„Er war der Stärkste. Das muss man zugeben“ – Wout van Aert zollt Van der Poel nach packendem Tirreno–Adriatico-Sprintduell Respekt

Radsport
Donnerstag, 12 März 2026 um 17:30
Mathieu van der Poel outsprints Giulio Pellizzari and Wout van Aert
Wout van Aert sprach von einer verpassten Chance, nachdem Mathieu van der Poel ihn im Sprint am Ende einer packenden vierten Etappe von Tirreno–Adriatico knapp abfing, erkannte jedoch umgehend an, dass sein Langzeitrivale im entscheidenden Finale schlicht der stärkste Fahrer war.
Der Kapitän von Visma | Lease a Bike prägte die Etappe maßgeblich, als das Rennen in den Schlusskilometern auf den steilen Rampen explodierte. Nach der offensiven Vorarbeit seiner Mannschaft, die das Feld deutlich ausdünnte, gehörte Van Aert zu den Fahrern, die im Sprint um den Sieg kämpften.
Am Ende entschied Van der Poels perfekt getimter Antritt.
„Er war der Stärkste. Das muss man zugeben“, sagte Van Aert anschließend laut Sporza.

Visma formt die entscheidende Selektion

Die Basis für das Finale legte Team Visma | Lease a Bike auf den brutalen Steigungsprozenten des Schlussrundkurses. Matteo Jorgenson zog auf den Anstiegen ein hohes Tempo an, dünnte das Peloton aus und sorgte dafür, dass nur noch eine kleine Favoritengruppe um den Sieg fuhr.
Van Aert überstand die Selektion gemeinsam mit Fahrern wie Van der Poel und Filippo Ganna, während viele Endschnellste bereits vor den letzten Kilometern abgehängt waren. „In einer kleinen Gruppe zu sprinten, ist immer schwierig“, erklärte Van Aert.
Der Belgier gehörte im Finale zudem zu den aktivsten Fahrern. Auf den letzten Kilometern reagierte er selbst auf späte Attacken von Jan Christen und Ganna, um eine entscheidende Lücke zu verhindern. „Ich habe auf diese späte Attacke zu schnell reagiert. Da habe ich meinen Sprint schon gefahren“, gab er zu.

Schmerzhafte Rampen im Finale

Auch wenn ihm der Sprint entglitt, verwies Van Aert auf die starke Teamarbeit früher in der Etappe als klaren Pluspunkt des Tages. „Wir sind ein wirklich gutes Rennen gefahren“, sagte er.
Timo Kielich spielte eine Schlüsselrolle bei der Positionierung vor den entscheidenden Anstiegen, sodass Jorgenson übernehmen und auf den steilen Rampen das Tempo forcieren konnte, das das Feld zerfaserte. „Kielich war vorne sehr aufmerksam. Er hat uns entscheidend vor dem Anstieg platziert. Wenn man dann jemanden wie Jorgenson hat, der die Gruppe ausdünnt, weiß man, dass nicht viele mitgehen können.“
Der Preis für diese Arbeit war jedoch hoch. „Mein Gefühl dort? Schmerz“, lachte Van Aert. „Kurz war ich über meinem Limit.“
Die steilen Rampen erfüllten ihren Zweck und reduzierten das Feld, doch entscheidend: Die Fahrer, die Van Aert am liebsten distanziert hätte, waren noch dabei. „Ich weiß, dass man die schnellsten Sprinter loswerden muss, aber Fahrer wie Mathieu und Ganna waren noch da. Die sind sehr schwer zu schlagen.“
Wout van Aert vor Etappe 2 bei Tirreno–Adriatico 2026
Wout van Aert vor Etappe 2 bei Tirreno–Adriatico 2026

Respekt nach dem Sprintduell

Als sich der Sprint in den letzten Metern öffnete, startete Van der Poel früh und riss sofort eine Lücke, die niemand schließen konnte. „Mathieu ist von weit draußen gegangen“, sagte Van Aert. „Als er ging, kam keiner mehr an sein Hinterrad.“
So überwog zunächst der Frust, dem Sieg so nahe gewesen zu sein. Dennoch fand der Belgier Gründe zur Zuversicht – sowohl in seiner eigenen Form als auch in der Art, wie sein Team die Etappe gestaltet hatte.
„Im Moment überwiegt die verpasste Chance“, räumte er ein. „Aber ich bin zufrieden. Es war ein guter Tag.“
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