Lucinda Brand machte ihrem Frust nach Rang drei bei den Niederländischen Meisterschaften in Huijbergen keinen Hehl. Nach einem Winter, in dem sie das Frauenfeld weitgehend dominierte und 17 ihrer 20 Rennen gewann, verließ die Topfavoritin den Parcours ohne das rot-weiß-blaue Trikot und ohne das erhoffte Gefühl.
„Ich weiß nicht, ob es mit dem Sturz in der Kuil von Zonhoven zu tun hatte, aber ich hatte die ganze Woche kein gutes Gefühl“, sagte sie.
Zweifel ab der ersten Runde
Die Hoffnung, dass das Rennen ihr Gefühl wenden könnte, verflog schnell. Brand berichtete, sie habe nahezu sofort mit dem Vertrauen gekämpft. „In der ersten Runde hatte ich auf diesem Kurs kein Vertrauen in meine Reifen“, sagte sie.
Kaltes Wetter spielte ebenfalls eine Rolle, war aus ihrer Sicht aber nicht der Kern des Problems. „Kälte liegt mir nie besonders. Aber mit guten Beinen kann man das ausgleichen. Die hatte ich heute nicht.“
Während Alvarado und Pieterse an der Spitze davonzogen und das Rennen Struktur annahm, kämpfte Brand bereits darum, den Schaden zu begrenzen statt das Geschehen zu prägen. Für eine Fahrerin, die in diesem Winter phasenweise unangreifbar wirkte, stand das im deutlichen Kontrast zu der Kontrolle, die sie zuletzt oft gezeigt hatte.
Blick nach vorn nach einem seltenen Ausreißer nach unten
Selbst an einem Tag, den sie als schlecht beschrieb, richtete Brand den Blick lieber nach vorn als auf die Ursachenanalyse. „Hoffentlich habe ich meinen schlechten Tag jetzt hinter mir“, sagte sie.
Mit dem verpassten niederländischen Titel richtet sich der Fokus nun auf die Weltmeisterschaften und die Chance auf das Regenbogentrikot. Nach einer Saison nahezu ununterbrochener Erfolge stach Huijbergen als seltener Moment hervor, in dem die Beine nicht zu den Erwartungen passten und die Winterdominanz sich nicht in einen nationalen Titel übersetzen ließ.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
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