Wout van Aert reagiert auf Niermann-Abschied: „Das wird Auswirkungen haben“

Radsport
Samstag, 06 Juni 2026 um 20:12
Wout van Aert
Wout van Aert hat mit Bedauern auf den bevorstehenden Abschied von Grischa Niermann bei Visma-Lease a Bike reagiert. Der Deutsche, der als Sportlicher Leiter und Head of Racing eine zentrale Rolle im Team einnimmt, wechselt zu Lidl-Trek.
Für Wout Van Aert kommt diese Entscheidung unerwartet.

Van Aert überrascht vom Wechsel zu Lidl-Trek

„Als ich die Nachricht hörte, war ich natürlich überrascht“, sagte Van Aert am Samstag in seinem Teamhotel nahe Grenoble. Dort bereitet sich der Belgier auf die Tour Auvergne-Rhône-Alpes vor, die frühere Dauphiné. „Als ich 2019 zur Mannschaft kam, war Grischa bereits Teil des Teams. Wir hatten eine sehr gute Beziehung und haben lange zusammengearbeitet. Ich hätte gern weiter mit ihm gearbeitet. Deshalb ist das natürlich eine enttäuschende Nachricht.“
Grischa Niermann

Niermann war bei vielen Schlüsselrennen an Van Aerts Seite

Niermann begleitete Van Aert in zahlreichen wichtigen Momenten seiner Karriere. Auch beim Sieg in Paris-Roubaix im April saß der Deutsche im Teamfahrzeug und sprach den Belgier über Funk an. Gerade diese Nähe machte ihn für Van Aert zu einer wichtigen Vertrauensperson innerhalb der Mannschaft.
Teamchef Richard Plugge hatte den Abschied Niermanns bereits als „Ende einer Ära“ bezeichnet. Formal bleibt Niermann noch bis Ende August bei Visma-Lease a Bike, bei der Tour de France wird er aber nicht mehr dabei sein. Vieles deutet darauf hin, dass Van Aert sein letztes Rennen mit Niermann als sportlichem Begleiter bereits bestritten hat.

Marc Reef übernimmt die Rolle von Niermann

Künftig soll Marc Reef die Aufgaben von Niermann übernehmen. Van Aert weiß, dass dieser Wechsel spürbar sein wird. „Das wird natürlich Auswirkungen haben“, erklärte er. „Jeder arbeitet anders. Marc wird diese Rolle auf seine eigene Weise ausfüllen.“
Trotzdem sieht der Belgier keinen Grund zur Panik. Van Aert teilt die Einschätzung von Plugge, dass die Struktur und Kultur innerhalb des Teams wichtiger seien als einzelne Personalien. „Richard hat damit recht“, sagte Van Aert. „Die Vergangenheit hat das auch gezeigt. Als Mannschaft haben wir eine Organisation aufgebaut, in der wir versuchen, Menschen weiterzuentwickeln.“
Richard Plugge und Jonas Vingegaard auf dem Schluss­podium des Giro d’Italia 2026 in Rom
Richard Plugge und Jonas Vingegaard auf dem Schluss­podium des Giro d'Italia 2026 in Rom

„Ich habe keine Angst, dass hier alles zusammenbricht“

Van Aert betonte, dass er trotz des prominenten Abgangs nicht um die Stabilität von Visma-Lease a Bike fürchtet. „Ich habe wirklich keine Angst, dass hier bald alles wie ein Kartenhaus zusammenfällt“, sagte er.
Der Wechsel Niermanns ist nicht der erste namhafte Abgang der vergangenen Jahre. Vor rund anderthalb Jahren verließ Sportdirektor Merijn Zeeman das Team in Richtung des Fußballklubs AZ. Im Januar folgte Trainer Tim Heemskerk, der mittlerweile für Red Bull-BORA-hansgrohe arbeitet.
Für Van Aert ergibt sich daraus aber kein beunruhigendes Muster. „Man muss jede Geschichte in ihrem eigenen Kontext sehen“, sagte er. „Es ist jedes Mal anders. Ich mache mir wirklich keine Sorgen um die Zukunft.“
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