VORSCHAU | Giro d'Italia 2024 Etappe 17 - Sechster Tagessieg für Pogacar oder ein Tag für Ausreißer?
RadsportDie 17. Etappe des Giro d'Italia 2024 ist ein sehr, sehr harter Tag. Es ist ein Tag komplett in den Alpen mit mehreren Anstiegen, die gleich zu Beginn der Etappe beginnen. RadsportAktuell gibt Ihnen via CyclingUpToDate eine Vorschau auf einen Tag, der für den Kampf um den Giro-Sieg nicht wichtig sein dürfte, aber für die Plätze dahinter und den Etappensieg ziemlich spannend sein könnte:
Etappe 17 ist ein weiterer Anwärter auf eine Königsetappe. 154 Kilometer mit fünf harten Anstiegen. Es ist der dritte Hochgebirgstag in Folge und ich wage zu behaupten, dass es der härteste von allen ist. Es ist ein Tag, an dem es keine flachen Straßen gibt, sondern mehrere Stunden lang bergauf und bergab geht.

Etappe 17: Wolkenstein - Broconpass, 154 Kilometer
Die Fahrer beginnen den Tag gleich mit einem harten Anstieg. Der Passo Sella ist 8,9 Kilometer lang und hat eine Steigung von 7,4 %, die Etappe beginnt an seinem Fuß und führt auf 2244 Höhenmeter. Hier kann schon viel passieren, starke Kletterer und GC-Anwärter werden versuchen, sich vom Feld abzusetzen.
Es folgt eine lange Abfahrt, die zweite des Tages, die auch die längste ist. Der Passo Rolle ist 19,8 Kilometer lang und hat eine Steigung von 4,8 %, mit einem eher flachen Abschnitt in der Mitte und zwei steileren Abschnitten am Anfang und am Ende. Nach 90 Kilometern folgt eine technische Abfahrt, die direkt in den Anstieg Nummer 3 mündet.

Sellapass: 8,9 km; 7,2 %; 149 km noch zu bewältigen
Dies wird der Passo Gobbera sein, der leichteste Anstieg des Tages; er ist 5,7 Kilometer lang, hat 5,8% und endet 58 Kilometer vor dem Ziel. Ein Warm-up für den letzten Berg des Tages. Es handelt sich um den Passo Brocon, aber der Anstieg wird von zwei verschiedenen Seiten bestiegen.
Die erste davon endet 31 Kilometer vor dem Ziel. Es sind 13,2 Kilometer mit 6,4 %, eine schwierige Steigung, aber in Anbetracht der Schwierigkeit der letzten Steigung, sollte es immer noch eine Art Aufwärmen sein.

Passo Brocon (1): 13.2Km; 6.4%; 31Km zum Ziel
Der letzte Anstieg, der mit dem Etappenziel zusammenfällt, ist der Ort, an dem es ernsthaft zur Sache gehen kann. Durch seine härteste Seite kann der Passo Brocon dieses Mal große Unterschiede machen. Der Anstieg ist 11,9 Kilometer lang und hat eine Steigung von 6,5 %, weist aber einen deutlich härteren Teil auf.
Der Anstieg endet zwar nicht in der Höhe, aber er umfasst 4 Kilometer mit über 10 %. Das allein könnte schon einen großen Unterschied ausmachen, aber es kommt in der Mitte des Anstiegs. Hier wird es zu Angriffen kommen, und bis zum Ziel sind es noch einige Kilometer, auf denen sie sich noch weiter steigern können.

