Streckenprofil und Route Strade Bianche 2026

Radsport
durch Nic Gayer
Montag, 02 März 2026 um 12:00
Profile StradeBianche2026
Am 07.03. nimmt das Männerpeloton eine der eigenständigsten und prestigeträchtigsten Klassiker des Kalenders in Angriff: Strade Bianche. Auf den staubigen Schotterstraßen der Toskana fordert das Rennen Jahr für Jahr alles von den Fahrern - mit brutalen Anstiegen, langen Offroad-Passagen und einer spektakulären Kulisse. Die Mischung aus Härte und Panorama hat Strade Bianche in kürzester Zeit zu einem Fixpunkt des Radsports gemacht. Der Start der Männer erfolgt um 11:45 Uhr CET, die Zielankunft ist für 16:00 Uhr CET geplant.
2007 riefen die Organisatoren das Rennen ins Leben. Heute gilt Strade Bianche als heißester Kandidat auf den nächsten Monument-Status. Die Geschichte ist deutlich kürzer als jene der etablierten Denkmäler, doch der Ruf im aktuellen Peloton ist unübertroffen, die Siegerliste beeindruckend.
Seit 2014 triumphierte nur ein Fahrer, der zuvor weder eine Tour de France noch einen Weltmeistertitel - Straße, Cyclocross oder Mountainbike - oder ein Monument gewonnen hatte. Dieses Detail unterstreicht den Stellenwert des Rennens: In Siena setzen sich nur absolute Topfahrer durch.
Alexandr Kolobnev sicherte sich 2007 den Premierensieg. Bereits ein Jahr später reiste Fabian Cancellara in die Toskana und holte den ersten seiner drei Erfolge. Das Starterfeld gewann rasant an Klasse. 2011 dominierte Philippe Gilbert auf dem Weg zu seiner historischen Saison. Es folgten Cancellara 2012, Moreno Moser 2013, Michal Kwiatkowski 2014 und Zdenek Stybar 2015. Danach jubelten erneut Cancellara und Kwiatkowski. 2018 gewann Tiesj Benoot, 2019 setzte sich Julian Alaphilippe durch.
Auch die 2020er-Jahre liefern große Namen - nicht nur bei den Siegern, sondern auch auf den Podien. Wout van Aert, Mathieu van der Poel, Tadej Pogacar und Tom Pidcock gewannen das Rennen. In den vergangenen beiden Ausgaben triumphierte erneut Pogacar. 2025 stürzte der Weltmeister schwer auf dem Schotter, kämpfte sich zurück und feierte dennoch einen ikonischen Solosieg in Siena.

Profil: Siena - Siena

Siena - Siena, 202,6 Kilometer
Siena - Siena, 202,6 Kilometer
Die Organisatoren haben die Strecke im Vergleich zu den Vorjahren leicht angepasst, doch an der Härte ändert das nichts. 202 Kilometer stehen auf dem Programm, dazu 3500 Höhenmeter - und das ohne einen einzigen echten Berg. Die Belastung entsteht durch kurze, meist steile Anstiege und das permanente Auf und Ab, das die Fahrer vom Start weg unter Druck setzt.
Insgesamt warten 64 Kilometer Schotter, verteilt auf 14 Sektoren. Die Abschnitte reichen von 600 Metern bis zu 11,7 Kilometern Länge. Sie liegen nicht kompakt beieinander, sondern ziehen sich gleichmäßig durch das gesamte Rennen. Strade Bianche entwickelt sich so zu einem echten Verschleißkampf, in dem Taktik, Positionierung und - ja - auch eine Portion Glück perfekt zusammenspielen müssen. Nach einem welligen Beginn wartet kurz vor Rennhälfte die erste große Prüfung.
Monte Sante Marie
Monte Sante Marie
Lucignano d’Asso, der fünfte und zugleich längste Sektor des Rennens, endet bei noch 127 Kilometern. Der Abschnitt fordert die Fahrer maximal und bietet reichlich Potenzial für Stürze, Defekte, Windkanten und erste Risse im Feld. Jeder Sektor - eigentlich jeder einzelne Kilometer - kann hier zum Verhängnis werden. Wie auf dem Kopfsteinpflaster müssen die Profis unnötige Energieverluste konsequent vermeiden. Genau hier beginnt das echte Rennen.
Monte Sante Marie markiert den ersten klaren Schlüsselsektor. Er endet gut 72 Kilometer vor dem Ziel und enthält einen vollen Kilometer mit 10 Prozent Steigung. An genau dieser Stelle setzte Tadej Pogacar in den vergangenen beiden Ausgaben die entscheidenden Attacken. Die Kombination aus Länge und ständig wechselnden Rampen macht diesen Abschnitt brutal - und immer wieder rennentscheidend.
Colle Pinzuto
Colle Pinzuto
Colle Pinzuto endet 53 Kilometer vor dem Ziel und zählt zu den letzten wirklich brutalen Passagen des Tages. Hier entstehen die Lücken aus purer Wattzahl - nicht durch Zufall oder Rennchaos. Das Profil kennt keine echten Abfahrten, die Fahrer bekommen keine Pause. Stattdessen verlangt der Abschnitt einen rohen, kompromisslosen Krafttest.
Anschließend folgt Le Tolfe, die Kuppe liegt 42 Kilometer vor dem Ziel. Der Sektor verläuft U-förmig: Zunächst stürzen die Fahrer mit hoher Geschwindigkeit bergab hinein, dann zwingt sie eine giftige Rampe auf losem Schotter aus dem Sattel. Es ist die letzte weiße Straße des Rennens - und oft genau jener Moment, in dem sich die spätere Siegergruppe formiert.
Le Tolfe
Le Tolfe
Traditionell trennten das Feld danach nur noch wenige Hügel vom Ziel in Siena. 2024 bauten die Organisatoren jedoch eine Extrarunde ein - und sie bleibt auch in diesem Jahr im Programm. Bestandteil dieser Schleife ist die 3,3 Kilometer lange Abfahrt von San Giovanni a Cerreto, die 22,5 Kilometer vor dem Ziel endet und noch einmal Tempo ins Rennen bringt.
Im Anschluss stehen erneut Colle Pinzuto und Le Tolfe auf dem Plan, beide müssen ein zweites Mal bewältigt werden. Die Sektoren enden 17 beziehungsweise 12 Kilometer vor dem Ziel. Zu diesem Zeitpunkt kann das Rennen längst entschieden sein - und falls nicht, platzen hier die letzten Träume vom Sieg.
Via Santa Caterina & Finale
Via Santa Caterina & Finale
Von dort aus bleiben noch 12 Kilometer bis ins Ziel. Einfach wird es nicht: Das Terrain zwingt die Fahrer ständig zum Ziehen und Drücken, der Rhythmus bricht nie ab. Dennoch eröffnet dieser Abschnitt die Möglichkeit, das Rennen neu zu ordnen und vor dem Finale noch einmal Allianzen zu schmieden.
Erreicht eine Gruppe gemeinsam Siena, fällt die Entscheidung in den engen Gassen der Altstadt. Die Via Santa Caterina zählt zu den ikonischsten Orten des Radsports und liefert Jahr für Jahr spektakuläre Bilder. Die Schlusspassage steigt auf 700 Metern im Schnitt mit 9 Prozent an, in der Spitze sogar bis zu 16 Prozent. In den letzten Kurven hinein ins Herz von Siena bietet sich die finale Chance zum Überholen.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading