Australischer Meister revanchiert sich bei seinem ehemaligen Team: „Ich habe Rudi Kemna sogar gesagt, dass ich ihn blamieren würde“

Radsport
Montag, 12 Januar 2026 um 12:00
PatrickEddyVueltaAEspana2025
Ein Lapsus bei Team Jayco AlUla bei den australischen Meisterschaften brachte die Mannschaft in eine unangenehme Lage – eine Steilvorlage, die Patrick Eddy konsequent nutzte. Der Fahrer von Team Brennan war bis vergangenen Herbst noch im WorldTour-Peloton, erhielt bei Team Picnic PostNL jedoch keinen neuen Vertrag und startete nun mit deutlicher Revanchelust.
„Ich habe seit meinem Junioren-Meistertitel nichts mehr gewonnen. In den vergangenen Jahren habe ich mich als Fahrer etwas verloren. Das war die Gelegenheit, wieder aggressiv zu fahren, Rennen wieder zu genießen. Den Leuten bei Team Brennan möchte ich enorm danken. Ich glaube, ich habe mich ein Stück weit wiedergefunden“, sagte Eddy im Zielinterview.
Der 23-Jährige stieg 2024 in eine WorldTour-Struktur auf, war dort jedoch vornehmlich als Helfer im Einsatz und rückte kaum in den Fokus. Sein Abgang verlief nicht friktionsfrei. In Perth lieferte Eddy dann die Leistung seiner Karriere: Er parierte die Attacken der australischen WorldTour-Equipe, folgte am Schlussanstieg Luke Plapp und stellte mit ihm gemeinsam dessen Teamkollegen Luke Durbridge.
Eddy fuhr dabei mit klarer Eigenmotivation. „Ich habe Rudi Kemna sogar gesagt, dass ich ihn blamieren werde, als er mir die Tür gezeigt hat“, verriet er. Mit 23 Jahren liegt Eddys Zukunft noch vor ihm – nun als australischer Meister. „Der ist für dich, Mate“, richtete er ironisch an seinen früheren Chef.

Ein Sprinter-Typ?

Weil er seit dem Profi-Aufstieg selten Führungsrollen bekam, sucht Eddy noch nach seinem genauen Profil. Ein schneller Finisher, aber offensichtlich auch kletterstark, wie dieser Sonntag in Australien zeigte.
„In Langkawi durfte ich zum ersten Mal in diesen zwei Jahren für mich selbst fahren. Normalerweise ist mein Hauptjob der Sprintanlauf für unsere Sprinter. Ich glaube auch, dass ich im Anfahren besser bin als im eigenen Sprint. Eigentlich entdecke ich mich als Fahrer gerade erst“, erklärt er. „Ich bin kein reiner Sprinter und will auch in den Klassikern meine Qualitäten zeigen. Ich brauche noch etwas Zeit.“ Das muss jedoch womöglich warten, es sei denn, er kehrt via Vertragsauflösung rasch in die WorldTour zurück – wie bei Filippo Conca im Vorjahr nach dessen italienischem Meistertitel.
„Der Schritt nach Europa ist für Australier nie leicht. Aber dieses Team bietet ein hervorragendes Umfeld für junge Fahrer. Das war die Nummer eins auf meiner Wunschliste fürs Nachwuchsprogramm, weil ich von ihrem Setup in Sittard (in den Niederlanden, Anm.) gehört hatte. Man sieht, wie viele junge Fahrer hier große Schritte machen. Am Ende haben sie mir den Wechsel nach Europa deutlich erleichtert“, schloss er – und lobte trotz allem die Struktur des Teams in Bezug auf seine Entwicklung.
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