Mathieu van der Poel ist bereits Weltmeister auf der Straße, im Cyclocross (7x) und im Gravel. In den nächsten Saisons dürfte sich das niederländische Phänomen stärker auf das Mountainbike konzentrieren, wo ihm das Regenbogentrikot noch fehlt, doch offenbar überlegt er, seinem Sport-CV schon eine fünfte Disziplin hinzuzufügen.
Im November explodierte das Internet, als Freddy Ovett, Trainingspartner von
Mathieu van der Poel, ein spielerisches Video teilte. Die Botschaft? Erreiche der Beitrag 100.000 Likes, würde MVDP bei einem echten Ironman starten. Zwei Monate später ist die Marke geknackt, und die Radsportwelt spekuliert: Zieht er das wirklich durch?
Der Vorjahres-Weltmeister über die Halbdistanz in seiner Altersklasse
Greg Van Avermaet wurde bei der Velofollies damit konfrontiert. Als regelmäßiger Trainingspartner von Van der Poel in Spanien weiß er am besten, was im Kopf des frisch 31-Jährigen vorgeht.
Fest steht derzeit nur, dass es nicht kurzfristig passiert, angesichts von Van der Poels anderen Verpflichtungen. „Frag ihn, wann er verfügbar ist“, lachte Van Avermaet bei
Sporza und schob sofort nach: „Ich bin verfügbar.“
Eines, das Van der Poel zum Star macht, ist seine Arbeitsmoral: „Wenn er laufen will, ist die Uhrzeit egal. Sagst du, ihr lauft um 7, steht er um 6:50 bereit.“
Diese extreme Triebfeder ist laut Van Avermaet der Grund, warum ein mögliches Triathlon-Debüt von
Mathieu van der Poel kein Sonntagsausflug würde. Er analysiert akribisch das Potenzial seines Trainingspartners. „Seine Schwimmtechnik braucht noch Arbeit, aber ich glaube, er lief im Schnitt 3:30 auf 10 Kilometern. Das ist sehr schnell.“
Und dann ist da die Mentalität. „Über Radfahren muss ich niemandem etwas erzählen … Wenn Mathieu mitmacht, dann nicht, um Fünfzigster zu werden. Er probiert es nicht einfach nur.“ Die Botschaft ist klar: Wenn Van der Poel startet, dann um zu gewinnen. Der Gedanke, dass „Dabeisein wichtiger ist als Siegen“, scheint in seinem Vokabular nicht vorzukommen.
Genau dieser unstillbare Ehrgeiz, der Beste zu sein, überrascht selbst den routinierten Ex-Profi Van Avermaet immer noch. „Auffällig, weil Mathieu schon so viel gewonnen hat.“ Dennoch macht der Niederländer alles mit enormer Leidenschaft: „Routine gibt es bei ihm nicht“, resümiert Van Avermaet.