„Er ist der beste 18- und 19-Jährige, den ich je gesehen habe“: Ist Paul Seixas Pogacars größter Rivale bei Strade Bianche?

Radsport
Montag, 02 März 2026 um 10:45
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Das Profipeloton wird Jahr für Jahr jünger, doch der 19-jährige Franzose Paul Seixas verschiebt aktuell die Grenzen dessen, was für einen Teenager möglich ist. Nach einer hochüberlegenen Vorstellung bei der Faun-Ardèche Classic, bei der er mit einer erfolgreichen 40-Kilometer-Soloattacke siegte, hat Seixas viele Experten überzeugt, dass er womöglich das vielversprechendste Talent ist, das der Radsport je gesehen hat.
„Es ist völlig unfassbar mit Seixas“, sagte TV 2 Sport-Radsportexperte Emil Axelgaard. „Ich glaube, ich habe geschrieben, dass es für meine Erwartungen an ihn dieses Jahr keine Grenzen gibt, aber dass er jetzt so gut ist, übertrifft selbst diese himmelhohen Erwartungen. Die Routenänderung machte Solofahren nicht leichter, doch er vergrößerte seinen Vorsprung kontinuierlich. Und ja, Seixas ist ein Monster.“
Seixas selbst war vom Rennverlauf leicht überrascht, da er ursprünglich ein taktischeres Finale erwartet hatte.
„Ich hatte unglaublich gute Beine“, erklärte der junge Franzose im Ziel. „Ich fand am Anstieg ein Tempo, das mir lag, und konnte ständig nachlegen. Wir hatten mit drei bis fünf Fahrern an meinem Hinterrad gerechnet, um anschließend zu kooperieren. An einen Soloausreißer habe ich deshalb nicht wirklich geglaubt – es sei denn, ich hätte einen wirklich, wirklich großen Tag.“

Pogacar und Evenepoel übertroffen

Der Radsport hat zuletzt mehrere junge Phänomene erlebt, allen voran Pogacar und Remco Evenepoel mit sehr frühen Topresultaten. Axelgaard sieht Seixas jedoch auf einem ganz eigenen Niveau.
„Ohne jede Einschränkung – er ist der beste 18- und 19-Jährige, den ich je gesehen habe“, so der Experte. „Schon 2025 hat er neue Maßstäbe gesetzt, was man in dem Alter erreichen kann, und deshalb habe ich vor der Saison gesagt, dass es in Sachen Talente niemanden über oder neben ihm gibt. Was er liefert, lässt die Auftritte von Evenepoel und Pogacar in diesem Alter verblassen.“
Axelgaard betonte, dass Seixas über den Winter riesige Schritte gemacht hat – aufbauend auf seinen starken Resultaten der vergangenen Saison.
„Ich bin wirklich erstaunt, welche enormen Schritte er im Winter gemacht hat – trotz Platz drei bei den Europameisterschaften und Rang sieben in Lombardei im Vorjahr“, sagte er. „Dieses Jahr schlägt er die Allerbesten. Das zeigte er mit Ayuso und Almeida auf Fóia an der Algarve, wo er klar der Stärkste war. Am Samstag hat er in einem extrem starken Feld eine Pogacar-ähnliche Fahrt hingelegt.“
Paul Seixas
Seixas ist das spannendste französische Talent seit Jahren

Grand-Tour-Ambitionen und die Frühjahrs-Klassiker

Mit solchen Auftritten steigen die Erwartungen für den weiteren Saisonverlauf rapide. Axelgaard sieht Seixas als Hauptkonkurrenten Pogacars in den kommenden Klassikern wie Strade Bianche und Lüttich–Bastogne–Lüttich. Zudem rechnet er mit einem äußerst erfolgreichen Debüt bei der Tour de France im Sommer.
„Mit seinem plötzlich brillanten Zeitfahren erwarte ich auch ein gewaltiges Tour-Debüt in diesem Sommer, falls er wie erwartet startet“, prognostizierte Axelgaard. „Und auch wenn wir nichts über seine Belastbarkeit über drei Wochen wissen, kann er beim ersten Versuch problemlos aufs Podium fahren.“
Im größeren Kontext sieht der dänische Experte den Franzosen als natürlichen Erben des aktuell größten Stars. „Langfristig sehe ich ihn als direkten Nachfolger Pogacars, auch wenn ich nicht sicher bin, ob er sein Repertoire wie der Slowene auch auf die flacheren Klassiker ausweiten kann.“
Für den Moment richtet sich der Fokus auf die Strade Bianche am kommenden Samstag. Axelgaard schickte eine klare Warnung an den amtierenden Weltmeister: „Pogacar muss bereit sein, wenn er ihn am Samstag bei Strade abschütteln will.“
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