Tibor Del Grosso’s zweiter niederländischer Querfeldein-Titel in Serie in Huijbergen war alles andere als glatt. Was aus der Distanz kontrolliert wirkte, wurde zu einem Rennen voller Probleme, Druck und spätem Zweifel.
Del Grosso war als klarer Favorit gestartet, doch das Rennen weigerte sich, einem einfachen Drehbuch zu folgen. Nach frühen Akzenten wurde Pim Ronhaar zum Hauptgegner und drückte ihn durch den Mittelteil des Rennens.
„Zuerst war ich mit Pim unterwegs. Ich schien ihn endlich abgehängt zu haben, aber dann kam Lars am Ende mit ein paar sehr starken Runden“, sagte Del Grosso. „Leicht war es sicher nicht.“
Kaum schien die Gefahr gebannt, änderte sich das Rennen erneut.
Der Druck kam nicht nur von den Rivalen. Del Grosso musste auch eigene Rückschläge wegstecken. „Ich bin auch einmal gestürzt. Das war nicht ideal. Und dann ist mir noch die Kette runtergesprungen“, sagte er. „Es ging nicht ohne Gegenwehr, aber ich hatte das Gefühl, es war für alle ein schweres, unterschätztes Rennen.“
Den Sturz erklärte er knapp. „Ich bin einfach weggerutscht. Ich wollte eine Rille queren, aber es war zu rutschig, also bin ich weggeschlittert.“
Jede Panne zwang Del Grosso zum erneuten Antritt, während er wusste, dass Van der Haar in den Schlussrunden näher kam.
Respekt vor und nach dem Start
Del Grosso sagte, er habe den Titel nie als selbstverständlich betrachtet, nicht einmal vor dem Start. „Ich wusste, dass ich niemanden unterschätzen durfte“, sagte der 22-Jährige, der im Vorfeld der Meisterschaften zudem mit einer Erkältung zu tun hatte.
Dieses Gefühl blieb bis zum Schluss, als Van der Haars späte Attacke den Zweifel im Rennen zurückbrachte.
Der erneute Sieg bedeutete für Del Grosso mehr als nur ein weiteres Resultat. „Das bedeutet viel. Es ist etwas Besonderes, in so einem besonderen Trikot, auf einem besonderen Rad zu fahren“, sagte er.
Nach einem Rennen, das von Stürzen, Kettenproblemen und spätem Druck zweier der stärksten Fahrer des Landes geprägt war, stand Del Grossos zweiter niederländischer Titel nicht für Dominanz. Er stand dafür, alles Misslungene zu managen und dennoch einen Weg zum Comeback zu finden.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.
🚵🇳🇱 | Tibor Del Grosso grijpt zijn tweede Nederlandse titel op rij. Hij kreeg het niet cadeau, want onder meer de afzwaaiende Lars van der Haar maakte het hem bijzonder lastig! #cyclocross
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