milano - Torino, die jedes übliche Vorklappengeplänkel überflüssig macht. An einem Tag, an dem das älteste Radrennen der Welt erneut an den Hängen der Superga entschieden wird, verfolgt der Brite einen kompromisslosen Ansatz: keine Ausreden, keine Unbekannten - nur die Beine zählen.
„Ja, auf jeden Fall. Deshalb bin ich hier“, sagte Pidcock im Gespräch mit Cycling Pro Net auf die Frage, ob er sich zu den Favoriten zählt. „Das Rennen liegt mir. Ich bin es noch nie gefahren, aber der Anstieg passt mir richtig gut. Wir sind hier, um zu gewinnen.“

Ein Rennen, das von der Superga geprägt ist

Dieser letzte Punkt bringt es auf den Punkt. Milano - Torino ist in seiner modernen Form selten ein Rennen der feinen Nuancen. Nach einem weitgehend flachen Beginn explodiert das Geschehen am Anstieg zur Basilika von Superga. Am Ende läuft alles auf eine zentrale Frage hinaus: Wer hat die besten Beine, wenn die Straße steil wird.
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Pidcock hält es bewusst einfach. „Auf dem Anstieg sprechen die Beine. Verstecken gibt es nicht.“
Die aktuelle Streckenführung hat Milano - Torino zu einem klaren Formtest für explosive Kletterer gemacht. Nach dem Start in Rho und den flachen Kilometern durch Norditalien führt das Rennen zu zwei Auffahrten der Superga - mit Rampen, die regelmäßig über die Marke von 10 Prozent hinausgehen.
Für klassische Taktik bleibt kaum Raum. Positionierung und Timing spielen eine Rolle, doch die Entscheidung fällt meist über reine Kletterstärke in einem Anstieg von rund 12 bis 13 Minuten.
Bemerkenswert: Pidcock kennt die Superga bislang nicht aus dem Rennen. „Nein, ich war noch nie da. Ich kenne ihn nicht“, sagte er offen.
Trotzdem zeigt er keinerlei Zweifel. „Grob sind es 12, 13 Minuten. Ein harter Anstieg. Mehr weiß ich nicht. Ich meine, was gibt es da groß zu wissen? Es geht bergauf.“
Diese Haltung beschreibt sowohl den Fahrer als auch das Rennen treffend. Die Superga stellt ihre Anforderungen offen zur Schau - und Pidcock begegnet ihr mit derselben Klarheit. Gerade diese Einfachheit macht den Unterschied.

Frische Beine nach Strade Bianche

Pidcocks Start in Turin folgt zudem auf einen bewusst angepassten Aufbau im Vergleich zu seinem Programm Anfang März. Nach den Strapazen der Strade Bianche setzte der Brite gezielt auf Erholung und Training, statt weitere Rennen zu absolvieren.
„Es war gut. Das Terrain lag mir“, sagte er über seinen letzten Block. „Strade war so ein hartes Rennen, dass es tatsächlich gut war, etwas zu regenerieren, Trainingszeit zu haben und jetzt mit einer anderen Vorbereitung in diese Rennen zu kommen.“
Dieser Ansatz könnte sich auszahlen. Milano - Torino belohnt häufig Fahrer, die mit frischen Beinen starten, statt mit angesammelter Müdigkeit. Vor allem, weil das Rennen abrupt von einem kontrollierten Aufbau in maximale Intensität am Schlussanstieg kippt.

Eine einfache Gleichung

Bei allen Diskussionen über Favoriten und Form bleibt die Gleichung bei Milano - Torino brutal einfach. Das Rennen entwickelt sich ruhig über die Ebenen, das Feld wird an der ersten Auffahrt selektiert - und entschieden wird alles beim zweiten Mal, wenn die Straße zur Superga erneut anzieht.
Pidcock weiß das genau und versucht nicht, mehr daraus zu machen, als es ist.
Es gibt keine Vorteile durch Besichtigungen, keine komplexen taktischen Spielchen zum Verstecken. Nur ein Anstieg, ein Feld voller Konkurrenten und die Erwartung, dass sich am Ende der Stärkste durchsetzt.
An einem Tag, an dem sich das älteste Radrennen der Welt auf seine reinste Form reduziert, ist Pidcocks Botschaft so klar wie die Strecke selbst: Es gibt kein Verstecken.
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