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Tadej Pogacar kommt erstmals eine öffentliche Replik auf die Kritik an seinem jüngsten Sponsoring-Abkommen mit der Krypto-Börse KuCoin. Agent Alex Carera verteidigte den Deal und argumentierte, die Öffentlichkeit sehe nicht immer den vollständigen Kontext der Partnerschaft.
Im Domestique Hotseat Podcast ging Carera auf die Reaktionen ein, die Pogacars Ankündigung zu Jahresbeginn folgten, wonach er globaler Markenbotschafter der Krypto-Plattform geworden sei.
Der Schritt löste kritische Nachfragen aus, nachdem Berichte frühere rechtliche und regulatorische Probleme der Börse beleuchtet hatten.
„Die Leute kennen nicht immer die ganze Geschichte, weil wir nicht gerne laut verkünden: ‘Ich nehme das Geld, um es Bedürftigen zu geben’“, sagte Carera im Podcast. „Wohltätigkeit sollte leise geschehen. Sonst gibt es ohnehin Kritik; manche sagen dann, man tue es nur, um gut dazustehen.“
Erklärung: Gemeinnützige Verwendung der Sponsorengelder
Carera betonte, dass Pogacar nicht persönlich von seinen privaten Sponsoreneinnahmen profitiere. Das Geld fließe stattdessen in Projekte zur Förderung junger Fahrer und in karitative Arbeit.
„Ich möchte auch sagen, dass wir dieses Sponsoring angenommen haben, weil Tadej seine privaten Sponsorengelder nicht für sich selbst nutzt, sondern um der neuen Generation von Sportlern und generell den Menschen zu helfen“, erklärte Carera. „Denn er hat das gesamte Geld dem Pogi Team gegeben.“
Laut Carera unterstützt die slowenische Nachwuchsstruktur rund 200 Kinder und wird direkt durch Pogacars persönliches Engagement finanziert. „Das Pogi Team sitzt in Slowenien mit 200 Kindern. Tadej Pogacar bezahlt die Angestellten aus eigener Tasche. Er trägt alle Kosten. Er stellt Helme, Kleidung und alles Weitere.“
Zusätzliche Sponsorengelder flössen zudem in die Tadej Pogacar Foundation, die Pogacar zusammen mit seiner Partnerin
Urska Zigart ins Leben gerufen habe, um Krebsinitiativen zu unterstützen. „Der zweite Teil geht an die Tadej Pogacar Foundation“, sagte Carera. „Die Stiftung gibt dieses Geld an das Krankenhaus, um Menschen im Kampf gegen Krebs zu helfen.“
„Es ist ein bisschen wie Robin Hood“
Carera räumte ein, dass es Kritik an der Krypto-Partnerschaft gebe, argumentierte jedoch, die Debatte blende oft aus, wie die Sponsorengelder letztlich verwendet würden.
„Menschen posten negative Kommentare oder Kritik, weil sie nur einen Teil der Geschichte sehen“, sagte er. „Okay, ich verstehe das, wenn ich Verträge unterschreibe, das Geld nehme und es ausgebe, um mir ein neues Auto zu kaufen. In diesem Fall akzeptieren wir die Kritiker.“
„Aber wenn wir das Geld nicht für uns erhalten, sondern um es Bedürftigen zu geben, ist es etwas anderes. Wenn du dieses Geld nicht annimmst, geht nichts an die Menschen, die es brauchen. Es ist ein bisschen wie Robin Hood.“
Kontext zur KuCoin-Kritik
Die Aussagen folgen auf eine Welle der Prüfung des Hintergrunds von KuCoin nach Pogacars Botschafter-Ankündigung zu Jahresbeginn. Berichte verwiesen auf frühere rechtliche Schritte gegen die Börse, darunter ein Verfahren in den USA wegen Verstößen gegen Gesetze zur Geldwäschebekämpfung und den Vorwurf, die Plattform habe milliardenschwere verdächtige oder illegale Transaktionen abgewickelt.
Aufmerksamkeit erhielt das Thema auch, weil Pogacar sich bislang überwiegend mit traditionellen Sponsoren aus dem Radsport- und Lifestyle-Sektor verband. Die Entscheidung für eine Krypto-Plattform markierte daher eine bemerkenswerte Erweiterung seines kommerziellen Portfolios über das übliche Sponsoring-Ökosystem des Sports hinaus.
Carera verwies im Gespräch auch auf die breite Präsenz von Krypto-Unternehmen im Sport. „Viele, sehr viele Krypto-Firmen sponsern den Radsport und den Sport generell, Fußballteams, in der NBA, jetzt auch im Radsport“, sagte er. „Zum Beispiel: Die erste Krypto-Firma, die den Radsport sponserte, ist nicht KuCoin, sondern Zondacrypto beim Canyon-Team.“
Er ergänzte, der Radsport sei über Jahrzehnte von sehr unterschiedlichen Branchen getragen worden. „Vor zwanzig bis dreißig Jahren gab es viele Zigarettenfirmen als Sponsoren, oder Alkoholmarken. Vor zehn Jahren gab es viele schlechte Firmen, und vor fünf Jahren und heute auch Energydrinks.“
Für Carera bleibt entscheidend, dass Pogacars Prioritäten unabhängig vom Sponsor unverändert sind. „Ich denke, Tadej hat ein großes Herz, und am wichtigsten ist, dass er dieses Geld nicht braucht. Er will Menschen helfen, die es nötiger haben als er, und das ist unsere Priorität.“
Careras Aussagen sind die erste direkte Reaktion aus Pogacars Umfeld, seit die Fragen zur Partnerschaft zu Jahresbeginn aufkamen. Auch wenn die Debatte um das Sponsoring kaum ganz verstummen dürfte, machte der Agent deutlich, dass das Team des Fahrers den Deal vor allem durch die Brille der geförderten Sozialprojekte betrachtet.