„Ich denke, er hätte sie alle schlagen können“: Kristoff sieht Van der Poel im hypothetischen Duell vor Cancellara und Boonen

Radsport
Freitag, 16 Januar 2026 um 9:00
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Alexander Kristoff fuhr fast zwei Jahrzehnte auf höchstem Niveau. Neben unschätzbarer Erfahrung gibt das dem 37-jährigen Norweger auch eine besondere Perspektive darauf, wie sich die frühere Klassiker-Generation um Fabian Cancellara und Tom Boonen mit den heutigen Dominatoren, namentlich Mathieu van der Poel und Tadej Pogacar, messen würde.
Fabian „Spartacus“ Cancellara gewann Paris-Roubaix und die Flandern-Rundfahrt jeweils dreimal, Boonen übertrumpfte ihn in Roubaix. Gegen den 30-jährigen Niederländer, der Cancellaras Bilanz bereits eingestellt hat und in diesem Jahr Richtung Boonen marschiert, fuhren sie nie. Doch würde er die beiden in derselben Ära sogar übertrumpfen?
„Das ist ein schwieriger Vergleich“, sagt Kristoff im Domestique-Podcast. „Aber ich glaube, Van der Poel wäre nur sehr schwer zu schlagen. Ich denke, er hätte sie alle schlagen können“, legt der Flandern-Sieger von 2015 seine klare Sicht auf Van der Poel dar.
Er führt aus: „Keine Ahnung, ob wir seinen Leistungsgipfel schon gesehen haben. Wenn er einen Sahnetag hat, ist er einfach unglaublich. Selbst Pogacar tut sich dann schwer gegen ihn. Da musst du schon sehr gut sein…“

Am Fernseher macht es mehr Spaß

Auch wenn Kristoff vergangenen Winter seine Karriere beendet hat, freut er sich darauf, die beiden Ausnahmekönner im Frühjahr erneut aufeinandertreffen zu sehen. Auf dem Sofa vor dem Fernseher ist es deutlich weniger anstrengend, als am Oude Kwaremont ihr Hinterrad zu halten, merkt er an:
„Vor allem, wenn man nicht mehr Teil des Rennens ist und versucht, ihnen zu folgen. Am Fernseher wird das deutlich mehr Spaß machen.“
Mathieu van der Poel attackiert bei der Flandern-Rundfahrt, Tadej Pogacar am Hinterrad
Mathieu van der Poel beschleunigt bei der Flandern-Rundfahrt, Tadej Pogacar am Hinterrad

Tadej war vom ersten Tag an eine Klasse für sich

Spätestens mit dem Podestplatz bei der Vuelta a España 2019, seiner Grand-Tour-Premiere mit 20 Jahren, war klar, dass Tadej Pogacar zum Gesamtwertungstar reifen würde.
„Ich hatte nicht erwartet, dass er die Tour so schnell gewinnt, aber man sah sofort, wie gut er in so jungem Alter war. Er hat jeden Kletterer bei UAE zerlegt, wie Formolo und Majka. Die hatten im Training keine Chance.“
Doch selbst sein damaliger Teamkollege Alexander Kristoff ahnte nicht, dass er schon ein Jahr später die Tour de France gewinnen würde. Und das auf ziemlich spektakuläre Weise.
„Wir wussten, er ist ein Riesentalent, das irgendwann die Tour gewinnen kann, aber 2020… damit habe ich nicht gerechnet. Das Ziel war Top fünf. Am Ruhetag wurde daraus Platz drei, später dann der Sieg. Er hat’s geschafft. Es war großartig, Teil davon zu sein.“
Und der Slowene beließ es nicht bei Grand-Tour-Siegen. Er sammelt Monumente und WM-Titel, als wären es normale Rennen. Zeitfahren kann er auch. Viel kompletter geht es kaum. „Beeindruckend. Er ist der beste Kletterer, der beste Klassikerfahrer, er kann Zeitfahren… Er ist ein Allrounder, aber so kann man ihn kaum nennen. Er ist in fast allem der Beste. Außer im Sprint, aber insgeheim ist er da auch ziemlich gut“, lacht Kristoff.
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