Florian Lipowitz stand im vergangenen Jahr auf dem Podium der
Tour de France und peilt diesmal ein oder zwei Stufen höher an. Doch mit
Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard eine Klasse darüber geht der Red Bull - BORA Hansgrohe-Profi als Doppelführender neben
Remco Evenepoel ins Rennen – und mit Blick über die Schulter auf den Aufstieg von
Paul Seixas.
Auf dem Papier scheint der deutsche Star mit Rückstand in die Rundfahrt zurückzukehren, doch Lipowitz stellt klar, dass dem nicht so ist. Er ist überzeugt, dass die geteilte Verantwortung mit Evenepoel und ein konkurrenzfähiger Seixas gegenüber den anderen die Tür zu Chancen öffnet – ohne ein zentrales Element: Druck.
Druck ist etwas, an das sich der 25-Jährige gewöhnt hat und mit dem er inzwischen besser umgeht. Nach Gesamtrang drei bei der letztjährigen Tour sprach Lipowitz davon, es „schwierig“ gefunden zu haben, doch er fand Schritt für Schritt zurück und
lieferte im Frühjahr konstante Resultate.Lipowitz traf im Frühjahr auf Pogacar, Vingegaard und Seixas
Er bestritt ab März drei zentrale WorldTour-Etappenrennen: die Katalonien-Rundfahrt, die Baskenland-Rundfahrt und die Tour de Romandie – und stand jedes Mal auf dem Podium. Die Sieger hießen der Reihe nach Vingegaard, Seixas und Pogacar. Unter allen Tour-de-France-Anwärtern bekam Lipowitz damit in diesem Frühjahr den GC-Hierarchievergleich aus nächster Nähe.
„Das war eine tolle Erfahrung und hat mir viel Selbstvertrauen gegeben, aber ich erwarte bei der Tour einen anderen Pogačar. Jonas [Vingegaard, Anm.] und Pogačar sind zwei Schritte vor dem Rest, aber es kann viel passieren.“
„Ich erwarte schon, dass Paul Seixas es ihnen schwer macht. Er wird für beide ein ernsthafter Gegner sein“, sagte Lipowitz im Gespräch
mit Eurosport Deutschland.Florian Lipowitz at the 2026 Tour de Romandie
Doppelführung mit Evenepoel
Die Debatte um Remco Evenepoel dürfte den Aufbau von Lipowitz bis zum Grand Départ in Barcelona in einem Monat prägen. Für Lipowitz bleibt „Druck“ das Schlagwort – er glaubt, dass das Duo die Last teilen kann und er vom belgischen Superstar lernen wird.
Er sagte: „Ich möchte mir selbst nicht zu viel Druck machen. Deshalb ist es gut, dass wir mit geteilter Führungsrolle zur Tour fahren.“
„Wir können den Druck teilen und beide davon profitieren. Ich habe in den letzten Jahren viel gelernt und kann mit Druck besser umgehen. Fahrer wie Vingegaard, Pogačar oder Seixas mit meiner Sprintstärke zu schlagen, ist schwierig. Ich hoffe, dass ich auch von Remco viel lernen kann.“