„Wir schlafen über 2.300 Metern, fahren mit dem Rad hinab, um Sauerstoff zu tanken, dann klettern wir wieder hoch“: Lipowitz erklärt, was es braucht, um ums Podium der Tour de France zu kämpfen

Radsport
Mittwoch, 03 Juni 2026 um 5:38
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Florian Lipowitz startet seinen Aufbau auf die kommende Tour de France 2026 als einer der prägenden Namen im Peloton. Bei Red Bull - BORA - hansgrohe ist man sich der harten Konkurrenz bewusst, mit Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard als Topfavoriten und einem rasant aufstrebenden Paul Seixas. Der Deutsche, Dritter der letztjährigen Grande Boucle, zählt zu jenen, die in diesem Sommer die beiden Könige herausfordern wollen.
Mit 25 Jahren reist Lipowitz zur Tour, nachdem er seinen Platz unter den besten Rundfahrern gefestigt hat. Seine Frühform, vor allem Podestplätze bei der Baskenland-Rundfahrt und der Tour de Romandie, untermauert seinen Anspruch, erneut um die vorderen Plätze im Gesamtklassement zu kämpfen.

Lipowitz baut in der Sierra Nevada auf die Tour auf

Derzeit sitzt sein Basislager in der Sierra Nevada, wo er den Feinschliff für die Frankreich-Rundfahrt setzt. Dort trainiert er mit dem Team in der Höhe – in Bedingungen, die im modernen Radsport so fordernd wie üblich sind.
„Insgesamt sehr gut“, beschreibt Lipowitz seinen Sommerstandort im Interview mit Eurosport. „Das Wetter ist fantastisch. Ein Höhentrainingslager ist natürlich immer anspruchsvoll. Man muss mental bereit sein, hier drei Wochen zu verbringen. Viel mehr als essen, schlafen und trainieren ist nicht drin. Aber die Atmosphäre ist top und die Vorbereitung läuft gut.“
Er erklärte zudem den Ablauf solcher Trainingsblöcke und die Bedeutung der Akklimatisierung, um die Tour de France in Topform anzugehen: „Wir schlafen auf etwas über 2.300 Metern. Die ersten drei, vier Tage bleiben wir auf relativ großer Höhe. Es gibt hier sogar eine Straße bis auf 3.000 Meter. Wir versuchen, uns so schnell wie möglich zu akklimatisieren. Wenn die Intervalle beginnen, rollen wir runter, um etwas mehr Sauerstoff zu bekommen. Dann fahren wir wieder hoch.“
Jenseits des rein Sportlichen sprach Lipowitz auch über die entscheidende Unterstützung seiner Partnerin, der Mountainbikerin Antonia Weeger. Für den Deutschen erleichtert der gemeinsame Beruf den Alltag und das Verständnis für die Anforderungen des Profiradsports erheblich.
„Es ist definitiv großartig, wenn die Partnerin alles versteht, was man als Athlet durchmacht. Sie versteht mich sehr gut und ist sehr rücksichtsvoll. Sie hilft mir viel und macht das Leben ein Stück leichter. Deshalb ist es immer hart, wenn ich drei Wochen ins Höhentrainingslager gehe, aber natürlich weiß man auch, dass man sich danach wieder sieht. Trotzdem sind diese drei Wochen eine echte Herausforderung.“

Druck aufs Podium in Paris

Lipowitz räumte ein, dass nach seinem Überraschungspodium bei der Tour de France 2025 nicht alles reibungslos lief. Der Deutsche gab zu, nach diesem großen Ergebnis sowohl körperlich als auch mental durch eine schwierige Phase gegangen zu sein.
„Die komplette Frühlingssaison hat mir Vertrauen gegeben. Nach der letztjährigen Tour de France hatte ich einige Probleme. Für Katalonien war ich weit weg, daher war ich vorher sehr besorgt. Zum Glück wurde es mit jedem Rennen besser.“
Der Deutsche ist überzeugt, dass seine jüngsten Auftritte sein Selbstvertrauen vor dem großen Saisonziel vollständig zurückgebracht haben. „Den ersten großen Rennblock mit der Tour de Romandie abzuschließen, war ein tolles Erlebnis und hat mir viel Vertrauen für den Tour-Aufbau gegeben.“
Florian Lipowitz, Star von Red Bull - BORA - hansgrohe
Florian Lipowitz, a Red Bull - BORA - hansgrohe star

Pogacar und Vingegaard als die großen Favoriten

Während der Tour de Romandie wagte Lipowitz sogar eine Attacke auf Pogacar am Bergankunftstag – ein Zeichen für das gewachsene Selbstbewusstsein des Deutschen gegen die Aushängeschilder des Sports. In der Bewertung blieb er jedoch vorsichtig.
„Pogacar ist vor den Ardennen-Klassikern hauptsächlich Eintagesrennen gefahren, daher erwarte ich bei der Tour einen anderen Pogacar.“
Mit mehr Erfahrung, gewachsenem Vertrauen und nach der emotionalen Ermüdung der vergangenen Saison geht Florian Lipowitz nun in die Tour de France mit dem Gefühl, den entscheidenden Schritt gemacht zu haben. „Ich bin als Mensch gereift“, bekannte der Deutsche – entschlossen zu beweisen, dass das Podium im Vorjahr kein Zufall war.
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