"Es wird für ihn extrem schwer das Podium“ – Macht es für Primoz Roglic überhaupt noch Sinn, beim Giro weiterzufahren?
Radsport
Primoz Roglic erlitt auf der 15. Etappe des Giro d’Italia 2025 einen schweren Rückschlag in seinen Ambitionen, das Rennen zu gewinnen. Er verlor 90 Sekunden auf seine Rivalen in der Gesamtwertung und rutschte im Klassement deutlich ab – für viele war es ein katastrophaler Tag für den Slowenen.
Im Gespräch bei TNT Sports Cycling analysierten die Experten Jonathan Vaughters, Robbie McEwen und Adam Blythe die Etappe sowie Roglics dramatischen Zeitverlust. Aktuell liegt er nur noch auf Rang 10 der Gesamtwertung, 3 Minuten und 53 Sekunden hinter dem Führenden – und das bei nur noch einer verbleibenden Woche im Rennen. Zur Erinnerung: Roglic gewann den Giro bereits 2023, doch seine Chancen auf eine Wiederholung dieses Erfolgs schwinden von Tag zu Tag.
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"Jemand, der ganz offensichtlich unter dieser Erschöpfung leidet, ist Primoz Roglic“, stellte das Expertenpanel fest, als die aktualisierte Gesamtwertung gezeigt wurde: Simon Yates bleibt weiterhin auf Rang zwei, nun zeitgleich mit Richard Carapaz. Weitere Klassementfahrer wie Damiano Caruso, Antonio Tiberi, Egan Bernal und Thymen Arensman rückten allesamt nach vorne, während Roglic weiter abrutschte.
Jonathan Vaughters brachte es unverblümt auf den Punkt: "Es ist offensichtlich sehr schwer für ihn, das Rennen noch zu gewinnen – oder überhaupt auf dem Podium zu landen.“
Mit Blick auf die entscheidende Schlusswoche richtete sich der Fokus der Runde auf die Fahrer, die aktuell Stärke zeigen. "Für mich sah Derek Gee sehr gut aus. Bernal hat immer eine gute Ermüdungsresistenz in den Hochgebirgen. Und natürlich – ich muss es sagen – Carapaz sah ebenfalls stark aus“, erklärte Vaughters, Teamchef bei EF Education-EasyPost.
"Carapaz sah großartig aus. Ayuso eher so lala. Und Del Toro wirkte, als hätte er gemütlich eine Zigarre geraucht“, fügte Vaughters hinzu – eine Anspielung auf die beeindruckende Leichtigkeit, mit der der junge Mexikaner den Tag meisterte.
Dann erinnerte Adam Blythe augenzwinkernd an einen oft übersehenen Gesamtklassement-Favoriten: "Wisst ihr, was ich daran immer liebe – wir machen’s schon wieder – wir vergessen ständig Simon Yates.“
Vaughters stimmte lachend zu: "Ja, stimmt, aber Simon… er hat angegriffen. Zwei Kilometer vor dem Ziel ist er losgefahren, und er bringt halt Erfahrung mit. Manchmal ist er stark in der dritten Woche einer Grand Tour, manchmal nicht. Ich meine, wir alle erinnern uns an den Giro d’Italia, bei dem er drei oder vier Etappen gewonnen hat – ich denke, er erinnert sich auch –, und dann ist er spektakulär eingebrochen. Wir werden sehen, aber natürlich ist er definitiv auch ein Kandidat fürs Podium.“

McEwen lobte die Widerstandsfähigkeit von Yates: "Ich fand ihn heute aus mehreren Gründen wirklich beeindruckend. Es gab ein paar Momente, in denen es so aussah, als würde er abgehängt werden, als wäre sein Rennen vorbei … Aber dann mit dieser Gruppe ins Ziel zu kommen, auf all diese Angriffe zu reagieren und selbst noch einmal anzugreifen — das ist auch für das Team wirklich ermutigend.“
Das Panel hob außerdem Bart Lemmen hervor, der eine zentrale Rolle für Yates’ Team spielte. "Es war auch wirklich ermutigend, dass Bart Lemmen wieder dabei war und vorne noch eine Führungsarbeit leisten konnte“, sagte McEwen. "Ich denke, wenn man Visma | Lease a Bike ist, dann geht man in diesen zweiten Ruhetag mit dem Gefühl: Ja — das ist wirklich eine sehr, sehr gute Ausgangslage.“
Blythe stimmte zu und meinte, von Yates sei noch mehr zu erwarten: "Wenn man sich anschaut, wie Simon heute gefahren ist … Ich glaube, bis jetzt war er noch nicht wirklich auf seinem bevorzugten Terrain. Auch wenn es eine harte Etappe mit viel Kletterei war, waren es nicht die Anstiege mit den Steigungsprozenten, auf denen wir ihn normalerweise glänzen sehen. Da kommt also, denke ich, noch einiges auf uns zu.“
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Und erneut stach Lemmens Beitrag besonders hervor. "Sein Team war heute unglaublich — vor allem, wenn man bedenkt, dass sie nicht gerade über eine Vielzahl starker Berghelfer verfügen“, sagte Blythe. "Ich finde, Bart Lemmen hat heute wirklich alles gegeben. Er war in der Ausreißergruppe, hat dann hart gearbeitet. Ehrlich gesagt: Ich verleihe ihm heute den Titel Domestique des Tages. Nicht, weil er das Rennen entschieden hat, sondern weil er als einziger Helfer da war und seinen Job so stark gemacht hat.“
"Er war großartig“, ergänzte McEwen. "Absolut.“
Während der Giro in seine entscheidenden Schlussphasen geht, wird Primoz Roglic etwas Außergewöhnliches brauchen, um die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Gleichzeitig positionieren sich Fahrer wie Yates, Carapaz, Ayuso und Del Toro zunehmend für einen Podiumsplatz.
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- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026










