Derek Gee-West ist nun in jeder Hinsicht ein Fahrer von
Lidl-Trek. Der Kanadier war, bereits im Dezember beim Team-Trainingslager dabei, offiziell gemacht wurde der Wechsel jedoch erst im Januar. Jetzt sprach er mit den Medien über eine breite Themenpalette, darunter die Gerüchte um INEOS Grenadiers, seine Zeit bei Israel - Premier Tech und seinen Rennkalender für 2026.
Derek Gee-West bei Lidl-Trek – Giro-Ziele, INEOS-Gerüchte, Neubeginn
Im August löste Gee seinen Vertrag mit Israel - Premier Tech einseitig auf, woraufhin das Team rechtlich gegen ihn vorging und er mehrere Monate ohne Vertrag war. Im Winter heiratete er, zog einen Strich und schloss sich anschließend
Lidl-Trek an.
Leicht war die Zeit beim israelischen Team nicht. „Ich habe sehr dunkle Tage erlebt; ich dachte, Rücktritt sei eine sehr reale Möglichkeit“, sagte Gee am Dienstag im Interview mit
El País. Am Nachmittag sprach der kanadische Meister in einer Online-Pressekonferenz über mehrere Themen.
Darunter auch die INEOS-Grenadiers-Gerüchte, die im August aufkamen. Gees Abgang von IPT befeuerte die Spekulationen über sein Ziel, schließlich war er einer der gefragtesten Etappenfahrer auf dem Markt. Ein Deal mit INEOS entstand jedoch nicht.
Und laut Gee war das nicht einmal ein Gesprächsthema. „Kam aus dem Nichts, ohne Substanz“, sagte er. Über den Winter wurde klar, dass er zu
Lidl-Trek wechseln würde, das dank höherem Budget weiter wächst. Er stößt als Premium-Neuzugang und Grand-Tour-Kapitän zu Juan Ayuso.
Giro d’Italia-Führung bestätigt
Lidl-Trek hat sich deutlich verstärkt. Juan Ayuso, Mattias Skjelmose und Mads Pedersen richten ihren Fokus auf die Tour de France, doch die Aufstellung für den Giro d’Italia ist keineswegs bescheiden. Jonathan Milan peilt die maglia ciclamino an, und Gee will erneut das Rosa Trikot ins Visier nehmen.
„Ich liebe den Giro wirklich. Seit meiner Kindheit ist er meine Liebling-Grand-Tour. 2023 hatte ich dort meinen Durchbruch. Wenn ich ihn bis zum Karriereende jedes Jahr fahren würde, wäre ich glücklich“, sagt er. Und 2026 wird er wieder am Start sein, was zwar nahelag, nun aber von ihm selbst bestätigt wurde.
„Bei
Lidl-Trek verfolgen wir natürlich eine Mehrzielstrategie mit den Sprints und mit Giulio Ciccone auf Etappenjagd. Einen Kapitän mit einer kompletten Mannschaft um ihn herum zu haben, kann sehr helfen, wie sich das Rennen entwickelt. Es könnte weniger chaotisch werden“, beschreibt er.
Der Kampf dürfte allerdings um das Podium gehen, denn Gee trifft im kommenden Mai auf Rivalen wie João Almeida, vor allem aber Jonas Vingegaard. „[Vingegaard] ist natürlich der Favorit für das Rennen, also lastet viel Druck auf diesem Team“, räumt er ein.
Gleichzeitig ist es gut möglich, dass sein Niveau in der kommenden Saison weiter steigt – wie in den vergangenen Jahren. „Offensichtlich sind die Ressourcen und die Expertise hier enorm. Es ist schwer zu sagen, was die Unterschiede sein werden, weil ich noch nicht gefahren bin. Aber das Ziel in so einem Team ist klar: aufs Podium“, schließt er.
Derek Gee folgt den drei Fahrern, die das Giro d’Italia-Podium bilden sollten