„Gutes Training und etwas Erholung reichten früher aus“: Ex-Teamkollege von Simon Yates räumt ein, dass der Sport anspruchsvoller geworden ist

Radsport
Freitag, 16 Januar 2026 um 7:00
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Der plötzliche Rücktritt von Simon Yates hat die Radsportwelt erschüttert. Schließlich hatte der 33-Jährige gerade einen Karrierehöhepunkt erreicht und den begehrten Giro d'Italia gewonnen. Für Visma | Lease a Bike ist das ein harter Schlag, allerdings nicht beispiellos: Schon Tom Dumoulin in der Vergangenheit und jüngst auch Fem van Empel verließen den Radsport in ähnlicher Weise.
Ist der Druck der Teams auf die Fahrer zuweilen zu groß geworden, oder handelt es sich um einen Einzelfall? In de Leiderstrui fragte nach bei Milan Vader, ehemals Visma-Profi (2022–2024). „Ich hatte ohnehin das Gefühl, dass sich der Radsport grundsätzlich verändert. Alles wird professioneller, und es geht jedes Mal einen Schritt weiter.“
Der 29-Jährige sieht vor allem bei den Trainingsanforderungen einen großen Unterschied. „Früher hast du einfach gut trainiert… mit sauberem Training und etwas Erholung war es in Ordnung. Jetzt wird viel mehr von dir auch neben dem Rad verlangt. Aber das ist bei jedem Team so, und damit muss man Schritt halten und es annehmen.“
„Man muss es vielleicht sogar ein bisschen mögen“, meint Vader. „Wichtig ist für mich vor allem, dass das Team das versteht. Dass es sagt: Mensch, wir wissen, wir verlangen gerade viel, aber siehst du irgendeine Möglichkeit, das unter einen Hut zu bringen? Am Ende ist der Athlet natürlich derjenige, der Ja sagen muss.“

Q36.5 „bodenständig bleiben“

Dieses Gefühl hat Vader bei seinem aktuellen Team Pinarello-Q36.5 Pro Cycling sehr stark. „Wenn sie so vorgehen… ist das wirklich angenehm. Sie behalten die häusliche Situation im Blick. Sie wissen auch, dass es mehr Zeit kostet, wenn du zweimal am Tag auf dem Rad sitzt. Manche haben Kinder und Ähnliches, und das wird alles berücksichtigt.“
Der Niederländer ist mit der Herangehensweise seines Teams sehr zufrieden. „Wir wollen sehr weit gehen, aber nur so weit, wie wir können. Das sieht man bei vielen Mannschaften im Radsport: Sie haben schlicht eine Vision oder ein Ziel. Sie denken: Das passiert, koste es, was es wolle. Und wenn man die Grenze überschreitet und nicht mehr performt, ist das schade.“
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