Die USA gehörten einst zu den wichtigsten Standorten des internationalen Straßenradsports. Zahlreiche hochkarätige Rennen prägten den UCI-Kalender, WorldTour-Teams reisten regelmäßig nach Nordamerika, und Veranstaltungen wie die Tour of California galten als feste Größen im internationalen Rennkalender. Doch dieser Einfluss schwand in den vergangenen Jahren zunehmend. Nun deutet vieles auf eine neue Aufbruchsstimmung hin.
Nach der erfolgreichen Rückkehr des
Maryland Cycling Classic erlebt der US-Radsport 2026 einen weiteren bedeutenden Moment: Die
Philadelphia Cycling Classic kehrt offiziell in den Kalender zurück – und zieht unmittelbar mehrere WorldTour-Teams an.
Vom Niedergang zur neuen Aufbruchsstimmung
Noch vor rund einem Jahrzehnt befanden sich die USA sportlich auf dem Höhepunkt ihres Einflusses im Straßenradsport. Die Straßen-Weltmeisterschaften 2015 in Richmond galten als großer Erfolg, während die Tour of California Teil der WorldTour war und internationale Stars anzog.
Die letzte Austragung der Kalifornien-Rundfahrt fand 2019 statt – gewonnen von keinem Geringeren als Tadej Pogacar, damals noch in seinem ersten Jahr auf WorldTour-Niveau.
Doch innerhalb weniger Jahre verschwanden nahezu alle großen US-Rennen von der Bildfläche. Sowohl die Tour of California als auch die Tour of Utah, die USA Pro Cycling Challenge und die Colorado Classic wurden eingestellt. Damit verlor der US-Radsport praktisch seine Präsenz an der Spitze des internationalen Straßenkalenders.
Erst 2022 setzte mit der Rückkehr des Maryland Cycling Classic eine Trendwende ein. Das Rennen brachte wieder mehrere Top-Teams aus der WorldTour in die Vereinigten Staaten – häufig kombiniert mit den kanadischen WorldTour-Klassikern GP de Québec und GP de Montréal.
In diesem Jahr profitieren die nordamerikanischen Rennen zusätzlich davon, dass die Straßen-Weltmeisterschaften in Kanada stattfinden. Viele Profis werden daher ohnehin nach Nordamerika reisen – ein Umstand, der auch dem US-Radsport neue Aufmerksamkeit verschaffen könnte.
Philadelphia Cycling Classic feiert offizielles Comeback
Nun steht fest: Die Philadelphia Cycling Classic kehrt nach zehnjähriger Pause offiziell zurück. Das traditionsreiche Rennen wurde erstmals 1984 ausgetragen und brachte im Laufe seiner Geschichte zahlreiche prominente Sieger hervor – darunter US-Größen wie Lance Armstrong und George Hincapie ebenso wie internationale Sprintstars à la André Greipel oder Matthew Goss.
Die Neuauflage findet am 30. August statt – exakt eine Woche vor dem Maryland Cycling Classic – und erhält den UCI-Status 1.1. Damit dürfen auch WorldTour-Teams teilnehmen, und mehrere namhafte Mannschaften haben ihre Startzusage bereits gegeben.
Für das Männerrennen wurden EF Education-EasyPost, Lidl–Trek, Lotto-Intermarché, Team Jayco AlUla sowie das NSN Cycling Team bestätigt. Im Frauenrennen werden mit Canyon//SRAM zondacrypto und Human Powered Health zudem zwei Women’s-WorldTour-Teams an den Start gehen.
Renn-Mitinhaber Carlos Rogers erklärte in einer Pressemitteilung: „In Philadelphia geht es im Sport um Energie, Leidenschaft und Verbundenheit – und die Philadelphia Cycling Classic liefert genau das. Wir bringen das Stadion auf die Straße, geben den Fans die Chance, Spitzensport aus nächster Nähe zu erleben und Teil des Geschehens zu sein, wie es in den meisten anderen Sportarten kaum möglich ist.“
Auch Rennleiterin Robin Morton betonte die Bedeutung der Rückkehr: „Wir sind begeistert, Weltklasse-Radsport nach Philadelphia zurückzubringen. Dieses Rennen hatte im Sport schon immer einen besonderen Stellenwert, und die Rückkehr mit einem so starken internationalen Feld spricht sowohl für seine Tradition als auch für seine Zukunft. Der 30. August wird eine Feier des Elite-Wettkampfs und der Leidenschaft dieser Stadt für den Radsport.“
Bemerkenswert ist zudem die Höhe des Preisgelds. Die Veranstalter setzen bei Männern und Frauen auf identische Dotierungen – ein im Profiradsport weiterhin seltenes Zeichen. Sowohl das Männer- als auch das Frauenrennen sind jeweils mit 75.000 US-Dollar ausgestattet, insgesamt werden also 150.000 US-Dollar ausgeschüttet.
Das Männerrennen führt über 200 Kilometer, während die Frauen über eine Distanz von 100 Kilometern antreten werden.
US-Meister Quinn Simmons dürfte mit LIDL-Trek bei der Philadelphia Cycling Classic starten
Männer-Teams – Philadelphia Cycling Classic 2026
- EF Education EasyPost (USA)
- Lidl-Trek (GER)
- Lotto–Intermarché (BEL)
- Team Jayco AlUla (AUS)
- Bardiani-CSF 7 Saber (ITA)
- Modern Adventure (USA)
- NSN Cycling Team (SWI)
- Team Novo Nordisk (USA)
- APS Pro Cycling by Team Cadence Cyclery (USA)
- Competitive Edge Racing (USA)
- Meridian Racing p/b de la Uz (USA)
- Nu Colombia (COL)
- Project Echelon Racing (USA)
- Team Skyline (USA)
Frauen-Teams – Philadelphia Cycling Classic 2026
- CANYON//SRAM zondacrypto (GER)
- Human Powered Health (USA)
- BePink-Vini Fantini (ITA)
- PatoBike-BMC (MEX)
- Virginia's Blue Ridge TWENTY28 (USA)
- XDS China (CHN)
- CCB Kenetik p/b Levine Law Group (USA)
- 1KFlips-FTP Racing Jakroo Mixed (USA)
- Aegis x Leaders of Enchantment (USA)
- Automatic Racing ABUS (USA)
- Competitive Edge Racing (USA)
- Cyclery Racing - Abacus Data (CAN)
- Fearless Femme Racing pb The Beasley Firm (USA)
- HigherDOSE | Renova (USA)
- Kingdom Elite Racing (USA)
- Milton Revolution Women’s U23 Project (CAN)
- United Cycling (USA)
- Team Winston Salem (USA)