"Es sieht schlecht aus, wenn er selbst die Rosa angreift“ – Del Toro und Ayuso liefern sich in der dritten Giro-Woche einen epischen Kampf
Radsport
Nach 15 Etappen des Giro d’Italia bleibt Isaac Del Toro in der Maglia Rosa – eine außergewöhnliche Leistung für den jungen mexikanischen Fahrer in seinem zweiten Grand Tour-Rennen überhaupt. Während sein Aufstieg die Fans begeistert, bereitet er gleichzeitig dem UAE Team Emirates - XRG taktische Kopfschmerzen, die diese Woche einen großen Teil der Berichterstattung ausmachen.
Del Toro sollte ursprünglich nie der Teamleader sein. Diese Rolle war für Juan Ayuso vorgesehen, der endlich seine Chance bekommen sollte, aus dem Schatten von Tadej Pogacar herauszutreten. Doch im Verlauf des Rennens ist es Del Toro, der die Führung, das Trikot und vielleicht auch den mentalen Vorteil innehat.
Auf dem Gipfelanstieg der 15. Etappe am Monte Grappa bewies Del Toro erneut, dass er zur Elite gehört. Er setzte sich von den meisten Fahrern ab und fand sich in einer ausgewählten Gruppe mit den Gesamtklassement-Anwärtern Thymen Arensman, Egan Bernal, Derek Gee und Richard Carapaz wieder. Dabei fuhr Del Toro jedoch nicht als freier Fahrer. Er beobachtete die Aktionen der anderen, fuhr eher zurückhaltend und dachte nicht an seine eigenen Ambitionen, sondern an die seines designierten Teamkapitäns Ayuso.
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Diese Dynamik wirft nun eine schwierige Frage auf: Sollte UAE Team Emirates ihre Unterstützung auf Del Toro umstellen und den derzeit führenden Fahrer fördern? Oder sollten sie am ursprünglichen Plan festhalten und weiterhin um Ayuso herum aufbauen?
Del Toro führt das Rennen aktuell mit 1:20 Minuten Vorsprung auf Simon Yates von Visma an. Juan Ayuso liegt mit 1:26 Minuten Rückstand auf seinen Teamkollegen auf Platz drei. Dass Del Toro so stark aussieht, überrascht nicht, schließlich ist er ein großes Talent – doch vor Ayuso zu liegen, ist eine Überraschung.
Der ehemalige Profi und Eurosport-Analyst Michael Boogerd glaubt, dass das Team vor einem heiklen Balanceakt steht – vor allem mit Blick auf die anspruchsvollere dritte Woche.
"Es wäre seltsam, Del Toro zu sagen, dass er den Giro nicht gewinnen darf“, sagte Boogerd. "Ayuso sollte einfach folgen, mit den Fahrern gehen, die angreifen, und sehen, ob Del Toro abreißen lassen muss. Es sieht nicht gut aus, wenn er selbst die Rosa attackiert.“
Boogerd hob hervor, wie viel Respekt Del Toro trotz der Führung im Rennen weiterhin Ayuso entgegenbringt: "Sie spüren es besser, aber das Team sieht auch, wie Del Toro fährt und weiß, wie gut er unterwegs ist“, fügte er hinzu.
"Die Verhältnisse wurden wahrscheinlich etwas verdreht. Aber es fiel auf, dass UAE die Lücke zu Del Toro geschlossen hat. Man sieht, dass er in dieser Situation etwas ungewohnt ist und immer noch großen Respekt vor Ayuso hat. Er regelt aber auch vieles selbst, er hat sein Team kaum gebraucht.“
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Boogerd warnte auch, dass die Zeit fürs Zögern vorbei sein könnte. Das Team muss daran denken, den Gesamtsieg zu sichern, und das könnte bedeuten, Del Toro mehr Freiheiten zu geben.
"Stell dir vor, du bist am Dienstag in der Situation, dass du mit Simon Yates vorne bist und du hast die Beine. Dann muss er einfach fahren. Er muss auch den endgültigen Sieg sichern. Es scheint, als könne er das schaffen.“

UAE müssen aus Roglics schrecklicher Etappe 15 Kapital schlagen
Während UAE mit internen Entscheidungen ringt, erlitt einer ihrer Hauptkonkurrenten einen erheblichen Rückschlag. Primoz Roglic hatte einen brutalen Tag, verlor 90 Sekunden auf seine Rivalen und seine Verfassung wird infrage gestellt. Es ist sehr selten, Roglic in so einer verletzlichen Position zu sehen, und UAE sollte diese Chance nicht ungenutzt lassen.
"Er war am Ende, oder er hat wohl etwas unter der Haut“, sagte Boogerd. "Es ist ziemlich überraschend, dass er abreißen lassen musste, denn dieser letzte Anstieg war nicht sehr schwer. Er war lang, aber nicht steil.“
"Wahrscheinlich ist es eine Krankheit oder einfach eine schlechte Nacht. Sonst sagt man so etwas nicht.“
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
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- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026











