„Das stand nicht im Plan“ - Ex-Giro-d’Italia-Sieger Richard Carapaz kämpft gegen die Zeit, da eine Operation wenige Wochen vor dem Start seinen Maglia-Rosa-Angriff gefährdet

Radsport
Donnerstag, 02 April 2026 um 13:30
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Die Giro d’Italia-Vorbereitung von Richard CarapazGiro d’Italia ist zum ungünstigsten Zeitpunkt ins Wanken geraten. Der Ecuadorianer bestätigte, dass er sich nur fünf Wochen vor dem Saisonhöhepunkt einer Operation unterzogen hat.
Der Ex-Sieger, der erst im vergangenen Jahr auf das Podium zurückkehrte, machte die Neuigkeit selbst öffentlich. Er nannte den Zeitpunkt des Eingriffs und die unmittelbar folgende Fokussierung auf die Genesung vor dem Start im Mai.
„Es war nicht Teil des Plans, aber es wurde bestmöglich gehandhabt. Letzte Nacht habe ich mich wegen eines perinealen Problems einem Eingriff unterzogen. Alles verlief wie erwartet und erfolgreich. Ab heute konzentriere ich mich voll auf die Genesung und darauf, vor dem Giro wieder mein bestes Niveau zu erreichen“, schrieb er zu einem Foto von sich im Krankenhausbett auf Instagram.

Ein gestörter Aufbau im entscheidenden Moment

Für Carapaz ist nicht nur der Eingriff an sich problematisch, sondern vor allem dessen Zeitpunkt. Die letzten Wochen vor einer Grand Tour dienen üblicherweise dem Feinschliff: Kletterform schärfen, Rennhärte justieren, Intensitäten setzen. Stattdessen ist sein Aufbau nun eine Reha-Phase, die Rennrhythmus und strukturierte Trainingsblöcke unmöglich macht.
Diese Verschiebung trifft auf einen ohnehin holprigen Start in die Saison 2026. Ein verspätetes Renncomeback und eine vergleichsweise unauffällige Katalonien-Rundfahrt, die er trotz eines ermutigenden Auftritts auf der Queralt-Etappe als Gesamtzehnter beendete, ließen ihn bereits seinen Rivalen hinterherfahren.
Jetzt, mit verlorener Zeit im entscheidendsten Abschnitt des Aufbaus, geht es nicht nur darum, überhaupt am Start zu stehen, sondern dort ein Niveau zu erreichen, das über drei Wochen konkurrenzfähig ist.
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Giro-Ambitionen unter Druck nach knappem 2025er-Anlauf

Der Zeitpunkt wiegt umso schwerer mit Blick auf seine jüngste Giro-Historie. Vor zwölf Monaten kämpfte er lange um den Gesamtsieg und stand am Ende nach einem späten Einbruch dennoch auf dem Podium. Diese Leistung untermauerte seinen Ruf als einer der konstantesten Anwärter beim Giro und knüpfte an seinen frühen Gesamtsieg an.
Gerade diese Vita verleiht dem Rückschlag Gewicht. Carapaz peilt keinen Etappencoup an, sondern die Rückkehr an die Spitze der Gesamtwertung – gegen ein Feld, das einige der stärksten Etappenfahrer des Pelotons vereinen dürfte.
Wenn die Konkurrenz mit störungsfreien Vorbereitungen und klar strukturierten Aufbauten anreist, kann selbst ein kleines Defizit an Rennbereitschaft über drei Wochen entscheidend sein.
Carapaz richtet seinen Fokus nun komplett darauf, die Genesung in das knappe Zeitfenster zu pressen, um den Giro in Bestverfassung zu erreichen. Ob das gelingt, wird nicht nur sein Rennen prägen, sondern die Richtung seiner gesamten Saison.
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