Die Geburt einer „vierten Grand Tour“ könnte zum „Wendepunkt“ des Straßenradsports in Indien werden

Radsport
Freitag, 16 Januar 2026 um 9:30
Landscape UAE 2022
Einen Tag bevor für die meisten Radsportfans mit der Tour Down Under am Dienstag, 20.01.2026, die Saison offiziell beginnt, startet eine Grand Tour in… Indien! Nein, wir sind nicht verrückt geworden, aber weder Giro, Tour noch Vuelta sind beteiligt. Stattdessen steht der sogenannte „Pune Grand Tour“ als erster internationaler Wettkampf in Indien seit 2013 im UCI-Kalender. Das fünftägige Etappenrennen in der Region Pune beginnt am Montag, 19.01., und endet am Freitag.
Für den Radsport im bevölkerungsreichsten Land der Welt ist das die Chance auf eine Renaissance nach einem Popularitätsknick im vorherigen Jahrzehnt. In den vergangenen Jahren hat der Straßenradsport in Indien jedoch Schritt für Schritt wieder Boden gutgemacht.
Entsprechend wird der Pune Grand Tour als Großereignis erwartet, als Feier, die weit über den Sport hinausgeht. Zur 2.2-Rundfahrt melden sich 171 Fahrer für den Prolog am Montag. Im Feld stehen mehrere namhafte Teams, die die Geburt einer vierten Grand Tour gewissermaßen aus nächster Nähe miterleben wollen.
Zu den prominentesten Teilnehmern zählen das ProTeam Burgos Burpellet BH, das belgische Conti-Team Tarteletto-Isorex mit Ex-Profi-Sprinter Timothy Dupont sowie das chinesische Team Li Ning Star mit dem ehemaligen Bahrain-Sprinter Cameron Scott. Gastgeber Indien nominiert zwei Mannschaften: das Nationalteam, überwiegend mit erfahrenen Fahrern, und ein Development Team für Nachwuchstalente.

Ein Wendepunkt

„Jeder Sport hat diesen Wendepunkt. Ich denke, für den Straßenradsport könnte dies hoffentlich der Moment sein“, sagte Indiens Nationalteam-Kapitän Naveen John dem Global Peloton Newsletter vor dem Rennstart.
Der 39-jährige Routinier John ist neunfacher indischer Meister im Zeitfahren und gilt im 8 Kilometer langen Auftaktprolog als aussichtsreichster Heimfahrer. Er dürfte der einzige Starter sein, der 2013 bei den „Cyclothons“ dabei war.
Während die nationale Szene in den vergangenen Monaten und Jahren Fahrt aufgenommen hat, betont John, wie wichtig der Vergleich mit dem internationalen Peloton sein wird: „Die Sichtbarkeit, die das Rennen bekommt, ist enorm. Es ist nicht nur auf Bundesstaatsebene oder innerhalb von Radsportkreisen. Zum ersten Mal durchbricht ein Event in unserem Sport diese Blase.“
„Das ist ein Meilenstein für Pune und Indien, und wir sind bereit, ein Rennen zu liefern, das einen neuen globalen Maßstab für die UCI Asia Tours setzt“, erklärte Jitendra Dudi (IAS), Collector des Distrikts Pune und verantwortlicher Rennleiter, in einer Pressemitteilung.
„Das ist nicht nur ein Rennen; es markiert die Ankunft Indiens als neue Kraft im professionellen Radsport. Für Pune ist es ein stolzer Moment, seine ursprüngliche Identität als ‚Cycle Capital‘ zurückzuerobern. Die erste Ausgabe wird ein Markstein, um Indien als internationales Radsportziel zu etablieren. Für uns ist die Bajaj Pune Grand Tour mehr als nur die Ausrichtung eines Rennens; wir wollen ein Vermächtnis für Pune und Indien schaffen. Wir lassen uns von 120 Jahren Tradition inspirieren, die die Tour de France geschaffen hat. Die Rekordbeteiligung an der Pune Grand Tour bestärkt uns darin, dass Indien in naher Zukunft seine eigene ‚Pro Tour‘ haben kann – mit Pune an der Spitze dieser Ambition.“
Laut Global Peloton wurden zur Ankunft des Rennens 500 km Straßen in Maharashtra neu asphaltiert, zudem meldeten sich über 3.000 Freiwillige an.
Während der Prolog die ersten Karten für die Gesamtwertung verteilen dürfte, enden die meisten Etappen voraussichtlich in Massensprints. Spannung verspricht die dritte Etappe mit mehreren kurzen Anstiegen; der letzte folgt 17 Kilometer vor dem Ziel und ist zugleich der härteste des Tages – 1,8 km bei 8,7 %.
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