„Mir wurde schwindlig“: K-B-K-Überraschung Matevz Govekar hätte wegen einer Erkrankung fast den gesamten Frühling verpasst

Radsport
Mittwoch, 04 März 2026 um 9:00
Matevz Govekar sprintet beim 2024 Tour of Britain zum Sieg
Die Kuurne–Brussel–Kuurne 2026 verlief zum zweiten Mal in Folge ungewöhnlich kontrolliert und endete erneut mit einem Massensprint um den Sieg. Das Omloop-Het-Nieuwsblad-Nachfolgerennen bringt bisweilen überraschende Namen nach vorne, diesmal gehörte Matevz Govekar mit Rang vier dazu. Für den 25-jährigen Slowenen ist das mit Abstand das beste Ergebnis in den Kopfsteinpflaster-Klassikern.
Trotz eines relativ ruhigen Rennverlaufs verloren große Sprinter wie Jonathan Milan, Biniam Girmay oder Paul Magnier im hügeligen ersten Rennteil den Anschluss an die Spitze, während Jasper Philipsen nach zahlreichen Defekten weit zurückfiel und in Kortrijk nicht mehr in den Sprint eingreifen konnte. So richteten sich alle Blicke auf Matthew Brennan, der souverän ablieferte und dominant gewann.
Dahinter jedoch entfaltete sich Chaos: Fahrer blockierten sich gegenseitig, am Ende setzte sich das Tudor-Pro-Cycling-Duo Luca Mozzato und Matteo Trentin durch. Der Ex-Europameister war gerade schnell genug, um auf der gegenüberliegenden Straßenseite an Matevz Govekar vorbeizuziehen, der knapp Vierter wurde.
„Als ich die Ziellinie überquerte, wusste ich nicht einmal, ob ich Dritter oder Vierter war“, sagte der Bahrain-Victorious-Profi nach dem Rennen zu Siol. „In den letzten paar hundert Metern hätte ich manches anders machen können, aber so ist es nun einmal.“

Podium ist das nächste Ziel

Der Anfahrtsprint von Brennans Teamkollege Christophe Laporte war schlicht vernichtend, zumal im starken Gegenwind. Das führte zu einem harten Kampf um Brennans Hinterrad – ohne klaren Sieger, weil Fahrer von weiter hinten mit Überspeed kamen.
„Es gab starken Gegenwind und ich wusste, ich musste warten und den Sprint nicht zu früh eröffnen. Vielleicht hätte ich etwas anders machen können. Ich hatte die Option, links zu gehen, entschied mich aber für rechts. Ich akzeptiere das Ergebnis, bin zufrieden, weiß aber zugleich, dass es weitere Chancen geben wird und ich es verbessern kann.“
„Für mich war der Schlüssel, die Selektion an den anspruchsvollen Anstiegen zu überstehen, die der Wind noch härter machte. Das Team und ich sind stark gefahren. Matej (Mohoric, Anm.) war ebenfalls sehr aktiv, und auf dem flachen Teil Richtung Ziel, wo es mehrfach zu Selektionen kam, waren wir stets vorn präsent.“

Gesundheitliche Hürden überwunden

So sicherte Govekar Bahrain Victorious das beste Ergebnis bei den (Halb-)Klassikern auf Kopfsteinpflaster seit Landsmann Matej Mohoric’ drittem Platz bei demselben Rennen 2023 – auf den Tag genau vor drei Jahren. Dabei hätte Govekar den Saisonstart beinahe komplett verpasst: Eine gesundheitliche Problematik verzögerte seine Vorbereitung über den Winter.
Er erklärt: „Wie jedes Jahr habe ich Ende Oktober mit dem Training begonnen, und kurz nach dem neuen Jahr gab es eine kleine Komplikation. Der Arzt diagnostizierte bei mir eine vestibuläre Neuritis, eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs im rechten Ohr. Praktisch bedeutete das, dass mir schwindelig wurde.“
„Ich musste zum Spezialisten und dann zehn Tage pausieren. Aber ich denke, ich habe im Dezember eine so gute Basis gelegt, dass diese zehn Tage meine Form nicht wesentlich beeinträchtigt haben. Ich bin gut in die Saison gestartet, vielleicht sogar frischer als sonst. Zum Glück habe ich jetzt keine Probleme mehr, wir haben auch vorbeugend Untersuchungen gemacht und andere Komplikationen ausgeschlossen.“
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