Passo Brocon (2): 11.9Km; 6.5%

Zielbereich
Das Wetter

Karte Giro d'italia 2024 Etappe 17
Es ist zwar windstill, aber die Fahrer werden trotzdem unwegsames Gelände vorfinden. Zum Glück wird es nicht so kalt sein, aber Regen und grauer Himmel werden erwartet. Abgesehen von der Schwierigkeit des Tages wird er durch den Regen sicherlich noch härter und wichtiger für die Gesamtwertung werden.
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Die Favoriten
Tadej Pogacar - Die Frage ist, wie bei allen Bergtagen, was wird Pogacar wollen? Fünf Siege hat er jetzt in der Tasche, einschließlich des heutigen Tages. Man kann mit Sicherheit sagen, dass er alles bekommen hat, was er wollte, außer dem Gesamtsieg in Rom. Die UAE müssen sich nicht anstrengen oder aufopfern, um einen dritten Sieg in Folge zu erringen. Heute hat Movistar dem Feld viel Arbeit abgenommen, um zu gewinnen, und es war eine leicht zu kontrollierende Etappe. Pogacar ist mit dem Kopf schon teilweise bei der Tour, und beim heutigen Schlussanstieg ist er nicht einmal aus dem Sattel gestiegen - er hat sich an sein eigenes Limit gehalten. Aber er braucht nicht mehr Körner als nötig zu verbrauchen.
GC Kampf - Daniel Martínez kletterte auf den zweiten Platz und so haben wir zwei interessante Kämpfe innerhalb der Top5. Martínez hat 22 Sekunden Vorsprung auf Geraint Thomas und die beiden sehen sehr ausgeglichen aus. Heute hatte Thomas zu kämpfen, aber ich erwarte eine bessere Leistung. Ben O'Connor liegt eine Minute hinter Thomas und das Podium ist immer noch möglich, aber keiner wird es vor dem Schlussanstieg riskieren.
Wir haben Antonio Tiberi, der mit dem fünften Platz und der Jugendwertung zufrieden ist und ebenfalls ein konservatives Rennen fahren will. Thymen Arensman liegt nur 24 Sekunden zurück. Er könnte für die INEOS-Taktik wichtig sein, um den zweiten Platz zu erreichen, aber das wird nicht passieren. Er wird sein eigenes Rennen fahren und dem weißen Trikot hinterherjagen. Andere Teams werden nicht arbeiten. Movistar hat heute viel gearbeitet, aber nicht wirklich davon profitiert; trotzdem hat Einer Rubio Zeit auf Romain Bardet und Filippo Zana im Kampf um Platz 7 zurückgewonnen. Jan Hirt, Lorenzo Fortunato, Michael Storer, Davide Piganzoli und Domenico Pozzovivo könnten sich eine Ausreißergruppe vorstellen, um ein paar Plätze gut zu machen - es ist ja nicht so, dass eine Ausreißergruppe an einem Tag wie diesem, an dem es von Anfang bis Ende bergauf geht, riskant wäre.
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Der Sieg kann sehr wohl an eine Ausreißergruppe gehen. Das war das Schicksal von heute, aber die Etappe war kurz und leicht zu kontrollieren. Morgen ist das nicht der Fall, die UAE werden nicht versuchen, die Spitze zu kontrollieren, und mit einem harten Anstieg gleich zu Beginn können die starken Kletterer die Straße wahrscheinlich ohne großen Kampf hinauffahren.
Decathlon AG2R La Mondiale wird O'Connor im Kampf um das Podium unterstützen wollen, aber zwischen Alex Baudin, Valentin und Aurélien Paret-Peintre wird zumindest einer von ihnen Freiheiten haben und sollte um den Etappensieg kämpfen können. Wir haben Nairo Quintana, der auf der 15. Etappe absolut fliegend unterwegs war... Er hat hier nicht die gleiche Höhe, aber mit so vielen Anstiegen und Regen könnte er sehr gut abschneiden und ist motiviert. Damiano Caruso, ein weiterer Veteran, ist ebenfalls in aufsteigender Form und liebt Tage (und Wetter) wie diese; er könnte ebenso gefährlich sein. Youngster Giulio Pellizzari, der heute kurz vor dem Sieg stand, ist für mich der andere große Favorit auf den Etappensieg, da er wirklich kurz vor dem Durchbruch steht.
Dies ist ein Tag für die reinen Kletterer, aber vor allem für jene, die in guter Form sind. Georg Steinhauser ist nach seiner Leistung am Wochenende auf jeden Fall einer von ihnen; und man kann auch solche wie Nicola Conci, Christian Scaroni, Attila Valter, Simon Geschke, Pelayo Sanchez und Kevin Vermaerke in Betracht ziehen. Und wer weiß, wenn es bei den UAE Rafal Majka gibt (was durchaus möglich ist), sollte er auch eine Chance auf den Sieg haben.
Vorhersage Giro d'italia 2024 Etappe 17:
*** Valentin Paret-Peintre, Nairo Quintana, Tadej Pogacar
** Damiano Caruso, Giulio Pellizzari
* Daniel Martínez, Antonio Tiberi, Geraint Thomas, Einer Rubio, Georg Steinhauser, Michael Storer, Nicola Conci, Davide Piganzoli, Aurelien Paret-Peintre, Rafal Majka
** Damiano Caruso, Giulio Pellizzari
* Daniel Martínez, Antonio Tiberi, Geraint Thomas, Einer Rubio, Georg Steinhauser, Michael Storer, Nicola Conci, Davide Piganzoli, Aurelien Paret-Peintre, Rafal Majka
Auswahl: Nairo Quintana
Vorschau geschrieben von Rúben Silva
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Quereingestiegener Schreiber für Radsport, Tennis oder auch mal Darts.
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Aktuelle Kommentare
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- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026










